Freundin will Insulin absetzen

vom 29.07.2012, 13:35 Uhr

Eine Freundin von mir muss schon seit längerer Zeit Insulin spritzen. Bevor sie Insulin bekam ging es ihr echt mies und sie landete sogar im Krankenhaus, nach dem sie einfach umgekippt ist. Nun geht es ihr aber gut. Sie sagt, ihr geht es besser als je zuvor. Aber die Spritzerei schränkt sie sehr ein. Und sie will nicht von Medikamenten abhängig sein.

Nun will sie unbedingt ihr Insulin einfach nicht mehr spritzen. Sie sagt, seitdem sie Insulin spritzt habe sie sich verändert und ihr geht es ja nun gut, aber sie will wieder sie selbst sein. Ist das Absetzen denn so einfach möglich? Was kann passieren? Ihren Arzt kann sie nicht fragen, denn der nimmt sie nicht ernst.

» Fugasi » Beiträge: 1877 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Hört Deine Freundin einfach auf, Insulin zu spritzen, wird sie eines Tages vermutlich in ein diabetisches Koma landen, weil der Körper ihren Blutzucker nicht regulieren kann. Denn dazu dient der Blutzucker ja. Der Prozess ist eher schleichend und lang andauernd, vorher kann es zu einem stetigen Abfall der Arbeit von Organen kommen, ich denke da jetzt nur an die Nieren, die vermutlich am ehesten darunter leiden. Weiter geht es mit Augen, Nerven und dem Herzen. Man sollte Deiner Freundin unbedingt bewusst machen, dass es leider keine Alternative zum Insulin gibt, selbst, wenn sie nur Tabletten nimmt, können die nicht ausreichen, wenn sie nun beispielsweise Typ I-Diabetes hat. Aber auch bei Typ II-Diabetes ist es allein nicht damit getan, nun komplett auf Tabletten umzusteigen.

Dass Deine Freundin sich mit dem Insulin unwohl fühlt, kann durchaus an der Art der Herstellung des Insulins liegen oder auch an den anderen Stoffen. Kein Insulin besteht zu 100% aus Insulin, sondern auch aus anderen Inhaltsstoffen. Man müsste also abklären, ob es vielleicht an einem weiteren Inhaltsstoff liegt, dass Deine Freundin sich damit unwohl fühlt.

Dazu bedarf es natürlich auch einen Arzt, den man vertraut. Tut der jetzige Arzt Deiner Freundin nicht gut, sollte sie einen Arztwechsel in Betracht ziehen. Damit hat sie die Chance, auch ernst genommen zu werden und vielleicht eine Alternative dazu, Insulin zu spritzen, sofern es eben nicht der Typ I-Diabetes ist. Bei Typ I-Diabetes kann dann ein anderes Insulin in Frage kommen oder aber, weil das Spritzen durchaus einschränkend wirken kann, könnte eine Insulinpumpe in Frage kommen. Da muss man sich zwar auch kümmern und hat etwas mehr Aufwand, aber man setzt sich eben nicht mehr täglich mehrmals eine Nadel. Weiteres kann aber auch dann der hoffentlich andere Arzt in Betracht ziehen.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


Deine Freundin spielt mit ihrem Leben. Ich würde ihr als Freundin das dringend klar machen. Wenn sie ihrem Arzt nicht vertraut, sollte sie zu einem Arzt wechseln,der er ihr die Notwendigkeit des Insulins vielleicht besser klarmachen kann. Wenn sie Insulin verschrieben bekommen hat, hat das ja den Grund, dass ihr Körper anscheinend zu wenig Insulin herstellt. Sie hat also dauernd zu viel Zucker im Blut und ihr Körper wird das irgendwann nicht mehr verkraften.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Problematisch ist, dass Sie sich offenbar nicht im Klaren ist, dass ihr Leben an dieser Spritze hängt. Ihr Diabetes wird sie früher oder später umbringen wenn Sie das Insulin einfach nicht mehr nimmt. Selbstverständlich werden auch die Symptome wie Durst, häufiges Wasserlassen und Unwohlsein wieder kommen.

Wenn Sie nicht einsichtig ist, dann kann ein Anruf beim psychosozialen Notdienst angebracht sein: Nun kann man nämlich von suizidalen Absichten sprechen. Nächster Halt : Psychiatrie. Natürlich sollte der erste Schritt ein intensives Gespräch sein, mit der Sie zu Verstand kommen soll.

» TuDios » Beiträge: 1475 » Talkpoints: 4,83 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Also einfach so absetzen sollte man das Insulin nicht. Auf keinen Fall, denn wenn sie schon Insulin spritzt dann werden ihre Werte wohl so hoch sein das man es auch mit Tabletten oder Ernährung nicht mehr in den Griff bekommt. Wenn es ihr mit dem Insulin gut geht, warum will sie es dann absetzen?

Sicher nervt das ständige Messen und Spritzen, aber man ist einfach darauf angewiesen. Das würde ich ihr unbedingt klar machen. Vielleicht hilft auch noch mal eine Diabetikerschulung und ein anderer Arzt damit ihr das klar wird.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Insulin und Diabetes könnte heutzutage echt ein eigenes Studium werden, so weit sind die Erkenntnisse also schon. Eine ausführliche Aufklärung diebezüglich wird sie wohl bei ihrem Hausarzt nur dann kriegen, wenn sie einen gesonderten Termin mit ihm vereinbart, weil man die Folgen, die Pathomechanismen und alles drum und dran nicht innerhalb von 20-30 Minuten vermitteln kann, erst Recht nicht in der Art, wie sie die Patienten verstehen sollen. Aber auch ein psychologische Gespräch könnte ihr die Augen öffnen, in was für eine Gefahr sie sich begibt, wenn sie eigenständig das Insulin absetzt.

Diese Denkweise, dass es einem unter Medikation doch gut gehe und man die Medikamente deswegen absetzen wolle, halte ich für nicht nachvollziehbar und irgendwo auch haltlos: Hat sich deine Freundin schonmal die Frage gestellt, wieso es ihr überhaupt im jetzigen Moment so gut geht? Auch schonmal daran gedacht, dass es am Insulin liegt, was sie sich noch injiziert? Da sollte man die Leute dann daran erinnern, wie es ihnen denn ging, bevor sie die Medikamente hatten und wie elend es ihnen dabei ging. Die Besserung ist auf die Medikation zurückzuführen und das sollte man den Leuten klarmachen bzw. versuchen, dass sie sich diese Tatsache selbst klarmachen. Wie heißt es so schön "never change a winning team", gilt auch in diesem Zusammenhang.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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