Verpflichtung zur Mithilfe im Altenheim für Angehörige in NL
Um dem Pflegenotstand zu begegnen, wollen die Niederländer in Gouda, der altbekannten Käsestadt, mit einem Pflege-Pilot-Projekt beginnen. Die Organisation „Vierstroom“ wird dieses Projekt ab dem Herbst dieses Jahres durchführen.
Die Angehörigen, der in dem Pflegeheim wohnenden Menschen. müssen selbst vier Stunden Zeit für die Pflege ihrer Angehörigen im Monat aufbringen. Diese Organisation hat 16 Pflegeheime. Sie wird dann alte Menschen nur noch aufnehmen, wenn die Angehörigen sich per Vertrag dazu verpflichten. Wollen oder können die Angehörigen das nicht, bekommen die pflegebedürftigen Menschen keinen Platz im Altenheim. Sie können sich von dieser monatlichen Verpflichtung freikaufen, indem sie mehr für einen Pflegeplatz bezahlen.
Die vier Stunden könnten zum Beispiel aufgeteilt werden in: Mithilfe beim Saubermachen, helfen beim Nachmittagskaffee, aufpassen und Gesellschaft leisten. Diese Idee mit der monatlichen Pflegeschicht hatte der Direktor der Organisation. Er ist der Meinung, dass das keinesfalls zu viel verlangt ist. Auch Berufstätige könnten diese vier-Stunden-Schicht an den Wochenenden leisten.
Kritiker finden diesen Vorschlag nicht gut. Sie bemängeln nicht professionelle Betreuung mit nicht ausgebildetem Personal. Eine Gewerkschaftsvertreterin meinte, dass Geld genug vorhanden sei. Es würde nur falsch ausgegeben, zum Beispiel für Spitzengehälter der Direktoren. Laut der Dachorganisation „Mezzo“ helfen Zehntausende freiwillig, darunter auch viele Angehörige der in Altersheimen lebenden Menschen.
Die Altenvereinigung ANBO begrüßt diesen Vorstoß. Sie findet es gut, dass die Angehörigen sich beteiligen sollen und meint, dass es auch den Pflegebedürftigen gut bekommen würde. Heute muss man versuchen, neue Wege zu gehen.
Wie steht ihr dazu, dass die Pflegebedürftigen nun auf die Hilfe der Angehörigen angewiesen sein sollen? Wenn diese nicht wollen, bekommen sie keinen Platz im Alten-Pflegeheim oder sie müssen mehr zahlen, was dann auch wieder von den Angehörigen übernommen werden müsste. Wenn die Verhältnisse zwischen den Beteiligten nicht gut waren, müssen sich die alten Menschen dann noch Vorwürfe gefallen lassen. Ich finde das schrecklich oder sehe ich es zu schwarz?
Mal ehrlich: wer nicht ohnehin 4 Stunden für seinen Angehörigen erübrigen kann, der hat in meinen Augen auch den Platz im Pflegeheim nicht verdient. Ausnahme ist natürlich, wenn zwischen dem Bewohner und seiner Familie irgendwas vorgefallen ist, was eine Pflege nicht möglich macht. Und in seltenen Fällen gibt es ja auch keine Angehörigen mehr. Da sollte man dann schon drüber nachdenken, was man da macht. In meinen Augen hat der Bewohner dann trotzdem einen Platz verdient.
Vier Stunden im Monat sind wirklich gar nichts. Und ich finde es allgemein gut, wenn sich Angehörige auch an der Pflege beteiligen. Für die meisten dort lebenden Menschen ist es angenehmer, sich von einer nahestehenden Person waschen oder betten zu lassen, als von einer fremden. Wobei das natürlich auch nicht immer der Fall ist.
Problematisch finde ich, dass aber definitiv eine anständige Einweisung erfolgen muss, was gewisse Richtlinie und Hygienemaßnahmen betrifft. Auch wenn es der eigene Angehörige ist: im Heim muss man gewisse Standards einfach erfüllen und dazu muss man ausreichend und vor allem ausführlich aufklären. Das kostet natürlich auch Zeit, viel Zeit. Ich hoffe, dass man sich diese Zeit nicht schenkt und da wirklich Wert drauf legt, wenn man Pflege Menschen überlässt, die das nicht gelernt haben.
Aber einige Angehörige pflegen eh von sich aus schon mit und die dürften dann ja auch keine Probleme damit haben. Oftmals ist es ja so, dass der Angehörige im Vorfeld schon daheim gepflegt wurde und es irgendwann einfach nicht mehr geht. Man sollte sich dann auch überlegen, ob man vielleicht von der 90 jährigen Ehefrau eines Bewohners wirklich verlangt, dass sie noch 4 Stunden pflegt, wenn sie vielleicht selbst Probleme hat. In dem Falle sind 4 Stunden schon wieder viel.
Bei Enkeln oder dergleichen, die vielleicht mal eine Stunde Weg auf sich nehmen müssen, finde ich es aber absolut gerechtfertigt. So ein "Opfer" kann man da schon mal bringen. Ich würde es Fallabhängig machen. Aber das wird ein Problem sein.
4 Stunden im Monat für seine Verwandten aufbringen ist meiner Meinung nach gar nichts, wer das nicht schafft, sollte meiner Meinung nach empfindlich mehr zahlen und nicht so ganz leicht davon kommen.
Es ist völlig in Ordnung, wenn man das von Verwandten verlangt. Wenn ich mal sehe, wie viele Menschen nur auf Probe oder nur mit einer Maßnahme im Altenheim arbeiten, dann verstehe ich nicht den Einwand, dass man etwas falsch machen könnte. Gerade auch als Verwandter kann man doch mal waschen. Das ist kein Problem und das kann wirklich jeder machen. Auch in der Küche kann jeder helfen. Ein bisschen Tisch decken etwas zubereiten und Essen reichen, das sollte man schon erwarten können.
Ich habe schon oft in Alten- und auch Behindertenheimen gearbeitet und leider ist mir eines besonders aufgefallen. Es gibt wirklich sehr seltene Besuche und die meisten Menschen sind den ganzen Tag im Heim und bekommen keinen Besuch. Es gibt sogar Menschen, die bekommen nie Besuch. Meiner Meinung nach geht so ein Verhalten gar nicht. Klar man hat wenig Zeit, aber ein paar Stunden im Monat sollte man schon bereit sein Mal etwas für seine Verwandtschaft zu machen.
Es ist ja auch eine Entlastung für die Pflegekräfte. Diese sind meist unterbezahlt und schieben trotzdem Überstunden, wenn die Verwandten dann etwas mithelfen, kann man die Arbeitsbedingungen etwas verbessern und den sozialen Kontakt zu den Verwandten darf man meiner Meinung nach auch nicht außer Acht lassen.
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