Lebensmittelallergien und -intoleranzen, sind sie heilbar?

vom 16.07.2012, 19:55 Uhr

Bei mir wurden vor einigen Monaten gleich zwei Lebensmittelintoleranzen diagnostiziert (Laktose und Fruktose).
Ich habe seitdem große Probleme, mich vernünftig zu ernähren, obwohl ich schon Bücher darüber gelesen habe. Das Problem ist, dass ich früher sehr viel Obst und Gemüse gegessen habe und nun kann ich nicht einmal mehr Kartoffeln essen (bzw. in sehr kleinen Portionen).

Laktose befindet sich in nahezu allem, was es so beim Bäcker zu kaufen gibt. Nicht nur auf Franzbrötchen und anderes Gebäck muss ich verzichten, sondern auch noch auf Vollkorn (die darin enthaltenen Kerne sind nicht gut für mich) - dabei mag ich Weizenbrot nicht. Essen gehen oder von Bekannten zum Essen eingeladen werden ist der Horror, denn klassische Gerichte enthalten in den allermeisten Fällen Milch (Sahne, Käse, Quark usw.) und natürlich Gemüse als Beilage.

Nun habe ich von zwei Freundinnen gehört, dass sie sich einer sehr teuren, aber angeblich wirksamen Therapie unterzogen haben. Diese wird nicht von der Krankenkasse übernommen, es handelt sich außerdem um Alternativmedizin, die von meinem Hausarzt als Scharlatanerie und Abzocke abgetan wurde. Eine Sitzung kostet 120 Euro und man braucht meist mehrere. Doch bei einer Freundin kehren einige der Intoleranzen zurück nach etwa einem Jahr. Kennt sich jemand mit solchen Verfahren aus und hat damit schon seine Erfahrungen gemacht? Wie viel habt ihr bezahlt und wie wirksam ist sowas wirklich?

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 16.07.2012, 20:01, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Zuerst einmal, Lactoseintoleranz und Lactoseallergie (davon habe ich noch nie gehört) sind zwei verschiedene Dinge. Lactoseintoleranz haben über 70% der Weltbevölkerung, ist also fast der Normalzustand. Ich vertrage auch keine Milch und habe als Kind immer Probleme deswegen gehabt, weil meine Eltern mich immer gezwungen haben, Milch zu trinken, weil sie ja angeblich so gesund ist. Ich habe danach immer unter Durchfällen und Bauchschmerzen gelitten. Seitdem ich weiß, dass ich Milchprodukte nicht gut vertrage, esse ich sie einfach nicht mehr. Lactose in ganz kleinen Mengen vertragen aber eigentlich alle Menschen, die lactoseintolerant sind. Man kann zum Beispiel Hartkäse durchaus essen, weil da sehr wenig Milchzucker drin ist, auch Mozzarella enthält je nach Herstellungsverfahren wenig bzw. gar keine Lactose.

Es gibt Tabletten, die man nehmen kann, die den Milchzucker im Darm spalten, aber einfacher ist es, nicht zu viel Milchzucker zu sich zu nehmen. "Heilen" (ich sehe es nicht als Krankheit) kann man die Lactoseintoleranz nicht, sie bedeutet keine große Einschränkung. Wie gesagt, 75% der Weltbevölkerung haben sie. Es ist eine späte Mutation in der Menschheit, Milch zu vertragen.

Vielleicht solltest du erst einmal klären, ob du Allergie oder Intoleranz meinst. Von einer Lactoseallergie, die ja im Gegensatz zu einer Lactoseintoleranz gefährlich wäre, weil man ja einen allergischen Schock bekommen könnte, habe ich allerdings noch nie gehört. Dann wäre man in der Tat sehr eingeschränkt und sollte sich bei einem Allergologen erkundigen, ob man hyperensibilisieren kann. Zu einem Naturheiler, der nicht Arzt ist, würde ich auf keinen Fall gehen.

Bei der Fructoseintoleranz (Allergie wäre natürlich höchst gefährlich, habe ich aber noch nie davon gehört) kann der Darm die Stoffe nicht herstellen, die die Fructose spalten. Hier sollte man darauf achten, nicht zu viele süße Sachen zu essen oder zu stark süße Sachen. Aber wenn man das weiß, müsste es sich eigentlich auch ohne starke Einschränkungen damit leben lassen. Heilen kann man das auch nicht.

Natürlich ist es bitter, wenn man beides hat. Du musst einfach ausprobieren, wie viel und welche Milchprodukte du verträgst und wie viel du von welchem Obst essen kannst. Man bekommt das mit der Zeit heraus.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Also mir ist, ebenso wie meinem Vorschreiber, eine Allergie gegen Fructose oder Laktose, nicht bekannt.
Ich leide selber an einer Fructoseintollerance, eine Kuhmilchallergie (bin allergisch auf das Eiweiß nicht die Laktose(=Milchzucker)), Weizenallergie, Eierallergie und Sojaunverträglichkeit.

Gerade was den Fruchtzucker angeht, esse ich nicht anders als vor der Diagnose. Ich weiß das ich z.B. von manchen Sachen nicht zu viel Essen darf oder sie gar nicht essen darf, weil mir dann schlecht wird. Aber diese Panikmache, das man komplett auf alles was Fruchtzucker enthält verzichten muss, ist quatsch. Hat sogar meine Ernährungsberaterin gesagt. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der eine kann mehr Fruchtzucker ab, als der andere. Was ich nur gemerkt habe, wenn ich Kuchen backe und Traubenzucker nehme, vertrage ich den Kuchen besser als mit Kristallzucker. Aber das ist ja minimal.

Bei Essenseinladungen den Einlader Bitte, entweder Laktosefreie Produkte (sofern du sie verträgst) oder alternativ Produkte zu verwenden. Da ich nun gar keine Kuhmilchprodukte darf ist das ganze natürlich etwas schwerer bei mir und den Essenseinladungen. Vor allem weil es nicht nur die Milch ist. Ich nehme mir daher mein Essen meist selber mit. Alternativ kann man z.B. Reissahne im Essen verwenden oder Hafersahne oder Sojasahne. Schmeckt man nicht raus.

Ich würde das alles nicht so schwarz sehen. Mit den Intoleranzen kann man ganz gut leben und wenn die Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen ein bisschen drauf sensibilisiert werden dann ist das alles gar kein Problem mehr. Selbst beim Essen gehen bekomme sogar ich etwas zu essen. Da muss man dann halt vorher anrufen oder wenn man spontan geht, freundlich aber bestimmt mit der Bedienung sprechen, dann geht das. Ansonsten lässt man den Koch kommen, der einem dann auch sagen kann, was man problemlos essen kann.

» LotteFu » Beiträge: 3 » Talkpoints: 1,94 »



Ich selber habe eine Allergie gegen Tomaten und Zitrusfrüchte. Sie wäre vielleicht. heilbar gewesen, wenn ich früh genug eine Therapie gemacht hätte .Hmm, hab ich aber nicht. Ich hab das schon seit ich ein kleines Kind bin. Eigentlich seit ich ein Baby bin. Meine IgE's haben da schon von Anfang an nicht so mitgespielt.

Mein Arzt meinte aber das es im Alter besser wird. Vielleicht nicht gleich ganz verschwindet, aber eben besser wird. Und das stimmt auch. Ich habe die Allergie noch aber sie ist definitiv viel besser als zuvor. Man kann nun damit gut leben, was ich vor einigen Jahren noch nicht behaupten wollte. Und gegen Laktoseintoleranz gibt es ja auch diese Tabletten, welche man davor einfach schlucken kann und dann kann man wenigstens eine Malzeit genießen.

» TheSabiiimaus » Beiträge: 8 » Talkpoints: 3,00 »



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