Welche Symptome haben Panikattacken bei euch?
In meinem Bekanntenkreis ist eine Frau, die ständig Panikattacken hat. Besonders, wenn sie in höhere Gefilde kommt, löst das in ihr eine Panikattacke aus und sie bekommt keine Luft und muss dann schnell wieder versuchen runter zu kommen. Denn Höhen kann sie gar nicht ab. Dann ist ein Mann in meiner Verwandtschaft, der Panik bekommt, wenn er eine Spinne sieht. Er schreit dann aber direkt los, wenn so ein Getier ihm entgegen kommt.
Panikattacken können sich also unterschiedlich bemerkbar machen. Habt ihr auch schon mal Panikattacken? Wann bekommt ihr sie und welche Symptome habt ihr, wenn ihr so eine Panikattacke habt?
Ich leide an einer Angst- und Panikstörung, meistens treten sie aus heiterem Himmel auf und man hat wirklich sehr große Angst, ich würde es schon fast als Todesangst bezeichnen. Panikattacken machen sich in Gedanken und im Körper bemerkbar. Am schlimmsten ist es nachts, wenn ich alleine im Bett bin. Ich habe allerdings auch mal eine Panikattacke im Supermarkt bekommen, einfach so.
Wenn ich eine Panikattacke habe, habe ich ein enge Gefühl im Brustkorb und habe das Gefühl, dass ich nicht richtig atmen kann. Das liegt wohl daran, dass ich auch anfange zu hyperventilieren. Das ganze wird noch begleitet von Schweißausbrüchen und einem wahnsinnigen Herzrasen, meistens habe ich das Gefühl, dass ich ohnmächtig werde und kriege deswegen noch mehr Angst. Man hat während und nach einer Panikattacke das Gefühl, dass man sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, dass einem schwindelig ist und man ist körperlich und geistig wirklich am Ende, man fühlt sich sehr schwach. Manchmal bekommt man ein Kribbeln im Körper, Taubheitsgefühle oder richtige Übelkeit, wenn man sowieso schon Angst hat, steigert man sich noch weiter hinein. Ich bekomme auch vor, während oder nach Panikattacken Derealisation Erscheinungen, denen ich mir absolut bewusst bin, trotzdem gegenüber meiner Umwelt empfinde. Es gibt noch einige weiteren Auswirkungen, die
hier Stichwortartig und gut verständlich zusammengefasst worden sind.
Leider sind diese Panikattacken auch ein Teufelskreis, weil man durch die als Lebensbedrohlich empfundenen Symptome leider auch wieder Panik bekommt und die nächste Panikattacke ausgelöst wird. Ich habe ein ganz anderes Empfinden meinem Körper gegenüber, kleine Veränderungen wie ein Unwohlsein verunsichern mich wirklich sehr. Genau in diesem Augenblick fühle ich mich etwas unwohl, ich habe Herzrasen und meine Hände sind etwas schwitzig, ich weiß nicht warum. Ich werde nur zunehmend unruhiger, weil ich mich ständig auf mein Herzklopfen konzentriere. Aber ansonsten geht es mir gut. Ich habe mich auch vom Arzt untersuchen lassen, ob ich körperlich okay bin. Das Gefühl von Sicherheit ist mir wirklich sehr wichtig.
Mittlerweile kann ich mit meinen Panikattacken doch relativ gut umgehen, wenn ich merke, dass ich unruhig werde, versuche ich mich einfach abzulenken. Tagsüber rufe ich meinen Freund oder meine beste Freundin an, die mich sehr gut kennen und verstehen. Wenn man grundlose Panikattacken hat, dann sollte man sich ablenken. Das ist anfangs schwer und manchmal klappt es nicht so gut, aber es hilft wirklich am besten. Natürlich kann man auch irgendwelche Beruhigungstabletten schlucken, das möchte ich aber persönlich nicht.
Vielleicht passt es nicht wirklich zum Thema, aber ich hasse es, wenn ich nicht ernstgenommen werde. Deswegen habe ich das Reden mit Freunden aufgegeben und vertraue mich nur noch zwei Personen an. Ich werde als Hypochonder bezeichnet und als Reaktion habe ich öfters mal ein Schmunzeln bekommen, sogar ein Lachen. Mittlerweile habe ich auch Zwangsneurosen entwickelt, die auch belächelt wurden. Damit möchte ich sagen, dass man Personen mit einer Angst- und Panikstörung bitte immer ernst nehmen sollte.
Der Mann aus deiner Verwandtschaft scheint wohl eher eine Phobie zu haben als eine Angst- und Panikstörung, ich erlaube es mir jedoch nicht weiter darüber zu urteilen, weil ich kein ausgebildeter Fachmann oder Experte bin, sondern einfach eine Betroffene.
Ich habe eine Phobie gegen Federn. Besonders schlimm ist es bei großen schwarzen Federn, aber auch andere lösen schon Panikattacken aus. Das liegt bei mir wohl daran, dass ich immer als Kleinkind mit einem Federwisch verprügelt wurde, wenn ich böse war. Man wollte mich bestrafen, aber nicht gleich grün und blau schlagen. Deshalb hatte mein Opa immer den großen Gänseflügel oder zumindest einen Federwisch vom Huhn genommen. Irgendwie ist daraus eine Phobie entstanden, die mich ziemlich einengt. Ich habe schon oft Behandlungen dagegen begonnen und war in Therapie. Da ich aber sehr ruhig und schüchtern bin, konnte ich nicht geheilt werden, da so eine Therapie nicht ohne ist. Bei der Therapie würde ich immer wieder der Angst ausgesetzt werden, solange, bis sie endgültig überwunden ist. Für den Patienten ist das natürlich ein harter Weg.
Bei Panikattacken bekomme ich Schrei-Krämpfe, schlimmes Herz-rasen und heftigen Pulsschlag. Die Hände werden nass und ich habe das Gefühl, nicht atmen zu können. Bereits in der Kindheit, als ich die Phobie schon hatte, musste das Federvieh abgeschafft werden. Die Phobie habe ich etwa seit meinem siebten Lebensjahr. Mit dem Federwisch geschlagen wurde ich als fünf bis sechs Jährige. Mit sieben fing es an, dass ich immer mehr Angst bekam. Mein Opa hat zwar dann schnell von dem Federwisch abgelassen, trotzdem hat sich die Phobie ausgeprägt.
Ich bekomme Panik, wenn ich über eine Brücke gehen muss. Mittlerweile ist es nicht mehr so schlimm wie früher, aber ein mulmiges Gefühl ist schon noch dabei. Früher bekam ich Herzrasen und ich hatte das Gefühl, als würde alles um mich herum schwanken, so dass ich glaubte, jeden Moment umzufallen.
Ich bekomme eigentlich immer recht schlimme Panikattaken, wenn mein Kreislauf zu niedrig ist, und ich eh schon leicht schwanke. Ich habe dann immer totale Panik alleine zu sein, weil ich ja umfallen könnte und niemand mich finden. In der Situation, verstärkt es natürlich meinen sowieso zu niedrigen Kreislauf. Ich bekomme dann Herzrasen und mir wird schwarz vor Augen. Bislang ist es nur bedingt besser geworden, da ich versuche ruhig zu bleiben und ruhig zu atmen, aber ganz abstellen, konnte ich es bislang nicht.
Wenn ich eine Panikattacke habe, was leider hin und wieder vorkommt, habe ich Kreislaufprobleme, Übelkeit und Bauchdrücken, meine Hände zittern und mein Herz fängt wild an zu klopfen. Hilfreich kann hier jedoch sein, sich zwar bewusst auf die Situation zu konzentrieren, dem eigenen "ich" aber mitzuteilen, dass es davor keine Angst haben brauch und dazu diverse (sinnvolle!) Begründungen zu finden. Es dauert zwar eine zeitlang, bis man sich wirklich darauf einlassen kann, mir hat es jedoch schon sehr geholfen!
Ich würde jetzt nicht unbedingt sagen, dass ich unter Panikattacken leide. Das Einzige wo ich mich ziemlich unwohl fühle ist, wenn ich mich in kleinen Räumen mit vielen Menschen befinde. Ich habe das Gefühl als würde ich keine Luft mehr kriegen. Diese ganze Menschenmasse erdrückt mich förmlich. Ich muss so schnell wie möglich aus diesem Zimmer raus. Einmal habe ich den Fehler gemacht und bin zu einem verkaufsoffenen Sonntag gegangen. Was ich dort erlebt habe, kann ich gar nicht beschreiben. So viele Menschen, als würden die Geschäfte zum letzten mal öffnen. Ich habe Schweißanfälle bekommen und war nach einer halben Stunde wieder zu Hause. Das mache ich nie wieder.
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