Einen Duft beschreiben- könnt ihr das?

vom 14.05.2012, 22:03 Uhr

Vor einigen Jahren habe ich mal Testkäufe gemacht, unter anderem in Parfümerien. Dort war ich die ideale Testkundin und musste mich nicht einmal großartig verstellen, sondern habe oft einfach nur mich selbst gespielt: Eine Kundin ohne Ahnung von den Marken, auf der Suche nach einem passenden Duft. Allerdings habe ich auch keine sehr feine Nase.

Bei der Beratung wurde ich oft gefragt, welche Art von Duft ich bevorzuge und hatte dabei ehrlich gesagt immer meine Schwierigkeiten. Viele Verkäuferin konnten oder wollten das nicht verstehen und ich erinnere mich noch gut an eine Parfümerie, wo man sich damals sowohl Zeit genommen hat, als auch super auf mich eingangen ist. Und das obwohl meine erste Reaktion auf einen vorgeschlagenen Duft etwa so war: "Riecht wie eines der billigen Deos". Dort habe ich dann aber die beste Beratung bekommen und eine Empfehlung mit der ich rundum zufrieden war.

Nun bin ich auf der Suche nach einem neuen Duft, allerdings war die Parfümerie von früher weit weg. Und ich weiß genau, dass man in vielen Parfümerie immer Meinungen und Beschreibungen erwartet, die ich so nicht liefern kann. Meine Nase funktioniert eher nach dem Prinzip "riecht gut" oder "bäh". Fragen, ob es eher was fruchtiges, blumiges, herbes oder sonstwas sein soll, kann ich absolut nicht beantworten.

Wie ist es bei euch? Könnt ihr verschiedene Duftrichtungen unterscheiden und beurteilen? Und wonach entscheidet ihr? Und welche weiteren Duftrichtungen gibt es überhaupt? Bei manchen werden ja Düfte wie Lilie oder bestimmte Früchte angeboten, jedoch fand ich bisher nicht, dass Apfel oder Melone dann auch entsprechend riechen, sondern meine Nase sagte mir eher, dass ich niemals Äpfel und Melone gegessen hätte, wenn sie so riechen würden.

Benutzeravatar

» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Das ist schwierig, ich fürchte, ich kann Düfte oder Gerüche nicht besonders gut beschreiben. Wenn man mich fragen würde, ob ich einen Duft beschreiben könne, fielen mir vermutlich nur Wörter wie "süßlich", "frisch", "aggressiv" oder "blumig" ein. Wenn ich nicht völlig ahnungslos wirken wollte, würde ich zuerst mein Lieblingsparfum googeln. In meinem Fall ist das XX von Hugo Boss und douglas.de spuckt dazu aus: Lychee, Yasmin, Basmatireis (?!) und Sandelholz. Das deutet wohl darauf hin, dass ich auf süßlich-blumige Düfte stehe und genauso würde ich meinen Geschmack einer Verkäuferin beschreiben.

Falls du also ein neues Parfum suchst, könntest der Verkäuferin in einer beliebigen Parfümerie entweder sagen, was dein früherer Lieblingsduft war oder es auf die Weise versuchen, wie ich es oben beschrieben habe.

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Um einen Duft beurteilen zu können braucht man eine feine Nase. Hier kommt es auf ganz feine Unterschiede an. Ich habe einmal in meiner langen Zeit als Zeitarbeiter bei einem Dufthersteller gearbeitet, unter anderem haben wir Marken wie Dolce & Gabbana, Gucci und andere Hergestellt. die Rezepte habe ich heute noch im Kopf. Die Zusammenstellung für den eigentlichen Duft jedoch gibt es nirgends auf Papier.

Man kann einiges heraus riechen, und vieles beurteilen wenn man sich darauf konzentriert. Wenn du das nicht so einfach auf die Reihe bekommst solltest du dir einfach einmal ein bisschen Zeit nehmen. Ruhe und vor allem viel Zeit. zerstäube den Duft, und schnuppere einfach mal, nicht auftragen, ansonsten verfälschen deine eigenen Pheromone, und dein Schweiß den Duft. Schnell wirst du die feinen Unterschiede im Geruch erkennen, und auch bald mehr über einen Duft sagen können.

Eines kann man aber ganz klar sagen. Der Film "Das Parfüm" ist schön, und ermöglicht uns einen guten Einblick in die Arbeit der frühen Parfümiere. Allerdings kann man heute nicht mehr so einfach sagen aus was sich die Düfte zusammensetzen. Natürlich haben sie auch heute noch Kopf-, Basis- und Herznote, diese lassen sich auch recht gut differenzieren. Trotzdem kann man hier nur einige Dinge sagen wie z.B. nussig, holzig, fruchtig und ähnlich. Eine genaue Zusammensetzung oder definierung eines einzelnen Duftes ist nahezu unmöglich.

Die heutigen Düfte sind hauptsächlich chemisch zusammengestellt. Hier sind viele eigentliche Öle und Duftstoffe nicht mehr vorhanden, und wurden vor allem aus Kostengründen auf chemischer Basis hergestellt. Ich kann aber ganz klar sagen das in einen Markenduft (Bodylotion) auf 500 Kilo etwa 5-25 Kilo reiner Duftstoff hinein kommen. Das hört sich nicht viel an, aber ich denke ich verstoße auch nicht gegen irgendwelche Geheimhaltungsauflagen wenn ich sage das dieses pure Zeug so genial riecht, das man am liebsten darin baden will. Allerdings sind die Container in denen das Zeug lagert gut verschlossen, und es ist nahezu unmöglich da etwas hinein oder heraus zu bekommen, geschweige denn genug um darin zu baden.

» Frank The Tank » Beiträge: 350 » Talkpoints: 44,33 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Also ich kann auch nur sagen, dass es besonders schwer ist eine Duftnote zu erklären, weil man einerseits, dafür eine sehr feine Nase braucht, die schon einmal nicht jeder besitzt und andererseits, muss man gut erklären können und sich gut mit Inhaltsstoffen auseinander setzen können.

Wenn ich mir Parfüms anschaue, lese ich dort oft Inhaltsstoffe, von denen ich nicht annähernd weiß, um was es sich handelt. Wie soll ich dann wissen, wie dieser bestimmte Stoff riecht, wenn man nicht mal den Namen jemals in seinem Leben gehört hat? Darüber hinaus ist es auch so, dass es einfach Menschen gibt, die die Nase nicht dafür haben, um etwas richtig zu riechen.

Einen Duft zu beurteilen finde ich in der Hinsicht schwer, da einem oft die Worte und Vergleiche finden, mit denen man das Parfüm halt wiederum vergleichen kann. Es bringt mir schließlich nichts, wenn mir jemand einen Duft als Inhaltsstoff nennt, den ich noch nie im Leben gehört habe. Es gibt aber natürlich auch Düfte, wo es klar ist, nach was es riecht, weil wir mit diesen Düften im Alltag zu tun haben, zum Beispiel Vanille.

Ansonsten versuche ich Düfte immer so zu beschreiben, indem ich es mit Beispielen aus der Natur und dem alltäglichen Leben vergleiche. Riecht ein Deo stark nach Alkohol, dann vergleiche ist es auch mit einem stinkenden Alkoholiker. Riecht ein Parfüm nach einer Wiese, die im Sommer vom Regen getroffen wird, so versuche ich dies auch bildlich darzustellen. Sicher gibt es auch allgemeine Floskeln, die man zur Beschreibung nutzen kann, aber letztendlich beschreibt man mit diesen jedes Parfüm gleich und das kann ja nicht sein, da Parfüms schließlich individuell sind.

Benutzeravatar

» Dennus » Beiträge: 1263 » Talkpoints: 0,61 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich kenne dein Problem mit den Duftnoten eines Parfums nur zu gut. Ich kann die Düfte auch nicht beschreiben, wenn ich danach gefragt werde. Süßlich bekomme ich vielleicht gerade noch hin, aber auch nur, weil ich diese Duftrichtung nicht ausstehen kann.

Wenn ich in eine Parfümerie gehe um mir einen neuen Duft aus zu suchen, lasse ich mich selten beraten. Ich komme schneller alleine zu meinen bevorzugten Düften. Bei den Beratungen habe ich auch oft das Gefühl, das sie einem etwas aufschwatzen wollen, was in mir Gedanken erweckt, dass sie nur auf irgendwelche Provisionen aus sind. Ich weiß jetzt natürlich nicht ob sie welche bekommen, aber wegen dem Verhalten der Verkäuferinnen kommt es mir so vor.

Eine Freundin von mir sammelt Parfüm aus Leidenschaft, manchmal schnüffel ich mich auch durch ihre Regale um ein neues Parfüm zu finden, gehe dann los und kaufe es mir.

Benutzeravatar

» Wennie4 » Beiträge: 1754 » Talkpoints: 6,72 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich kann dich da sehr gut verstehen, weil ich die Düfte auch nie so beschreiben kann. Ich habe eigentlich eine sehr gute Nase, aber ich nutze nur sehr selten Parfüm, vielleicht liegt es daran. Ich hatte mal an einem Produkttest mit verschiedenen Parfüms teilgenommen, die ich testen sollte. Dabei merkte ich erst mal richtig, wie schwer es mir fiel, die einzelnen Düfte zu unterscheiden.

In einer Parfümerie könnte ich wahrscheinlich mit einer Beratung auch nicht viel anfangen und käme selber schneller zum Ziel. Ich hätte da auch immer Bedenken, dass meine Unwissenheit oder Unbeholfenheit auf dem Gebiet ausgenutzt werden würde und mir irgendetwas angedreht würde.

Ich finde auch, dass es sehr schwierig ist, einen Duft zu beschreiben, weil einfach die Vergleiche fehlen. Wie du schon sagtest, wenn ein Duft z.B. ähnlich wie eine Frucht riechen soll, ist es bei einem künstlichen Duft doch anders als bei dem Original. So unterscheide ich eigentlich nur zwischen fruchtig und herb und alles andere kann ich dann nicht so wirklich erklären, warum ich mich für einen bestimmten Duft entscheide.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Ich kenne das auch sehr gut, dass ich einen Duft nicht beschreiben kann. Wenn ich mal so überlege, merke ich, dass ich eigentlich in den meisten Fällen eher über negative Düfte, wie von einer unsauberen Toilette oder so spreche. Wenn ich jedoch einen schönen Duft beschreiben müsste, würde ich es wahrscheinlich nicht so gut hin bekommen.

Ich kenne es immer so, dass man gut riechende Düfte sehr altmodisch und übertrieben beschreibt. Beispielsweise bei dem Film beziehungsweise dem Buch "Das Parfüm" werden Düfte so beschrieben. Zum Beispiel würde man bei einem schönen Duft vielleicht etwas sagen wie, dass etwas wie eine schwebende Rose im Sonnenlicht riecht. Diese hat wahrscheinlich keinen anderen Geruch als eine normale Rose aber es klingt eben schöner.

Benutzeravatar

» hennessy221 » Beiträge: 5132 » Talkpoints: -1,94 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich finde ehrlich gesagt schon, dass ich Gerüche wie fruchtig, herb, spritzig frisch und so weiter unterscheiden kann, aber man muss auch bedenken, dass sich nicht jedes Parfüm in diese Schubladen stecken lässt. Klar gibt es auch Parfüms, da kann man direkt sagen, dass es ''schwer'' ist, oder zitronig riecht, aber die meisten Parfüms sind auch einfach eine Mischung vieler Noten und da kann man es eben nicht direkt einordnen, sondern müsste mehrere dieser Adjektive verwenden, um es zu beschreiben. Mitunter aber überwiegt dann auch hier einer der Aspekte und tritt besonders hervor.

Wenn ich in einer Parfümerie gefragt werde, würde ich auf jeden Fall sagen, dass ich etwas frisches und spritziges bevorzuge, aber keine süßen und schweren Düfte mag. Vanillenoten bekommen mir etwa gar nicht, herben Duft verbinde ich eher mit älteren Herrschaften und blumig oder fruchtig ist mir eigentlich auch wieder etwas zu süß. Auf jeden Fall finde ich, dass eher frische Parfüms sich deutlich von anderen unterscheiden, da dürfte auch ein Laie mit fertig werden. Schwieriger wird es, wenn Verkäuferinnen in der Parfümerie mit Begriffen wie feminin, sportlich, natürlich oder sinnlich loslegen, da fällt mir die Zuordnung dann auf jeden Fall schwerer.

Dennoch ist das bei mir nicht so, dass ich einen Duft beschreiben könnte, wenn man mir einen unter die Nase reiben würde. Ich könnte jetzt vielleicht sagen, dass der Duft frisch, schwer oder süß ist, aber das sagt an sich ja nicht sonderlich viel aus und welche Bestandteile dieser Duft nun enthält, ob bestimmte Blumen, Früchte oder andere Bestandteile wie Moschus oder so enthalten sind, kann ich dann meistens nicht sagen, dass es sei denn es sticht eine Note wirklich sehr dominant hervor.

Je mehr Düfte zusammen kommen, desto schwieriger finde ich es, dem Duft einen Namen zu geben und direkt zu sagen, dass er in diese oder jene Richtung geht. Mir passiert das beispielsweise auch bei Badeölen häufiger. Von Kneipp gibt es einige sehr schöne Exemplare, da kommt man auch nicht drauf, was da drinne sein könnte, wenn man vorher nicht liest, was es ist und wenn man schnuppert, dann fallen mir auch nur Adjektive wie angenehm und wohlriechend ein, ich könnte da nicht einmal sagen, ob der Duft eher frisch oder süßlich ist, da fehlt mir das Hintergrundwissen und möglicherweise auch das Vokabular.

Natürlich gibt es einige Noten, die ich auch so erkennen kann, sind sie allerdings in einem Parfüm enthalten und somit auch mit vielen anderen Noten vermischt, wird es auch wieder deutlich schwerer, diese herauszufiltern und zu benenne. Interessant finde ich zu diesem Aspekt beispielsweise die Seite my-parfum.de wo man sein eigenes Parfüm zusammenstellen kann und es sich liefern lassen kann.

Ich glaube, wenn jemand sowas wirklich ernsthaft macht und dabei auch ein gutes Ergebnis heraus kommt, dann muss man schon eine sehr große Bandbreite an Gerüchen drauf haben und auch wirklich wissen, wie jede Blume, Frucht und jedes Gewürz riecht. Andernfalls kann das nur ein Fehlschlag werden. Als normaler Mensch ist eine solche Kenntnis sicherlich aber auch nicht nötig, ich werde auch in der Parfümerie fündig, wenn ich den Verkäufern nicht erklären kann, welche spezifischen Duftnoten genau ich da suche.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^