Diabetes mellitus weit verbreitet in der Südsee

vom 10.08.2012, 14:51 Uhr

Schon mehrmals wurde hier über Diabetes mellitus geschrieben. Diese Krankheit scheint doch weit verbreitet zu sein. Wie ich las, leiden weltweit 10 Prozent der erwachsenen Menschen an Diabetes mellitus.

Es gibt Inselstaaten im pazifischen Ozean, dessen Bewohner besonders hart davon betroffen sind. so ist jeder dritte Bewohner auf manchen Südseeinseln zuckerkrank. Warum ist das so? Wenn wir zum Beispiel „Nauru“ nehmen, stellt man fest, dass diese Insel weltweit den höchsten Anteil der Bevölkerung an Diabetikern hat. Die Nauruer essen gerne viel und sehr fettreich. Man sieht es ihnen an. Die männlichen Bewohner haben zu 80 Prozent einen BMI über 30 und sind fettleibig. Hier kann man die dicksten Männer der Welt bewundern (oder sich vor ihnen ekeln?). Fast der gesamte Pazifikraum ist fettleibig. Aber hier gilt das nicht als Problem, weil Dicke hier angesehen sind und die Körperfülle als Zeichen für Reichtum gewertet wird.

Jeder zweite Nauruer oder dritte ist zuckerkrank, je nach Altersgruppe. Gründe dafür sind Hungersnöte, bei denen die Menschen mit entsprechenden Genen zur Fettanlagerung und Nahrungsverwertung eine größere Überlebenschance hatten als diejenigen, die diese Gene nicht besaßen. So stieg der Anteil der Menschen mit den Genen bei jeder Hungersnot. Die Bevölkerung ohne diese Gene sank dagegen. Heute sind die Bewohner überwiegend an die Hungersnöte angepasst.

Ähnliche Probleme gibt es auch auf anderen Südseeinsel wie beispielsweise Pitcairn, Cook u.a. Aber auch in Ländern wie Indien ist Diabetes mellitus sehr verbreitet. 35,5 Millionen Inder sind zuckerkrank.

Ich kenne Diabetes mellitus auch nur vom Lesen im Forum. Wenn ich nun von den Bewohnern der Insel Nauru ausgehe, hängt diese Krankheit bei den Insulanern doch ausschließlich mit ihrer Fettleibigkeit zusammen. Die Insulaner werden sicherlich bei ihrer Einstellung resistent gegen eine Aufklärung bezüglich ihrer Fettleibigkeit sein. Wie ich las, geht diese Krankheit vollkommen zurück in vielen Fällen oder bessert sich enorm, wenn der Kranke operiert wird oder anderweitig konsequent abnimmt. Kennt ihr Fälle, wo das bestätigt werden kann? Möchtet ihr auf einer Südseeinsel leben mit so vielen übergewichtigen Menschen, wo die meisten krank sind? Mich würde das stören, weil sie mir trotz ihrer Einstellung zum Leben leid täten.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Welche Operationen sollen das denn sein, die dazu verhelfen, einen Diabetes zu heilen? Da hier mehr von fettleibigen Menschen die Rede ist, gehe ich mal von einem Typ 2-Diabetes aus und der kann nicht unbedingt geheilt werden, aber mithilfe von gewissen Umstellungen auch ohne Medikamente oder Insulin behandelt werden. Ich weiß wohl, dass es die Option von Magenoperationen gibt, aber das wiederum ist ein recht hohes Risiko, was man nicht spontan und unüberlegt eingehen sollte.

Dass Diabetes nicht ausschließlich bei Menschen mit Adipositas auftritt, habe ich ja schon mehrfach geschrieben. Der Typ 1-Diabetes ist zum Beispiel eine Autoimmunkrankheit, die mehrfach eher schlanke Menschen bekommen, während der Typ 2-Diabetes nicht nur von der Figur abhängt, sondern auch vom Lebensstil und auch von den Genen.

Ob ich dort leben würde wollen, ich glaube kaum, das hätte aber andere Gründe, als eben von dicken Menschen umgeben zu sein. Dicke Menschen sehe ich auch hier genügend, selbst, wenn ich keine genaue Prozentzahl angeben kann, aber wohnhaft sind sie auch in Deutschland.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge


@*steph*, es geht um eine Magenoperation, wie du schon festgestellt hast. Sie mag gefährlich sein, wie die meisten anderen Operationen auch. Aber sie bringt dem Kranken mit Sicherheit eine Reduzierung seiner Pfunde. Denn oft kann man sich noch so sehr anstrengen, abzunehmen, aber es klappt nicht. Natürlich sehe auch ich genügend dicke Menschen in meinem Umfeld. Trotzdem war ich entsetzt, als ich die Zahl der Fettleibigen auf Nauru las. Ich hatte auch geschrieben, dass 80 Prozent der Männer als fettleibig zählen. Das ist für mich eine unvorstellbare Zahl.

Nauru ist nur 21 Quadratkilometer groß und hat 10.000 Einwohner. Das auf der Insel lagernde Calciumphosphat machte die Insel zum reichsten Land der Erde. Die Einwohner schwammen praktisch im Geld und kannten keinen Mangel. Das ist nun vorbei. Da sie von ihrem Reichtum keine Vorsorge getroffen hatten, sind sie nun bitter arm geworden. Aber durch den ehemaligen Überfluss haben sie sich auch dick und fett gegessen.

Eine Prozentzahl hatte ich bei den Männern angegeben. Wie viele von den 10.000 Bewohnern nun Männer, Frauen und Kinder sind, kann ich nicht sagen. Aber eine Prozentzahl von 80 für die Männer dürfte doch wirklich viel sein. Bei ihnen dürfte es sich um den Typ 2-Diabetes handeln, denn den haben sie aufgrund ihrer Fettleibigkeit bekommen. Ihre Gene haben sich wohl im Laufe der Generationen angepasst.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



@Cid, entschuldige bitte, aber diese Magenoperationen dienen in erster Linie dazu, den Ärzten das Geld in die Taschen zu schieben! Ich meine es nicht böse, aber leider sind die Risiken, für immer Probleme mit Magen und Darm zu haben recht hoch, ganz abgesehen davon, dass auch ein gewisses Sterberisiko vorhanden ist. Man sollte da es abwägen, aber was nützt einem eine solche Operation, wenn sie denn gelingt und der Patient ist nicht bereit, etwas daran zu ändern?

In der Tat ist die Zahl sehr hoch, aber Du hast auch geschrieben, dass Fettleibigkeit dort auf Nauru ein Zeichen von Wohlstand ist. Ich glaube, dass den Leuten solch ein Merkmal nach außen einfach wichtiger ist, als eben ihren Diabetes zu bekämpfen oder ihn angemessen zu behandeln.

Da inzwischen das Reichtum laut Deiner Schilderung auch zurückgegangen ist, sehe ich es noch einmal zusätzlich mit anderen Augen. Ich denke, die Ernährung wird auch noch einmal darunter leiden und man wird sich weiterhin eher mit billigen Nahrungsmitteln ernähren wollen und wenn man davon ausgeht, wie die in Deutschland aussehen, kannst Du es Dir ja selbst ausrechnen. Nun wird dort aber zusätzlich noch eine Mangelernährung dazu kommen, die durchaus auch Diabetes fördern kann.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



@*steph* mit den besonderen Risiken einer Magenoperation habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt. Deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, das das Abnehmen schwer fällt. Durch die hohe Kortisongabe vor zwei Jahren im Krankenhaus hatte ich auch 10 Kilo zugenommen. Die wieder loszuwerden ist nicht einfach. In den letzten Wochen habe ich es geschafft, 3.5 Kilo abzunehmen, das ist sehr mühsam. Ich versuche weiter abzunehmen.

Ein Zeichen von Wohlstand auf Nauru war die Fettleibigkeit bis sie wieder alle arm wurden. Nun sind sie fett, ohne reich zu sein. Als das Vorkommen des Calciumphosphates auf der Insel erschöpft war, zogen sich die Ausbeuter zurück und überließen die Bevölkerung ihrem Schicksal. Die Insulaner werden wohl weiterhin so dick bleiben, damit sie wenigstens nach außen nicht arm erscheinen, obwohl sie es sind.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Unabhängig davon, dass das alles schlimm und dass Diabetes Typ 2 hauptsächlich eine Wohlstandserkrankung und dass ich nicht mit ganz fetten Leuten (die es hier aber auch gibt) zusammenleben möchte, stört mich, wenn immer und überall falsch mit Zahlen umgegangen wird. Du schreibst, dass sehr viel Inder zuckerkrank sind, vorher schreibst du irgendetwas von 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Wenn nach deinen Zahlen (ich kann sie nicht überprüfen) 35,5 Millionen Inder zuckerkrank sind, dann sind das im Vergleich zum Durchschnitt der Weltbevölkerung relativ wenige, nämlich weniger als 3% der Inder sind demnach zuckerkrank. Indien hat mehr als 1,2 Mrd. Einwohner.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


@Cid, ja, es hat ja auch niemand gesagt, dass es leicht ist, abzunehmen, ich sehe es ja bei mir selbst und ich bin im Grunde von klein auf mehr oder weniger dick gewesen und geworden. Dennoch käme eine Magenoperation eben aufgrund diverser Risiken absolut nicht in Frage, zudem weiß ich mehrere Fälle, bei denen die Leute, die die Operation eingegangen sind, nicht wieder aufgewacht sind. Eine solche Operation birgt eigentlich mehr Risiken als sie Vorteile hätte und dennoch klammern sich viele an diese Vorteile und möchten von den Risiken nichts mehr wissen.

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



@*steph*, was du über die Magen-Operationen geschrieben hast, ist ja schlimm für diejenigen, die nicht aufgewacht sind. Wenn die so risikoreich sind, warum raten dann die Ärzte nicht ab? Geht es nur noch um Geld? Woher kennst du diese Fälle? Wenn sich jemand zu einer solchen Operation entschließt, muss er schon sehr verzweifelt sein, wenn sie so gefährlich ist und das auch weiß.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


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