Ärzte, die zu euch in die Grundschule kommen?

vom 22.05.2012, 20:35 Uhr

Bei einer Bekannten, wo das Kind in der Grundschule ist, werden seit einiger Zeit auch Untersuchungen gemacht. In der ersten Klasse war ein großer Wagen vom Gesundheitsamt da und die Kinder wurden von einem Hals Nasen und Ohrenarzt untersucht und bekamen dann einen Zettel mit, wenn es nötig gewesen wäre, dass man das Kind noch einmal untersuchen lassen sollte. Das Kind ist nun in der zweiten Klasse und vorige Woche war wieder ein Wagen vom Gesundheitsamt da und es war diesmal ein Augenarzt, der in einem voll ausgestatteten Fahrzeug vor der Schule stand.

Ich habe das noch nie gehört. Bei uns damals kam wohl der Schulzahnarzt, aber dass ein Facharzt in die Schule kommt, habe ich jetzt zum ersten Mal gehört. Vor allem hat es mich gewundert, dass die Eltern keine Einverständniserklärung unterschreiben mussten. Die Kinder, die Auffälligkeiten hatten, bekamen einen Zettel mit und konnten sich ggf. auch noch telefonisch mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Die Daten werden also gespeichert, wenn ich das richtig verstanden habe.

Die Eltern haben beim Elternabend zwar gesagt bekommen, dass irgendwann im Laufe des Schuljahres diese Ärzte kommen, aber nicht wann sie kommen. So viel wie meine Bekannte verstanden hat, soll im nächsten Jahr wohl ein Orthopäde kommen.

Kommen bei euch auch Untersuchungswagen in die Grundschule? Was haltet ihr von solchen Untersuchungen in der Schule? Meine Bekannte wohnt übrigens in Rheinland Pfalz. ich weiß nicht, ob es vielleicht Bundesland abhängig ist. Denn hier in Nordrhein Westfalen habe ich davon noch nichts gehört. Denkt ihr, dass die Eltern auf jeden Fall einverstanden sein müssen oder sollte jedes Kind auf jeden Fall untersucht werden? Sollte nicht die Mutter oder der Vater bei der Untersuchung dabei sein?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Also bei uns in der Grundschule (Saarland) kamen früher auch immer Ärzte. Ich kann mich leider nicht mehr richtig erinnern, aber ich glaube es war ein Zahnarzt. Für mich waren diese Untersuchungen sehr unangenehm, da sie vor der ganzen Klasse abgehalten wurden. Im Nachhinein finde ich sie ehrlich gesagt auch recht unhygienisch, da es sich um einen Klassenraum handelte. Mein Bruder ist sechs Jahre jünger als ich und berichtete mir gerade, dass zu seiner Grundschulzeit auch der Zahnarzt und der HNO-Arzt da waren.

So weit ich weiß, brachten wir aber aus der Schule immer Zettel mit Einverständniserklärungen mit, die vorab von unseren Eltern unterschrieben wurden. Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass eine Schule solche Untersuchungen durchführt bzw. einen Arzt durchführen lässt ohne Einverständnis der Eltern. Vielleicht ist das mit diesen ganzen Ärzten auch nur an dieser einen Grundschule so; da sollte sich deine Bekannte mal um hören.

» Tobi90 » Beiträge: 16 » Talkpoints: 8,87 »


Wir hatten in der ersten Klasse eine Allgemein-Ärztin vom Gesundheitsamt da und die hat auch Augen und Ohren mit getestet. Da gab es aber vorher Zettel, welche wir ausfüllen mussten. So dass eben Daten, welche man sonst von den Eltern abfragt, dort standen. Ob diese Untersuchung nochmal sein wird oder nur bei den Erstklässlern gemacht, weiß ich noch gar nicht.

Ansonsten kommt nur die Zahnärztin in die Schule. Das sollte eigentlich auch ausreichen und ich würde da als Mutter auch bei der Schule vorsprechen, dass es schon mal nicht sein kann, dass Kinder ohne Zustimmung der Eltern untersucht werden.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



Also als ich in der Grundschule noch war, kamen nie Ärzte in die Schule. Das Einzige, was es gab, war, dass mal Öfters eine Psychologin vorbei kam, um dementsprechend unsere Psyche etwas zu testen, ob wir dem Stress gewachsen sind und nicht vielleicht hochbegabt sind oder halt genau das Gegenteil davon sind. An andere Ärzte kann ich mich jetzt nicht wirklich erinnern, dafür hatten wir persönlich gar keine Zeit, das Lernen stand da eher im Vordergrund.

Das einzige, wo ich mich noch dran erinnern kann ist, dass im Kindergarten immer jeden Monat der Zahnarzt kam, um unsere Zähne einmal zu checken. Wenn etwas nicht in Ordnung war, gab es einen Zettel an die Eltern, wo sie aufgefordert wurden, ihre Kinder zum Zahnarzt zu bringen und ich finde diese Aktion ist wirklich sehr gut. Viele Eltern kümmern sich gar nicht um die Zähne der Kleinen, wobei es große Probleme hervorrufen könnte. Deshalb finde ich es gut, 1 Monat später konnte der Zahnarzt ja sehen, ob die Eltern bereits beim Zahnarzt waren, wenn nicht gab es halt eine Doppelbelehrung. Eigentlich eine völlig gute Aktion.

Ansonsten kann ich mich nicht wirklich an Ärzte erinnern, die es in der Grundschule gab. Ich glaube unsere Schule hat da weniger Wert drauf gelegt, aber dafür gab es viele Sicherheitstraining und alle möglichen Tipps der Polizei, Rettungssanitäter, etc.

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» Dennus » Beiträge: 1263 » Talkpoints: 0,61 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich finde es gut, wenn Ärzte an die Schule kommen. Bei vielen Kindern wird das wohl nicht nötig sein, da die Eltern ohnehin Untersuchungen gemacht haben. Aber es kann doch immer sein, dass mal eine Routineuntersuchung nicht gemacht wurde, oder dass etwas übersehen wurde. Solche Kontrolluntersuchungen finde ich gut und auch, dass sie dann die Zettel mitbekommen. So können früher irgendwelche Leseschwächen oder Hörschwächen festgestellt werden und für die Kinder kann es nur von Vorteil sein.

Bei uns in der Grundschule kamen immer Ärzte zum Impfen in die Schule, was ich als Impfkritiker nicht für gut heißen kann. Zwar mussten die Eltern die Einverständniserklärung geben ob die Kinder geimpft werden sollen oder nicht, aber wer sich für die Impfung entscheidet, der sollte dem Kind bei der Spritze im Grundschulalter meiner Meinung nach schon beistehen und gerade die ersten Stunden nach der Impfung gut beobachten.

» Lara2011 » Beiträge: 1466 » Talkpoints: 0,19 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Auf jeden Fall fände ich es übertrieben, wenn die Eltern jetzt sagen wollten, nein, dass wollen wir nicht und dafür wären, dass man irgendwie eine Einverständniserklärung oder so dafür unterschreiben muss. Wieso sollte man das machen, dem Kind geschieht doch nichts böses? An sich finde ich, dass das sicherlich für viele Kinder etwas tolles ist, weil nicht alle Eltern verantwortungsbewusst sind und ihre Kinder auch so untersuchen lassen, wie es sein müsste. Wenn kein direkter Grund dafür besteht, dann würden die meisten Eltern mit ihren Kindern wahrscheinlich auch nicht zum Orthopäden gehen, werden die Kinder aber nun im Rahmen der Schule von einem Orthopäden untersucht, könnten eventuell Dinge aufgeklärt werden, die vorher nicht offensichtlich waren und die weder Eltern, noch Kind bemerkt haben.

Ich finde an sich schon, dass das eine feine Sache ist, aber etwas übertrieben ist es möglicherweise auch. Den Kindern soll das möglicherweise einfach nur klar machen, dass die Gesundheit das wichtigste Gut im Leben ist und dass es sehr wichtig ist, gewisse Dinge beim Arzt abklären zu lassen und es nicht darauf ankommen zu lassen. Den Zahnarzt finde ich in dem Rahmen beispielsweise super, aber ob nun ein Orthopäde sein muss, darüber lässt sich streiten.

Wäre mein Kind auf einer solchen Grundschule, ich würde es jetzt nicht unbedingt bemängeln oder verhindern wollen. Das es hier in NRW sowas aber nicht gibt, finde ich auch wiederum nicht weiter schlimm und würde mich umgekehrt auch nicht dafür einsetzen, dass sowas eingeführt wird. Letztendlich ist es immer noch Sache der Eltern, sich um die Gesundheit der Kinder zu kümmern und dafür zu sorgen, dass es ihnen auf allen Bereichen gut geht, die Schule muss sich da nicht einmischen.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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