Psychische Begleitung bei Totgeburt

vom 06.08.2012, 06:38 Uhr

Leider kommt es auch noch heutzutage immer wieder mal vor, dass während der Schwangerschaft das Kind noch im Bauch verstirbt. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist es ja so, dass die Geburt leider natürlich stattfinden muss. Als Betroffene hat man erst einmal überhaupt mit dem Tod des Kindes zu hadern und dann muss man auch noch das Kind auf natürlichen Wege zur Welt bringen, was zusätzlich extrem belastend ist.

Allein wird ein Paar oder eben auch nur die Mutter, wenn sie keinen festen Partner hat, wohl nur schwer damit fertig. Das medizinische Personal ist sicherlich auch nicht unbedingt dazu gedacht, eine zusätzliche psychische Begleitung zu gewährleisten, oder? Muss sich die Frau oder das Paar selbst um eine psychische Beratung bemühen oder wird da seitens des medizinischen Personals doch eine gewisse Hilfestellung gegeben und wenn ja, wie sieht diese aus? Wie wird sonst in einem solchen Fall gehandelt?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Meine Mutter hatte eine Totgeburt, das ist aber schon lange her. Meine Schwägerin hatte auch eine Totgeburt vor drei Jahren. Sie hat natürlich von ihrer Familie psychischen Beistand bekommen, aber von keiner offiziellen Stelle. Du bekommst ja auch keinen Beistand, wenn deine Verwandten im Krankenhaus sterben. Wenn man religiös ist, kann man mit dem Krankenhauspfarrer reden. Rund ums Thema Sterben gibt es auch Selbsthilfegruppen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Es gibt im Krankenhaus immer einen Seelsorger, welchen man zu Rate ziehen kann sofern man dies möchte. Das hat in meinen Augen auch wenig damit zu tun, ob man gläubig ist, oftmals hilft es auch einfach nur eine Person zum Reden zu haben. Jemanden, der einem zuhört und einen nicht automatisch mit Samthandschuhen anfasst und alles Geschehene totschweigt. Viele Kliniken bieten auch genau zur Thematik Fehl- und Totgeburt Gesprächrunden und Gruppen für betroffene Familien an, ob man diese wahrnehmen möchte bleibt letztlich ja jedem selbst überlassen.

Und auch auf eine Nachsorgehebamme hat man Anspruch. Die muss man sich dann eben suchen, sofern man sie nicht ohnehin bereits an der Hand hatte. Und ja auch die kommt jederzeit um einem in dieser Situation beizustehen. Man muss nur den Wunsch danach äußern. Man ist also nicht auf sich alleine gestellt, aber von alleine kommt eben auch niemand wirklich auf einen zu. Eigentlich auch logisch, wie gesagt nicht jede betroffene Familie wünscht eine Betreuung. In welcher Form auch immer.

» milknhoney » Beiträge: 370 » Talkpoints: 2,98 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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