Besondere Verantwortung gegenüber einem Kind, Arzt meiden

vom 08.09.2012, 12:00 Uhr

In Symptome Übelkeit und Schwindel: Ideen was es sein könnte? schrieb die Threaderstellerin über eine Frau mit einer Tochter, die sich trotz Schwindelanfälle und Übelkeit nicht zum Arzt traut. Zwar wurden die Gründe dort nicht benannt, aber gerade, wenn ein Kind im Spiel ist, hat man doch eine ganz andere Verantwortung. Gerade dann will man doch eigentlich wissen, was mit einem los ist und man möchte ja auch weiterhin für sein Kind da sein. Wenn man sich aber mit Symptomen herumschlägt, die nicht abgeklärt sind, wenn man so etwas nicht beachtet, ist man meiner persönlichen Meinung nach unverantwortlich, oder? Jedenfalls würde ich es so empfinden.

Meint Ihr nicht auch, dass man als Mutter, aber auch als Vater dem Kind gegenüber eine Verantwortung hat und immer wieder auftretende Erkrankungen oder immer wiederkehrendes Unwohlsein abklären sollte? Lässt sich so etwas wirklich verdrängen?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Im Prinzip stimme ich Dir schon zu, dass man Symptome bei einem Kind abklären sollte. Das trifft insbesondere dann zu, wenn diese neu aufgetreten sind. In dem konkreten Fall, wo es um Schwindel geht, fühle ich mich sogar etwas an meine eigene Kindheit erinnert. Mit etwa 12 Jahren bin ich auch mal umgekippt und danach ist das noch ein paar weitere Male passiert. Ich bin deswegen auch nicht zum Arzt gegangen, weil eigentlich klar war, warum das passiert ist: zu niedriger Blutdruck, nichts gegessen und zu lange gestanden. Vor einiger Zeit hatte ich auch mal einen leichten Dreh- und Lagerungsschwindel, den habe ich anhand einer Anleitung aus dem Internet selbst behandelt. Es gibt da nämlich ein paar Einfache Bewegungstherapien, wo man die kleinen Steinchen im Ohr, die sich da verirrt haben, zurück an ihre eigentliche Lage bringt. Danach waren die Symptome weg.

Vor einigen Jahren hatte ich auch mal einen Knubbel in der Achsel und wenn man das googelt, findet man ja sonstwas für schlimme Krankheiten. Und als ich dann total verängstigt zum Arzt gegangen bin, meinte der, dass das ein Pickel unter der Haut ist. War es auch, ging dann wieder von alleine weg. Da war es mir nachher total peinlich, dass ich gewissermaßen wegen einem Pickel zum Arzt gegangen war. Ebenso hatte ich als Kind ab und an Herzschmerzen und das habe ich meiner Mutter auch gesagt und sie meinte, das komme von meinen Wirbeln und dem vielen Sitzen. Und wie Ihr aus anderen Beiträgen hier von mir wisst, war ich ja neulich genau wegen der gleichen Symptome beim Arzt und die Diagnose stimmte mit der Aussage meiner Mutter überein: Verspannungen der Wirbel, sodass ich nun ja auch Physiotherapie verordnet bekam.

Nun ist meine Mutter auch keine Ärztin, sie hat aber beruflich ein wenig mit Medizin zu tun. So hatte ich als Kind zahlreiche Zipperlein und bin deswegen nicht zum Arzt gegangen, weil ich auch ein bisschen zu Psychosomatik neige, also ich bemerke irgendwelche Symptome, die eigentlich nicht schlimm sind und habe mich da als Kind manchmal so hineingesteigert, dass es gut war, dass meine Mutter mich dann wieder etwas auf den Boden zurückgeholt hat und ich eben nicht andauernd zum Arzt gegangen bin. Das wäre hinterher nur peinlich gewesen, wenn jedes Mal nichts gefunden wird. Und ich habe einen Bekannten, der hat sich wegen Kopfschmerzen ins Krankenhaus einliefern lassen, nachdem der Hausarzt nichts finden konnte. Und im Krankenhaus wurde trotz zahlreicher Untersuchungen (und manche sind ja auch schmerzhaft, etwa wenn Flüssigkeit aus dem Rückenmark entnommen wird) nichts gefunden und das auf psychosomatische Ursachen geschoben. Er hatte sich vorher völlig verrückt gemacht und auch an sonstwie schlimme Krankheiten gedacht und diese Sorge den Ärzten auch mitgeteilt, wobei die sich dann zum Schluss selbst schon ein wenig darüber amüsiert haben, dass er eben der festen Überzeugung war, schwer krank zu sein.

Ich will damit nicht sagen, dass man nicht zum Arzt gehen soll, wenn man Beschwerden hat. Aber es gibt gewisse Symptome, die betreffen eigentlich fast jeden irgendwann einmal. Kopfschmerzen etwas sind doch mehr oder weniger schon eine Volkskrankheit und auch Schwindel erleben viele ab und an. Es ist nicht förderlich, den Leuten einzureden, man steh gewissermaßen schon am Türchen zum Jenseits, wenn man damit nicht gleich zum Arzt geht. Viele Symptome treten eben manchmal auf und gehen dann auch wieder, ohne dass es da einen Grund geben muss. Wenn man mal genau in seinen Körper hineinhorcht, wird man da vieles finden, was sich komisch anfühlt, etwas weh tut usw. Aber Beschwerden müssen nicht immer eine Ursache haben und auch Menschen, die eigentlich keinen Stress haben und nicht depressiv sind, können trotzdem psychosomatische Symptome entwickeln. In dem Fall ist es gut, nicht ständig zum Arzt zu gehen.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


@Zitronengras: Hier geht es doch eher darum, dass man als Mutter zum Arzt gehen sollte, wenn man an sich selber nicht gut fühlt, weil man eben die Verantwortung für ein Kind hat. Hier geht es ja nicht darum, dass man mit Kindern immer zum Arzt gehen sollte.

Was die Verantwortung betrifft, die man hat, wenn man Mutter hat, ist es ganz klar so, dass man alles machen sollte um eben lange für das Kind da zu sein, weil man ja auch eine Verantwortung dem Kind gegenüber hat. Deswegen ist es schon sinnvoll, wenn man auch bei eigenen Beschwerden immer den Arzt aufsucht, was aber leichter gesagt ist als getan.

Ich bin selber Mutter und ich war äußerst selten beim Arzt. Auch Beschwerden habe ich mir immer weggeredet. An die Kinder habe ich zwar immer gedacht, aber irgendwie hat man, denke ich, auch Angst vor einer Diagnose, die einem sagt, dass man eben nicht mehr so lange für die Kinder da sein kann. ich bin ein Mensch, der den Gang zum Arzt hasst und auch immer erst versucht selber zu therapieren. Aber man sollte wirklich eher daran denken, dass man Verantwortung hat und dass man eben auch lange für seine Kinder da sein will und muss.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



@Diamante: Ich denke schon, dass es vergleichbar ist. Denn ob man nun Verantwortung gegenüber einem Kind in dem Sinne hat, dass man es selbst zum Arzt bringt oder das eben nicht tut oder ob man eigene gesundheitliche Probleme meint – in beiden Fällen wirkt sich das direkt auf das Wahrnehmen einer Verantwortung aus. Zudem steht ja die Frage im Raum, ob es um Symptome einer schweren Krankheit oder nur um Zipperlein geht. Dass die Phase, in der ich Zipperlein hatte, dann eben in meiner Kindheit lag und nicht im Erwachsenenalter, schmälert aber die Vergleichbarkeit nicht. Denn die grundsätzliche Frage (Arzt oder nicht) ist gleich.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von ten points am 08.09.2012, 13:17, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Ich finde schon, dass es einen Unterschied gibt, ob man mit einem Kind nicht zum Arzt geht und selber behandelt oder es nicht für so schlimm befindet, als wenn man als Elternteil, egal, ob es Mutter oder Vater ist, den Arzt meidet. Als Eltern schaut man einfach nicht so sehr darauf, dass es einem selber gut geht, sondern nur, dass es den Kindern gut geht. Dass es den Kindern aber gut geht, wenn es den Eltern gut geht verdrängt man, wenn man irgendwelche Beschwerden hat.

Ich denke daher, dass es wichtig ist, dass man als Elternteil viel mehr sehen muss, dass es einem selber gut geht und dazu gehört es auch, dass man einfach den Arzt aufsucht, wenn es einem schlecht geht. Denn die Verantwortung ist groß und man will ja für das Kind so lange es eben geht auch da sein.

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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