Neurodermitis und Schwitzen

vom 25.07.2012, 06:34 Uhr

Wie viele hier wissen hat mein Sohn, inzwischen 3,5 Jahre seitdem er 6 Monate alt ist eine sehr schwere Form der Neurodermitis. Ich rede hier nicht von ein paar roten Flecken oder so, sondern von einer wirklich heftigen Form. In den letzten Wochen hat sich sein Zustand ohne zunächst ersichtlichem Grund stark verbessert. Therapeutisch gesehen habe ich genau nichts gemacht, also kann es nicht an irgendeiner Therapieart liegen. Auch sonst hat sich nicht wirklich etwas geändert. Die Lebensumstände sind gleich geblieben und es war eigentlich normaler Alltag, also es gab keine emotionalen Ereignisse, weder in positiver noch negativer Richtung, zumindest keine größeren Ereignisse.

Allerdings ist mir heuer so etwa ab Ende Mai aufgefallen, dass mein Sohn plötzlich schwitzen kann. Ich habe mir eigentlich nie etwas dabei gedacht, aber genau genommen hat mein Sohn fast nie oder zumindest nur ganz selten und dann nur wenig geschwitzt. Selbst wenn er in einem überhitzten Auto gesessen ist, hat er kaum geschwitzt. Und wenn er herumgetobt ist hat er auch nicht viel geschwitzt, maximal ein wenig. Ich habe mir nicht viel dabei gedacht, weil ich selber auch nur wenig schwitze und ich mir eben dachte, dass er das vielleicht von mir hat oder so.

Jedenfalls schwitzt er seit einigen Wochen zumindest stärker als früher und siehe da, seitdem er eben schwitzen kann, geht es seiner Haut um ein vielfaches besser. :) Viele fragen sich natürlich nun, worauf das zurück zu führen ist. Die Neurodermitis ist zwar weiterhin noch da, aber zumindest eben im normalen Bereich. Da es hier ja auch einige gibt, die selber Neurodermitis haben oder zumindest jemanden kenne, wollte ich einmal nachfragen, ob ihr hier einen Zusammenhang seht. Ich habe zwar schon öfters gelesen, dass Schweiß die Neurodermitis verschlechtert und das mag kurzfristig auch durchaus kurz sein, aber generell scheidet man durch das Schwitzen ja auch genügend Schadstoffe und so weiter aus.

Inzwischen kann ich es mir bei meinem Sohn schon ein wenig so vorstellen, dass er innerlich regelrecht zum Kochen angefangen hat. Vielleicht war das auch der Grund, dass er gerade beim Herumtoben oder bei emotionalen Angelegenheiten immer einen erneuten Schub bekommen hat. Ist ja auch klar, weil normalerweise schwitzt man in solchen Situationen ja auch ein wenig und wenn das nicht raus kann, zeigt es sich dann eben durch eine Neurodermitis. Vielleicht ist das nicht der Grund, und wie gesagt in erster Linie freue ich mich einfach, dass es derzeit besser ist, aber mich würde dennoch interessieren, welche Erfahrungen ihr in diesem Zusammenhang gemacht habt.

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» tournesol » Beiträge: 7773 » Talkpoints: 0,38 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Bei Menschen, die an Neurodermitis erkrankt sind, ist es tatsächlich so, dass die Schweißbildung gestört ist. Oftmals schwitzen die Betroffenen sehr wenig. Durch den dann entstehenden Hitzestau kann es zu einer Verschlechterung der Krankheit und zu stärkerem Juckreiz kommen. Es ist interessant, zu lesen, dass sich dieses Problem bei deinem Sohn scheinbar ohne Behandlung selber reguliert zu haben scheint. So etwas habe ich noch nicht gehört.

Ich habe selber auch Neurodermitis und habe erfahren, dass man diese Regulation des Schwitzens auch durch Saunagänge verbessern kann. Dadurch scheint der Körper dann zu lernen, dass er auf Hitze mit Schwitzen reagieren sollte. Ich war erst skeptisch, weil ich merkte, dass der Schweiß in den Ellen- und Kniebeugen ( die einzigen Stellen, an denen Neurodermitiker normal schwitzen) das Problem eher verschlimmerte.

Da wir aber eine Sauna im Haus haben, habe ich es einfach mal ausprobiert und war erstaunt darüber, dass es tatsächlich geholfen hat. Der Schweiß, der in der Sauna entsteht, soll vor allem eine reinigende Wirkung haben und Giftstoffe und auch Reste von aufgetragenen Salben ausspülen.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Was Barbara Ann schreibt, kann ich nur unterstreichen. Das intensive Schwitzen in der Sauna hat mir auch gut getan, meine Neurodermitis-Haut zu beruhigen. Eigentlich schwitze ich schon, aber wirklich wie beschrieben vor allem in den Kniebeugen, Armkehlen und unter den Achseln. Wenn man dann noch einige Wunden hat, die noch nicht abgeheilt sind, dann brennt der Schweiß teilweise total eklig unangenehm. Ich würde dir also als Tipp geben, wenn dein Sohn jetzt verstärkt schwitzt, ihn zwischendurch am Tag gelegentlich mal mit klarem Wasser abzubrausen. Dabei kann das Wasser ruhig erfrischend kühl sein, so kühl wie dein Kind das gerade noch als angenehm findet. Waschlotionen sind nicht notwendig, sonst wird die Haut wieder zu sehr entfettet. Zumindest ist das bei mir so.

Ohne dich jetzt zu sehr enttäuschen zu wollen: Meine Haut sprach auch immer gut auf Sommer und Sonne an. Im Winter hatte ich eher immer wieder einen Schub. Im Sommer habe ich mich deshalb bewusst viel im Freien und in der Sonne aufgehalten, weil ich die Sonneneinstrahlung immer als extrem lindernd empfunden habe, am besten, wenn man nur einen Bikini oder ähnliches Leichtes am Körper hatte. Deshalb bieten ja einige Ärzte auch Lichttherapie für Neurodermitiker an. Sei nicht allzu traurig, wenn mit dem Novemberwetter und der Heizungsluft dann auch der Ausschlag verstärkt zurück kommt. Genieße einfach jetzt die ruhigen Tage und die ausgeglichene Haut deines Sohnes.

Das mit dem Schwitzen, das die Haut deines Sohnes plötzlich gelernt hat, würde ich mir als medizinischer Laie mit der Hormonentwicklung deines Sohnes erklären. Dein Sohn ist ja mit 3,5 Jahren nun im vierten Lebensjahr. Lies doch mal diesen Artikel. Dort steht was zu der Hormonentwicklung von Jungen geschrieben, was ich auch schon in anderen Quellen so in etwa gelesen habe. In den ersten Monaten nach der Geburt ist bei Jungen der Testosteronspiegel noch hoch und ebbt dann stark ab. Im vierten Lebensjahr kommt es dann wieder zu einer verstärkten Produktion des männlichen Hormons. Männer, die ja viel Testosteron haben, schwitzen ja auch mehr als Frauen, die wenig Testosteron haben. Vielleicht hängt das Schwitzen und der Hautzustand ja mit dem Hormonspiegel zusammen und du hast Glück und die Haut von deinem Sohn ist jetzt dauerhaft beruhigt?

Warum ich mit der Hormonthese komme: Ich habe gemerkt, dass sich bei mir Hormone recht stark auf die Neurodermitis auswirken, klar, weil ich eine Frau bin natürlich der weibliche Hormonhaushalt. So richtig schlimm wurde bei mir die Neurodermitis erst mit dem Hormoneinschuss in der Pubertät, dann in der ersten Schwangerschaft verabschiedete sich die Neurodermitis total und mit meiner letzten Schwangerschaft kam sie leider wieder zurück und mein jüngstes Kind und ich haben beide Neurodermits. Also gehe ich davon aus, dass der Hormonspiegel eine der vielen Ursachen der Neurodermitis ist, der von der Medizin bislang meines Wissens nicht so ausgiebig beachtet wird.

Auf jeden Fall würde ich jetzt nach dem Prinzip "never touch a running system" handeln und die Körperpflegeprodukte und alles andere was ihr gerade so mit Wäschepflege uns so weiter benutzt unverändert beibehalten so lange es geht und nicht durch eine Änderung ein neuerliches Ungleichgewicht riskieren.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



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