Verleiten manche Berufe zur Hypochondrie?
Seit einem Jahr arbeitet meine beste Freundin, mit der ich auch zusammen lebe, nun im Kindergarten. Direkt nach Beendigung des Studiums hat sie dort gestartet und auch jede Erzieherin sagte ihr sofort, dass sie jetzt erstmal jeden Virus und jeder Erkrankung mitschleppen wird und genauso war es auch. Sie war ewig oft erkältet im ersten halben Jahr und hatte mehrere Magen-Darm-Erkrankungen. Es war nie wirklich extrem schlimm, sie war halt krank und ein paar Tag flachgelegt und konnte meist schon am 4. Tag wieder arbeiten gehen. Es ging also noch und manche Erzieher hatten es ihr sogar noch schlimmer prophezeit gehabt.
Im zweiten halben Jahr jetzt war sie schon viel weniger krank. Einmal Magen Darm und einmal Angina. Das war im Vergleich zu davor nicht wirklich viel, aber es hat sich jetzt ganz klar eine Tendenz abgezeichnet. Sie kommt immer nach Hause und sagt als erstes welche Krankheiten die Kinder derzeit alle haben und murmelt dann so etwas wie toi toi toi. Letztens war sie wegen etwas aufgeregt und bekam leichten Durchfall und gleich richtig Panik sie könnte Magen Darm haben, davon war sie sogar schon vorher ausgegangen, weil die Krankheit in der Kita grassierte. Aber viel erschreckender finde ich, dass sie sich mehrfach die Woche an den Hals fasst und meint sie bekommt Halsschmerzen, oder das etwas ganz besonders schlimm an ihr sei und das verwirre sie sehr und sie müsse sich damit auseinandersetzen. Erschreckend wurde es dann als sie vor 3 Tagen ins Bad rannte mit einer Taschenlampe um in ihren Hals zu schauen um nachzuschauen warum ihr Hals so schmerze.
Meine Beste und ich haben inzwischen darüber geredet und sie ging selbst in sich, dass ihr die Aufmerksamheit wohl auch gefiele und das sie nun selber merke, dass das schon ganz schön weit geht. Aber kann es nun sein, dass manche Berufe durch diesen ständigen Krankheitskontakt förmlich zur leichten Hypochondrie verleiten? Kennt ihr vielleicht selber so etwas?
Ich kenne lustigerweise einen Arzt, der in meinen Augen ein bisschen hypochondrisch ist. Es ist der Mann einer Freundin. Wir sind dort öfters zum Essen eingeladen und meistens hat er irgendetwas, was ihm Sorgen macht. Zuletzt hatte er sich dauernd mit einem Leberfleck an seinem Arm beschäftigt und überlegte, ob er wohl größer geworden sei. Meistens sind es Hauterscheinungen, um die er sich Gedanken macht. Er hat offensichtlich aus irgendwelchen Gründen Angst vor Hautkrebs. Vielleicht gab es ja einen Fall in d seiner Familie, dass er da so überempfindlich ist.
Ich kenne aber viel Leute in sozialen Berufen, die viel mit Kranken zusammen sind, wie Lehrer und Schwestern, die überhaupt nicht hypochondrisch veranlagt sind und ganz selten krank sind.
Sicherlich gibt es Betufe, bei denen man sich schneller Krankheiten ausmalt oder sich eben vorstellt diese bald zu bekommen und vielleicht dann auch gar nichts hat und damit alle Menschen verrückt macht.
Aber man muss nicht unbedingt arbeiten um so zu werden. Ich kenne eine Frau, die immer wieder versucht mit erfundenen Krankheiten Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie redet dann immer wieder mit meinem Partner, der halt Medizin studiert und erfragt im Gespräch dann immer wieder neue Krankheiten auf ihre angeblichen Symptome. Man bekommt eben Aufmerksamkeit durch eine Krankheit und vielen reicht das um dann eben auch mal so zu tun, als wären sie krank.
Hypohonder zeichnen sich ja besonders dadurch aus, dass sie eben auch meinen sie wären krank, obwohl kein Grund zu dieser Annahme besteht, sie sind an sich eben einfach übervorsichtig. Wenn man jetzt aber in einem Kindergarten arbeitet und dort quasi täglich Kontakt zu kranken Kindern hat, dann finde ich die Vorsicht und Angst krank zu werden ehrlich gesagt schon berechtigt. Immerhin ist die Wahrscheinlichkeit an einigen Krankheiten zu erkranken auch nur dann gegeben, wenn man mit entsprechend erkrankten Kontakt hat und das ist in deinem Kindergarten zweifellos der Fall. Nachlässig sollte man da also nicht unbedingt sein.
Und wenn deine Bekannte auch schon Erfahrungen mit solchen Ansteckungen hatte, dann finde ich es ehrlich gesagt nicht weiter verwunderlich, dass sie jetzt auch schon auf kleine Anzeichen reagiert und dagegen vorgeht. Als Außenstehender mag einem das zwar nicht so schlimm vorkommen, aber ich selbst hatte während meines ganzen Lebens vielleicht zweimal Magen-Darm-Grippe und mir fällt es daher doch sehr schwer mir vorzustellen, wie jemand das mehrmals im Jahr haben kann. Das man dann Angst vor einer erneuten Erkrankung hat, wenn man kleinere Anzeichen bemerkt, verstehe ich daher absolut.
Ich selbst kenne sowas nur aus abgeschwächter Form, nämlich achte ich auch schon auf kleinste Anzeichen, wenn jemand in meiner Umgebung erkrankt ist. Hat jemand aus der Familie eine Erkältung, Grippe oder sonst irgendwas in der Richtung, dann mache ich mir natürlich auch Sorgen, davon angesteckt zu werden und wenn ich dann Bauch- oder Halsschmerzen habe, gehen bei mir auch sofort alle Alarmglocken los und ich mache mir Sorgen, um meine Gesundheit. Ich finde das aber nicht weiter bedenklich, es ist einfach normal, weil einem die Ansteckungsgefahr durchaus bewusst ist.
Hypochondrie zeichnet sich doch durch eingebildete Krankheiten aus, aber nicht durch die Angst, sich anzustecken. Wenn ich Deinen Beitrag richtig verstanden habe, pichimaus, hat Deine Freundin durch die Erfahrungen zu Beginn einfach die Befürchtung, dass es immer so weitergeht. Ich aber kann Deine Freundin wirklich beruhigen, mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran, vor allem, wenn das Immunsystem an sich noch in Ordnung ist. Jedenfalls braucht sie sich da keine Gedanken zu machen, ich kann aber sagen, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher im Laufe der Zeit sich nicht an allem ansteckt, was die Kinder anschleppen. Dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen, ist gerade im Anfang die Ansteckungsgefahr recht groß.
Ob es nun Berufe gibt, die besonders Hypochonder hervorrufen, kann ich gar nicht so sagen und ich glaube es auch nicht. Wenn, dann würde ich so etwas mehr der medizinischen Branche zuordnen, weil man da als Arzt, Arzthelferin und Krankenpfleger/innen einfach mehr mitbekommt. Wenn man dann sieht, wie schnell leichte Symptome zu schwierigen Krankheiten sich entwickeln, ist es doch schon etwas, was einen beeinflussen kann.
Letztendlich kommt es doch mehr auf den Menschen an und wie schon geschrieben wurde, was er denn mit einer eingebildeten Krankheit bezweckt. Ist es eine reine Angst, oder ist es auch so, dass man Aufmerksamkeit haben möchte? Bildet man sich vielleicht auch eine Krankheit ein, um nicht zur Arbeit, zur Schule, in die Universität gehen zu müssen? Aber das hat wohl nichts mit den Berufszweigen als solche zu tun. Wobei auch mal Statistiken veröffentlicht wurden, die besagen, welche Berufe besonders viele Fehltage haben - ob die Krankheitstage tatsächlich stattfanden oder sie vorgetäuscht waren, ist mir nicht bekannt.
*steph* hat geschrieben:Hypochondrie zeichnet sich doch durch eingebildete Krankheiten aus, aber nicht durch die Angst, sich anzustecken. Wenn ich Deinen Beitrag richtig verstanden habe, pichimaus, hat Deine Freundin durch die Erfahrungen zu Beginn einfach die Befürchtung, dass es immer so weitergeht. Ich aber kann Deine Freundin wirklich beruhigen, mit der Zeit gewöhnt sich der Körper daran, vor allem, wenn das Immunsystem an sich noch in Ordnung ist. Jedenfalls braucht sie sich da keine Gedanken zu machen, ich kann aber sagen, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher im Laufe der Zeit sich nicht an allem ansteckt, was die Kinder anschleppen. Dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen, ist gerade im Anfang die Ansteckungsgefahr recht groß.
Ja die Angst hat sie, aber wir haben die Tage auch drüber geredet. Meine Freundin ist grundsätzlich sowieso der Typ der ganz gerne Sachen extra auf sich bezieht und sie versucht jetzt selbst auch mehr drauf zu achten, dass sie ja gar nicht krank wird. Das sie beruflich natürlich etwas anfälliger für Krankheiten ist, ist ja klar, wird mir in der Schule später ja nicht anders gehen, aber nicht jeder Nieder, oder jedes Halskratzen ist eben nicht sofort eine fette Grippe.
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