Blutzucker 500: Alterszucker bekommen

vom 10.12.2009, 23:29 Uhr

Mein Vater weiß seit kurzer Zeit, das er unter Alterszucker leidet, der auch behandelt werden muss. Für uns ist das alles noch neu, weil diese Krankheit bei uns bisher noch keiner hatte. Neulich zum Beispiel hatte er Blutzucker 500 und ich konnte in seinen Unterlagen nichts dazu finden, ob er dann spritzen muss oder nicht und wenn ja wie viel.

Gibt es für Laien nicht eine Möglichkeit sich in dieser Krankheit und dem Umgang damit erst einmal in Ruhe unterweisen zu lassen? Der Hausarzt hat zwar vieles erklärt, aber das ging uns dann doch alles etwas zu schnell, als das wir alles noch genau wüssten.

» Tremby » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Es ist eigentlich ganz einfach. Ein Blutzuckerwert von 80 mg/dl bis 120 mg/dl ist normal. Wenn der Wert drüber liegt, z.B. 500, was ein verdammt hoher Wert ist, dann spritzt man ein bisschen Insulin. Normalerweise ist schon ein Korrekturfaktor bestimmt worden. Korrekturfaktor bedeutet wie viel Insulin man für einen bestimmten Fall (von fallen) des Zuckers bewirken will. Z.B. 1 Einheit Insulin um den Zucker um 50 mg/dl zu senken.

Was sehr wichtig bei solchen Werten ist mithilfe von Ketosticks zu messen ob eine Ketoazidose vorliegt. Dann sollte man auf jeden Fall etwas mehr Insulin spritzen, auf Sport verzichten und sich auf keinen Fall schlafen legen.

» Dima » Beiträge: 22 » Talkpoints: 11,34 »


So schnell und kurz lässt sich das Thema Altersdiabetes nicht abhandelen. Am besten dein Vater geht noch einmal zu seine Hausarzt. Der hat normalerweise auch Broschüren, in denen dein Vater alles wichtige nachlesen kann. Oder er geht in eine Apotheke, dort wird man ihm sicherlich auch weiterhelfen können, indem man ihm etwas zu lesen mitgibt, so dass er einen Überblick über seine Krankheit bekommt.

@Dima
Du hast vergessen zu erwähnen, dass der Blutzuckerspiegel direkt nach dem Essen (und auch bis 2 Stunden danach) sehr viel höher liegt, da der Körper ja gerade Nahrung aufgenommen hat. Da wären Werte um die 500 durchaus vorstellbar. Es kommt also durchaus auch darauf an, zu welchen Zeiten der Blutzucker gemessen wird. Werte von 80-120mg/dl gelten für den Nüchternblutzucker, also direkt nach dem Aufstehen, Werte bis 150mg/dl wären Normalwerte für den Blutzucker, wenn man 2 Stunden nach einer Mahlzeit ist, wo man natürlich in der Zwischenzeit keine weitere Zwischenmahlzeit zu sich genommen haben sollte, denn sonst stimmen diese Angaben natürlich nicht mehr.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Hier muss wohl ganz dringend eine Schulung her, und wenn sich nicht genügend Teilnehmer finden, ist eine Einzelschulung genauso sinnvoll, wie eine Therapie bei einem Diabetologen oder bei einem Internisten. Dort lernt man auch mit sehr hohen Werten umzugehen, wobei dieser Wert von 500 jetzt irgendwie merkwürdig ist. Wenn, dann wären es 500 mg/dl und ich muss sagen, dass dieser Wert eigentlich bei keinem Typ 2-Diabetiker auftritt, sondern maximal bei Typ 1-Diabetikern, die die ganze Zeit kein Insulin zu sich genommen haben und auch viel gegessen und getrunken haben, was eigentlich insulinpflichtig ist.

500 mg/dl sollte man auch nicht von jetzt auf gleich weg spritzen, sondern Stück für Stück herunter gespritzt werden. Ein solcher Abstand, also von 500 mg/dl auf einen Normalwert bis zu 120 oder 130 mg/dl kann auch auf die Augen gehen und damit sollte man absolut vorsichtig sein. Dennoch bin ich erstaunt, dass ein Mann mit Alterszucker einen solchen Wert erreicht haben soll. Wurde denn ordnungsgemäß der Finger gewaschen und getrocknet, oder eben die Blutentnahmestelle?

Ein Wert von 500 mg/dl klingt schon nach einer absoluten Insulin-Armut und das kann bei einem Typ 2-Diabetes nicht auftreten. Man sollte dann bei diesem Wert doch mal darum bitten, zu überprüfen, ob es sich nicht um einen verspäteten Typ 1-Diabetes handelt. So etwas gibt es ja auch, genauso wie schon Kinder und Jugendliche an einem Alterszucker, also dem Typ 2-Diabetes, erkranken können.

Als Laie kann man sich natürlich im Internet informieren, aber ich finde es eigentlich auch immer ganz gut, wenn man als Partner oder wie hier als Familienmitglied an einer oben erwähnten Schulung mit teilnimmt. Auch gibt es Selbsthilfegruppen, an die man sich wenden kann, und die man besuchen kann. Bei der Krankenkasse und in der Apotheke dürfte man auch an einige Informationen herankommen plus natürlich die Arztpraxis beziehungsweise einen Spezialisten selbst.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



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