Wie gefährlich ist eine gespaltene Persönlichkeit?

vom 22.09.2012, 21:45 Uhr

Wenn ich im Fernsehen gespaltene Persönlichkeiten sehe, dann sind es oft Krimis oder eher Psychothriller. Deswegen denkt man ja, dass so eine gespaltene Persönlichkeit etwas gefährliches hat. Eine dieser Persönlichkeiten in einem derart kranken Menschen ist dann immer der Böse und einer der Gute. Aber wie gefährlich sind gespaltene Persönlichkeiten wirklich? Muss man immer vorsichtig sein, wenn einem ein Mensch mit einer gespaltenen Persönlichkeit begegnet?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ja, diese Krankheiten sind, wie viele andere die Psyche verändernde Krankheiten sehr gefährlich. Sie ist aber weniger gefährlich für Dich, als für die Person, die erkrankt ist. Was aber nicht bedeutet, dass Du nicht aufpassen musst. Die ganze Thematik aufzurollen, ist ein wenig zu komplex, ich gebe Dir erstmal einen kleinen Einblick, weil das wirklich eine gute Frage ist.

In den Medien wird sich durch das Gut/Böse meiner Meinung fast ein bisschen lustig gemacht über diese Menschen. So ausgeprägt wäre die Krankheit gar nicht so problematisch. In der Realität kommt es bei an Schizophrenie erkrankten Menschen oft zu plötzlichen Halluzinationen, die häufig schreckliche Erinnerung hervorrufen und die Erkrankten so sehr ängstigen, dass eine unberechenbare Situation entsteht. In einem fortgeschrittenen Stadium kommt es zur kompletten Abkapselung der Persönlichkeit mit Bewusstseintrennung. Zwei Beispiele:

Eine erkrankte Person hat zwei Persönlichkeiten. Person A und B. Während sie Person A ist, ist sie mit Dir befreundet, als Person A hat sie dich auch kennengelernt. Du bist bei ihr zu Besuch und gehst auf die Toilette. Während Du weg bist, wechselt sich der Zustand durch irgendwelche Faktoren und sie ist Person B. Als Du in das Zimmer kommst, erkennt sie Dich nicht und nimmt Dich als Einbrecher war. Das ist schwer vorstellbar, aber in diesem Szenario bist Du logischerweise die, die in Gefahr ist.

Schlimmer ist ein Beispiel, das ich selbst erlebt habe. Eine Patienten hatte die Vorstellung, unter allen Möbeln verstecken sich Menschen. Sie hatte ständige Angst sich auf Stühle zu setzen, auf das Bett, an Schränke mit Beinen heranzutreten, in der Angst, es könnte sie jemand angreifen, der unter diesen Möbeln ist. Verstärkt wurde das Symptombild dadurch, das sie unter Verfolgungswahn litt. Das kleinste Geräuscht konnte sie so erschrecken, dass sie plötzlich beiseite sprang, an ein Möbelstück zu nah herantrat und sich das so sehr hochschaukelte, dass sie bewusstlos wurde oder in akute Herzinfarktgefahr kam. Abgeschlossen wurde diese Dramatik dadurch, dass ihre Psyche diese ständigen Angstzustände mit einer zweiten "Persönlichkeit" ausglich, die die erste "Persönlichkeit" zu schützen versucht, die Möbel umwarf, alles sprichwörtlich kurz und klein schlug und sich dabei selbst verletzte. Diese Fälle, wenn auch nicht so ausgeprägt, sind wesentlich häufiger und für die Person selbst sehr gefährlich.

Da Du aber nie weißt, wer erkrankt ist, in welcher Form und wie stark, kann man nicht pauschal sagen "wenn du jemanden triffst, der daran erkrankt ist, mach das und das und das". Wenn die Krankheit sehr auffällig ist, sollte man vorsichtig sein, keine großen Überraschungen oder Erschreck-Streiche spielen und einfach versuchen, keine unruhige oder negative Energie auszutrahlen. Pauschal ist das aber wirklich schwer zu sagen, weil es auch viele Menschen gibt, mit denen man normal umgehen kann.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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