Kosten orthopädischer Schuheinlagen eine Kassenleistung?
Mein kleiner Bruder und auch ich werden wohl Schuheinlagen brauchen, weil wir mit dem Fuß immer nach innen laufen. Nun meinte meine Mutter, dass das wohl die Kasse bezahlen würde, weil wir noch minderjährig sind. Ich werde erst am Ende des Jahres volljährig und mein Bruder ist noch in der Grundschule.
Meine Tante meinte, dass man ab 16 alles selber bezahlen muss und auch bei Kindern was bei bezahlen muss für solche Einlagen. Stimmt das? Was bezahlt normalerweise die gesetzliche Krankenkasse dabei. Da meine Mutter wahrscheinlich auch Einlagen braucht, muss meine Mutter diese Einlagen komplett selber zahlen?
Ich bin ja schon volljährig und habe auch schon zwei mal Schuheinlagen von meinem Arzt verordnet bekommen. Das ist natürlich die Voraussetzung dafür, dass die Kasse diese bezahlt. Bei mir wurden die Einlagen auch nicht komplett bezahlt, sondern ich musste einen Anteil selber bezahlen. Das war aber natürlich sehr viel günstiger, als wenn ich die Enlagen selber gekauft hätte. Wie es jetzt bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren geregelt ist, weiß ich leider nicht.
Ich kann mir schon vorstellen, dass auch dabei vielleicht ein kleiner Betrag selber bezahlt werden muss, aber es kommt sicher auch darauf an, welche Einlagen man genau braucht und wie teuer diese sind. Ich würde einfach mal im Sanitätshaus nachfragen, dort müsste man es doch genau wissen, welche Kosten eventuell auf euch zukommen.
Ich bin auch bereits volljährig, aber kann dich dennoch etwas beruhigen, denn allerhöchstens liegt die Zuzahlung für orthopädische Einlagen bei 30 Euro. Es kommt ganz darauf an, was du dir an Material aussuchst. Ich bezahle meist nur 10 Euro. Zweimal im Jahr kannst du dir welche von deinem Hausarzt verschreiben lassen.
Es gibt bei der Kassenversorgung zum einen Festbeträge, die der Orthopädieschuhtechniker bzw. das Sanitätshaus bekommen. Dieser Betrag liegt um die 90,--€ pro Paar. In der Regel hat sich das Prinzip eingespielt, das sich das Sanitätshaus die eigentlichen Kosten der Einlagen vom Patienten bezahlen lässt. Bei Erwachsenen kommen dann noch 5,00 € Rezeptgebühr hinzu.
Die meisten Sanitätshäuser kaufen die Einlagen fix und fertig ein,- bevorzugt die billigen aus Weichschaum.
Diese werden von unten etwas angeschliffen und dann als Sonderanfertigung an den Patienten weiter gereicht,
der merkts eh nicht. Derartige Weichschaumeinlagen oder auch die einfachen Kork- Leder Einlagen kosten bis
zu 30,--€ im Einkauf. Dementsprechend liegt der Zuzahlungsbetrag dann auch oft bei 30,--€. Das Geld, was die Kassen zahlen, ist dann der Reibach.
Mit diesem System wird ein Milliardenumsatz gemacht, darum wird auch keine Rücksicht darauf genommen, ob
die Einlagen hilfreich sind oder nicht. Ich habe sehr häufig schon Kinder und Jugendliche bei mir gehabt, die sogar schädliche Einlagen bekommen haben,- etwa einfache Weichschaumeinlagen bei Knickfüßen. Es ist eine Schande, was da getrieben wird! Leider spielen die Kassen dieses miese Spielchen gerne mit, obwohl es nur auf erster Sicht Kosten spart.
@Fussverbieger, wenn das überall so wäre, wie du schreibst, verstehe ich nicht, wenn schon die Krankenkassen das Spiel durchschaut haben und mitmachen, dass dann auch der Orthopäde, der die Dinger verschreibt, alles absegnet. Denn er verschreibt nicht nur, sondern sieht sich die Einlagen auch später an bei den Patienten. Wie kann es dann sein, dass der nichts merkt? Oder ist er auch am Umsatz beteiligt?
Ich habe mir aufgrund deiner Zeilen meine Einlagen mal angesehen. Die sind weder ganz aus Kork noch aus Weichschaum. Vorne im Bereich der Zehen ist die Einlage weich und biegsam, aber unter dem Fuß ist eine harte Lage, die sich nicht verbiegen oder bewegen lässt. Welches Material da eingearbeitet wurde, weiß ich nicht. Aber keinesfalls ein von dir genanntes. Somit kann deine Theorie wohl nicht immer stimmen. Vielleicht gibt es tatsächlich einzelne Sanitätshäuser, die so handeln, aber anscheinend das von mir besuchte eben nicht. Ich weiß allerdings auch nicht mehr, was ich zuzahlen musste.
Cid hat geschrieben:@Fussverbieger, wenn das überall so wäre, wie du schreibst, verstehe ich nicht, wenn schon die Krankenkassen das Spiel durchschaut haben und mitmachen, dass dann auch der Orthopäde, der die Dinger verschreibt, alles absegnet. Denn er verschreibt nicht nur, sondern sieht sich die Einlagen auch später an bei den Patienten. Wie kann es dann sein, dass der nichts merkt? Oder ist er auch am Umsatz beteiligt?
Ich habe mir aufgrund deiner Zeilen meine Einlagen mal angesehen. Die sind weder ganz aus Kork noch aus Weichschaum. Vorne im Bereich der Zehen ist die Einlage weich und biegsam, aber unter dem Fuß ist eine harte Lage, die sich nicht verbiegen oder bewegen lässt. Welches Material da eingearbeitet wurde, weiß ich nicht. Aber keinesfalls ein von dir genanntes. Somit kann deine Theorie wohl nicht immer stimmen. Vielleicht gibt es tatsächlich einzelne Sanitätshäuser, die so handeln, aber anscheinend das von mir besuchte eben nicht. Ich weiß allerdings auch nicht mehr, was ich zuzahlen musste.
Warum die Krankenkassen dieses miese Spiel mitspielen, kann ich mir auch nicht wirklich erklären. Ich kann mir nur vorstellen, das das was mit Kosten und Desinteresse zu tun hat. Warum manche Orthopäden dieses Spielchen unterstützen, kann auch nur mit Provisionszahlungen im Zusammenhang stehen (wir wissen ja nun dank der ARD Sendung Report und anderen Wirtschafts- Politsendungen), dass Provisonszahlungen alltäglich sind. So können sich auch die zahlreichen unnötigen Operationen an Knick- Senkfüßen und Knien von Kindern und Jugendlichen erklären lassen.
Nicht jedes Sanitätshaus und nicht jeder kleine Orthopädieschuhtechnikbetrieb spielt dieses miese Spielchen mit den Weichschaumeinlagen mit. Aber leider ist die Tendenz ist leider steigend, darum gibt es halt die Seiten, die darüber aufklären sollen ... Weichschaumeinlagen sind wirklich die am meisten verbreitesten,- ich weiß das aus der eigenen Praxis und nicht nur durch meine eigenen Einlagen (die ich mir lieber selbst mache). Man muss heute als Patient leider sehr kritisch sein und ist immer im Vorteil, wenn man vorab informiert ist! Ich hätte schon einen Herzschrittmacher, wenn ich mich nicht schlau gemacht hätte,- ich hätte noch immer Augenschmerzen, wenn ich nicht direkt bei Augenarzt Nr.3 gesagt hätte, dass ich eine Privatuntersuchung bevorzuge (hat nur 40,--€ extra gekostet und 100% Erfolg gehabt).
Fast jede Familie, die ihr Kind wegen Knieprobleme zu mir schickt, kommt mit einem Stapel Röntgenbilder. Dabei sind diese Aufnahmen (samt der schädlichen Strahlen) fast immer überhaupt nicht notwendig,- die Kassen honorieren das Röntgen allerdings ausgesprochen gut ... (Auch dieses stammt nicht von mir, sondern wurde von Namenhaften Redakteuren so veröffentlicht). Kurz um: Unser Gesundheitssystem ist kaputt, "bürokratisch wirtschaftsverfilzt"
Im Bereich Füße > Beine > Knie könnten die Kassen Milliardenbeträge einsparen, wenn man in den Schulen wieder eine ordentliche Versorgung einführen würde. Früher, im Dritten Reich waren gesunde Füße und eine ordentliche Körperhaltung Pflicht (wir können uns alle vorstellen warum das so war) ,- auch die DDR hat an der Praxis festgehalten. Das Ergebnis ist, dass nur sehr wenig Ostdeutsche Bürger der Geburtsjahre 1950 bis 1989 einen Fußverfall zu beklagen haben,- im Westen sind es über 70% !
Wer heute noch das volle Programm an vernünftigen, therapeutisch wirksamen Einlagen bekommt (man braucht ja bekanntlich immer mindestens drei Paar) und dazu die entsprechenden Gymnastikübungen mit auf den Weg bekommt, kann sich wirklich glücklich schätzen. Weil die ordentliche Versorgung nur noch selten angeboten wird, sammle ich über das Kinderfußforum Adressen von den Betrieben, die den Patienten mehr als nur "Kasse machen" anbieten. Freue mich zusammen mit etlichen Eltern über jeden Beitrag!
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