Erfahrungen Gestationsdiabetes - bitte baut mich auf!

vom 28.09.2012, 09:03 Uhr

Ich bin seit der 9. Schwangerschaftswoche an Gestationsdiabetes erkrankt. Seit der 17. Woche muss ich spritzen und die Werte beginnen jetzt schön langsam wieder zu steigen. Ich muss jetzt einmal in der Woche zur Kontrolle in das Krankenhaus um zu sehen ob mit dem Kleinen alles in Ordnung ist und ob die Dosis vom Insulin verändert werden muss.

Bei meiner ersten Tochter hätte ich gerne öfter mal eine Kontrolle gehabt, aber hier hatte ich nur die üblichen fünf Untersuchungen, aber so wie es jetzt ist, ist auch schon fast zu viel. Immerhin ist das Krankenhaus um die fünfzig Kilometer von mir entfernt und da kommen doch ganz schön viel Zeit und Kosten auf mich zu. Natürlich möchte ich dass alles für mein Baby optimal ist, aber es ist halt schon ganz schön viel.

Wie viele Kontrollen hattet ihr bei dem Schwangerschaftsdiabetes? Nur die normalen Kontrollen beim Frauenarzt oder auch ständig im Krankenhaus. Ich habe festgestellt dass die ganzen Krankenhäuser einen totalen Unterschied machen. Eine Freundin, die ebenfalls Gestationsdiabetes hat braucht im Prinzip kaum Kontrollen machen und irgendwie kommt es mir so vor als würde das in diesem Krankenhaus nicht ernst genommen werden. In meinem Krankenhaus legen sie sehr viel Wert darauf und die Ärzte sind auch ziemlich brutal ehrlich als sie mir gesagt haben was jetzt noch alles passieren kann wenn meine Werte sich nicht in den Griff bekommen lassen.

Wie habt ihr den Schwangerschaftsdiabetes erlebt und wie groß waren dann eure Kinder. Kamt ihr bis zum Ende der Schwangerschaft, da mir meine Ärztin im Krankenhaus schon prophezeit hat das wir es vermutlich nicht bis zum Ende schaffen, beziehungsweise schlimmstenfalls in der 38. Schwangerschaftswoche Schluss ist weil dann eingeleitet wird oder das Baby eben per Kaiserschnitt geholt wird. Ich würde mich über ein paar Erfahrungsberichte freuen. Es macht mir doch ganz schön Angst. Normalerweise wird erst in der 25. Schwangerschaftswoche dieser Zuckertest gemacht und der Diabetes festgestellt weil erst hier bei den meisten Schwangeren das auftritt, aber davon bin ich ja noch einige Wochen entfernt. Also, her mit euren Erfahrungsberichten die mich ein wenig aufbauen.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich selber hatte während meinen beiden Schwangerschaften zwar keine Probleme mit einem Gestationsdiabetes, aber eine Verwandte von meinem Mann, die ebenfalls dann Insulin spritzen musste, was ja die einzige Art ist in der Schwangerschaft, wie man den Blutzucker wieder in die richtige Höhe bekommen kann.

Bei ihr verlief alles so weit komplikationslos, außer, dass das Kind am Ende fast 4,5kg gewogen hat und sehr groß war und es dann eben per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht werden musste. Das machte bei ihr aber nichts, da das Kind ihr erstes Kind war. Sie musste auch regelmäßig zum Frauenarzt und nach ihrem Blutzucker schauen lassen, allerdings nicht jede Woche und auch nicht ins Krankenhaus. Vielleicht hatte sie das auch ein wenig zu locker genommen, denn die Ärzte meinten am Schluss eben zu ihr, dass ihr Kind so groß und schwer sei aufgrund des Blutzuckers, der wohl nicht so ganz optimal eingestellt war. Insofern wäre es bei ihr vielleicht etwas geschickter gewesen, wenn sie öfters zum Nachschauen des Blutzucker zum Arzt hätte gehen müssen oder wenn sie selber etwas besser kontrolliert hätte. Insofern finde ich es schon in Ordnung, wenn das bei dir etwas strenger gehandhabt wird.

Wann genau der Kleine dann geholt wurde, kann ich nicht mehr so genau sagen, aber es muss wohl so um die 38. oder 39. Schwangerschaftswoche gewesen sein, also auch etwas vor der eigentlichen Geburt, da er noch recht lange vor Weihnachten gekommen ist und der eigentliche Geburtstermin irgendwann direkt um Weihnachten und die Feiertage gelegen hatte.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Ich finde es ehrlich gesagt schon sehr gut, dass Du so engmaschig kontrolliert wirst. Es geht hier um zwei Leben, um Deines und um das Deines Kindes, die sonst darunter leiden. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es sehr nervig ist, einmal in der Woche diese Strecke zu fahren, aber hast Du eine andere Möglichkeit? Es gibt keine Ärzte in der direkten Umgebung, die Dich einstellen könnten, oder? Eventuell könntest Du Dir einen Diabetologen in der Umgebung suchen, der dann eng mit dem Frauenarzt zusammenarbeitet, aber letztendlich scheint das Team im Krankenhaus doch entsprechende Erfolge zu leisten.

Man kann auch mit einem Diabetes in der Schwangerschaft eine natürliche Geburt erleben und eine gewöhnliche Schwangerschaft austragen. Aber die Regel scheint es nicht zu sein. Großartig beruhigend ist es nicht. Jedoch kann man heutzutage sehr froh darüber sein, wie weit die Medizin ist und dass man etwas dagegen unternehmen kann. Hältst Du Dich an gewisse Regeln und Vorgaben, wird dem Kind auch nicht so schnell etwas passieren. Dass ein Kind zu groß und schwer werden kann, liegt meines Wissens dann eher daran, dass die Werte einfach nur zu hoch sind. Mit dem Insulin kannst Du es ja dann regeln, auch mit Bewegung und Ernährung.

Etwas unverantwortlich ist es schon, dass das Krankenhausteam Dir so viel Angst gemacht hat. Natürlich ist es wichtig, Dich auch über mögliche Folgen aufzuklären, aber das geht auch auf sensible Art und Weise! Bitte versuche, Dich nicht verrückt machen zu lassen, sondern auf Dich und Dein Kind zu achten. Halte Dich an die Vorgaben, die man Dir mit auf den Weg gegeben hat und wenn es mal nicht so gut läuft, finde heraus, warum und gehe dagegen an.

Du hast ja geschrieben, dass Deine Werte derzeit wieder steigen. Das ist ganz normal, durch die Hormonumstellung. Schwangere Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Diabetes hatten und Insulin nehmen können die Beobachtungen nur bestätigen. Dazu kommt Deine weitere Autoimmunerkrankung, die auch durch die Krankheit selbst, aber auch durch die Medikamente und die Einstellung, die vorzunehmen sind.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



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