Sind Krankentransporte generell kostenlos?

vom 24.07.2012, 21:15 Uhr

Neulich in der Stadt ist eine ältere Frau gestürzt und sie wollte keinen Krankenwagen, weil sie meinte, dass sie kein Geld für den Krankentransport hat. Sie hat aber eine Dame gebeten aus ihrer Geldbörse die Krankenkarte zu nehmen und mit ihr zum Arzt um die Ecke zu gehen. Die junge Frau, die der alten Frau geholfen hat meinte dann, dass sie doch besser einen Krankenwagen holt, weil sie ja die Karte hat und dann für sie der Krankentransport von der Kasse übernommen würde.

Sind diese Krankentransporte generell für den Patienten, der in einer Krankenkasse ist kostenlos oder muss man auch den Krankentransport selber aus eigener Tasche bezahlen, wenn man gesetzlich krankenversichert ist. In dem oben genannten Beispiel ist die alte Dame dann doch mit dem Krankenwagen abtransportiert worden. Aber muss man sich wirklich Gedanken machen, dass man den Krankenwagen selber zahlen muss?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Berechtigte Frage von dir. Genau weiß ich es auch nicht. Da ich aber selber vor 2 Tagen die 112 gewählt habe, um die Schwiegermutter ins Krankenhaus bringen zu lassen, weiß ich jetzt, der Laie, so wie ich, macht sich nie Gedanken um den Unterschied zwischen Krankenwagen, Rettungswagen, Notarzt oder Krankentransport.

Frage nie nach einem Krankenwagen, keine Ahnung, was das eigentlich ist. Ich glaube, das ist so ein Laienbegriff. Entweder brauchst du die Rettung oder einen Notarzt oder du brauchst nur einen Transport. Rettung/Notarzt würde ich (in Zukunft) nur im Fall von Notfällen rufen. Ob die alte Dame mit dem Sturz ein Notfall war, woher soll man das als Laie wissen? Wer hat schon Röntgenaugen?

Ein Krankentransport wäre dann etwas, wenn jemand nicht mehr selber zum Arzt kann, aber z. B. ins Krankenhaus muss, weil es irgendwo kneift, aber eben nicht Lebensbedrohlich ist.

Der Haken, auf so einen Krankentransport wartet man gerne mal 1 1/2 Stunden. Auf den Rettungswagen nur ein paar Minuten. Natürlich ist der Rettungswageneinsatz teurer. Wenn der Arzt nachträglich nicht bescheinigt, dass der Einsatz so notwendig war, wird man die Differenz zum Krankentransport selber tragen müssen. Einen Eigenanteil gibt es aber immer. Im Fall eines Krankentransportes sind das ca. 10 Euro. Und das kann natürlich auch für einen Rentnerin sehr viel Geld sein.

Ich habe aber keine Ahnung, was z. B. im Fall der alten Dame passiert, wenn sie keinen Rettungswagen möchte, aber irgendjemand den Rettungswagen ruft. Noch dramatischer sind ja Hubschraubereinsätze, da drohen Rechnungen von mehreren Zehntausend Euro. Gute Frage, wer bezahlt das am Ende?

Im Fall meiner Schwiegermutter habe ich es aus psychologischen Gründen für besser gehalten, einen Rettungswagen kommen zu lassen. Der Mensch bei der Feuerwehr hat mich natürlich gefragt und mir das auch angeboten. Letztlich wäre es egal, die Versicherung würde ohnehin zahlen. Vom Rettungswagen gab es allerdings einen Anschiss. Nur war die Alternative 1 1/2 Stunden mit einer alten, sich körperlich in einem sehr schlechten Zustand befindlichen Frau mit u. a. Herzproblemen zu warten, die voller Panik gerade ihr Leben den Bach runtergehen sah. Das Leben ist eben nicht schwarz-weiß. Mal sehen, wie das mit der Rechnung wird.

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» Richtlinie2 » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Jeder Krankentransport ist für den Patienten zuzahlungspflichtig, wenn er nicht generell von der Zuzahlung bei medizinischen Dingen befreit ist, z.B. wegen einer Härtefallregelung.

So gibt es Pauschalbeträge, die bezahlt werden müssen, wenn man per Taxi, Krankenwagen oder Notarztwagen transportiert werden muss. Je nach Transportart sind die Pauschalen dann natürlich unterschiedlich. Die Strecke spielt dabei meines Wissens keine Rolle, der Transport auf die andere Strassenseite ist dabei genauso teuer, wie ein Transport quer durch die Stadt.

» Squeeky » Beiträge: 2793 » Talkpoints: 6,25 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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