Frauenzyklus und die Tage vor den Tagen

vom 06.07.2012, 16:35 Uhr

Ich habe mal ein etwas "brisantes" Thema zum diskutieren und hoffe, dass Ihr einige Tipps parat habt. Seit vielen Jahren schon plagen mich in der zweiten Zyklushälfte folgende Symptome: Brustspannen, Unterleibschmerzen, Depressionen und Weinerlichkeit. Es ist manchmal so, als wäre ich dann ein anderer Mensch. Meine Frauenärztin meint, dass ich da einfach durch müsse und es nichts außer Schmerztabletten geben würde, was hilft. Kennt Ihr das auch? Gibt es wirklich nichts dagegen? Mich belastet das schon. Ich bin auch im Job schon öfter deswegen ausgefallen.

» Pommeline » Beiträge: 189 » Talkpoints: 9,09 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich hatte nicht so ganz schlimme Probleme. Vor meinen Tagen war ich aber immer psychisch sehr labil und Bauchscherzen haben mich auch geplagt. Ich habe nicht wirklich etwas gefunden, was mir geholfen hat, außer die Einsicht, dass es nur ein oder zwei Tage dauert und dann vorbei ist. Aber wenn es ganz schlimm ist, würde ich die Frauenärztin einmal fragen, ob du nicht die Pille nehmen solltest. Damit würden einige Beschwerden verschwinden, aber sie hat eben auch andere Nachteile, wenn man sie nicht verträgt.

Nach meinen Schwangerschaften sind meine Beschwerden besser geworden. Jetzt bin ich schon älter und in der Menopause. Die Wechseljahre habe ich ohne Beschwerden überstanden und bin ehrlich gesagt froh, dass ich diese ganzen Unannehmlichkeiten mit der Periode nicht mehr habe. Ich fühle mich wohler als jemals zuvor. Ich kann keine wirklichen Ratschläge geben, außer irgendwelche Tees zu trinken und sich zu schonen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Das klingt, als hättest du PMS - das Prämenstruelle Syndrom. Das haben ca. ein Drittel aller Frauen, ich gehöre dazu. Es ist äußerst lästig, das glaube ich dir gerne.

Bei mir beginnt es mit einem beachtlichen Stimmungsabfall, ganz egal, wie gut gelaunt ich noch einen Tag vorher war. Dann höre ich das Gras wachsen, dann erkenne ich hinter jedem Satz irgendeine negative Botschaft, stelle mein ganzes Leben samt der Mitmenschen, meinen Beruf, meine Lebensweise, den Sinn meines Lebens - einfach alles - in Frage und verfalle vorübergehend genau wie du in schlimme Depressionen. Sobald die Regel einsetzt oder am besten vorbei ist, ist es meistens wieder vorbei. Dann stören mich die ganzen Dinge gar nicht mehr, die mich so an den Rande des Wahnsinns getrieben haben.

Das ist wie ein Orkan, der einfach über mich hinwegfegt und selbst wenn ich mir noch sagen kann: ach, kriegst bestimmt wieder deine Regel, selbst dann ist es meistens schon zu spät und es streckt mich vor allem psychisch nieder und ich kann trotz des Wissens, wo es herkommt, nichts dagegen tun. Es macht mich platt. Dann bin ich dermaßen missmutig, antriebslos, auch sehr schnell reizbar, müde und sensibel, sowas kenne ich sonst gar nicht so sehr von mir.

Wenn dann noch irgendwas anderes dazukommt, dann bringt das das Fass so richtig zum Rollen. Hatte ich erst jetzt wieder. Ich hatte 7 Tage lang einen sehr lange gehenden Spätdienst und konnte niemanden treffen in der Zeit, klar, wenn alle morgens arbeiten und zeitig ins Bett gehen. Ich hatte eine Woche lang keinen zum Reden, konnte nicht telefonieren und war eben für mich alleine untwegs zum Arbeiten. Hinzu kamen eben diese Tage vor den Tagen und das PMS. Mein Freund hat sich gleich wieder aus der Affäre gezogen und nur kurze, brockenweise SMS geschrieben, wenn überhaupt. Macht er eigentlich immer so, aber ich hab natürlich wieder geglaubt, dass er micht nicht mehr liebt und habe mich immer tiefer reingezogen und mich sogar wieder beinahe getrennt. Mein Freund steht dann leider auch immer auf der Leitung und fühlt sich eher noch angegriffen, als dass er begreift, dass ich jetzt einfach dringend seine Schulter brauche. Es ist wie verhext.

Ja und so führt eben eins zum anderen. Das Psychische ist eigentlich mein Hauptleiden vor meiner Regel. Es kommen aber auch noch Schwindel, ein bisschen Schwäche, manchmal Migräneanfälle, starke Krämpfe während der Regel und vor allem auch Wassereinlagerungen in den Beinen und Händen dazu. Momentan wird das Ganze durch die Wärme noch verstärkt, aber meine geschwollenen Füße und Waden machen mir gerade wieder sehr zu schaffen, ich glaube, ich platze fast.

Dagegen tun kann man nicht viel. Man könnte hormonell dagegen steuern und die Pille nehmen, aber das kann ich wegen anderer Probleme auch nicht. PMS ist ja ein endokrinologisches Problem. Es wird auch geraten, besonders auf die Ernährung zu achten und wenig Salz und Fett in der Zeit zu sich zu nehmen, lieber leichte Dinge und etwas weniger essen. Klar, Bewegung macht frei und lenkt ab, das sollte man auch machen - vor allem auch zum Stressabbau, denn Stress führt zu PMS bzw. fördert das. Gleichfalls sollte man sich aber auch nicht zwingen zu irgendwas, und es auch mal ruhig angehen lassen in der Zeit - aber Vorsicht, nicht, dass es zum Grübeln kommt.

Gegen die psychischen Probleme kann man im schlimmsten Fall natürlich Antidepressiva nehmen, aber wer will das schon. Ich möchte das eigentlich lieber vermeiden. Gegen die Wasseransammlungen kann man Diuretika, also Mittel zum Ausschwemmen nehmen, gegen die Schmerzen helfen Tabletten oder alternative Methoden wie Bewegung/Ruhe, ein warmes Bad, Wärmflasche auf den Bauch, was man eben so macht. Ja und dann muss man sehen.

Am schlimmsten ist für mich das Unverständnis meines Freundes oder überhaupt der einen umgebenden Leute. Es wird immer gewitzelt "Du hast wohl deine Tage" - aber wie schlimm das wirklich ist, das weiß keiner, der es nicht kennt. Du wirst mich verstehen. Es ist schlimm für mich, wenn ich in dieser Phase nur Kritik bekomme - dass ich mich nicht so anstellen soll, dass ich es übertreibe, dass ich alles zu ernst nehme, dass ich übellaunig bin, dass ich zu sehr klammere. Das ist das Allerschlimmste, weil dann wird es nur noch schlimmer und immer schlimmer und das quält mich. Wenn dann noch dieses Unverständnis dazukommt, dann denke ich schon stark über Suizid nach, das muss ich sagen. Sobald die Phase dann vorbei ist, beruhigt sich das, aber manchmal ist es schwierig, bis dahin zu kommen.

Es ist wichtig, dass man den Partner informiert über das PMS, damit der auch lernt, damit richtig umzugehen und einem helfen kann. Nichts ist schlimmer, als ein Partner, der sich genau in dieser Phase in der Position sieht, dass er sich verteidigen muss gegen unsere Laune, dabei ist das gar nicht persönlich gemeint. Man braucht so sehr jemanden, der einem dann den Halt gibt, den man sucht, sonst ist man verloren, sonst geht es immer tiefer.

» Mandragora » Beiträge: 1763 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich habe bis vor fast zwei Jahren ganz furchtbar unter den Tagen vor den Tagen gelitten. Ich war unerträglich, zickig und mir war ständig übel. Auch habe ich nach der Arbeit stundenlang geschlafen und bin nicht mehr richtig wach geworden. Dann kamen noch Depressionen dazu, ich habe jede Kleinigkeit auf die Goldwaage gelegt und meinen Partner angezickt.

Aber bei mir hat der Frauenarzt Abhilfe geschafft. Ich vertrage die Pille ja sowieso nicht mehr und ich habe ihm damals die komplette Symptomatik geschildert und er hat mir dann zu einem Verhütungsimplantat geraten. Und ich muss gestehen, dass die Symptome bei mir nicht mehr so ausgeprägt sind. Ich bin meistens, auch vor und während den Tagen super gelaunt, bin weniger weinerlich und ich lege mich auch nicht mehr einfach zum Schlafen hin.

Ich vermute auch, dass ich eine Art von PMS habe, die sich aber unter Kontrolle halten lässt. Aber solange ich nicht wieder in diese elendigen Depressionen rutsche, ist es mir insgeheim auch egal. Meine Tage werden zwar etwas stärker und ich leide einige Stunden ehe es losgeht unter Bauchschmerzen und Blähungen, aber das Gesamtbild vor den Tagen ist eindeutig milder geworden.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ich habe von PMS bisher noch nie etwas gehört, aber es hört sich sehr nach den von dir beschriebenen Symptomen an und ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass mein Vorredner diesbezüglich recht hat. Ich selbst habe aber auch schon gehört, dass sowas durch die Pille entstehen kann, eventuell würde ich die Frauenärztin diesbezüglich befragen und eine andere Pille in Betracht ziehen. Ich selbst habe mit meiner Pille bislang niemals Probleme gehabt, aber eine gute Bekannte von mir hatte bei ihrer ersten Pille extreme Depressionen und konnte sie kein bisschen vertragen. Sie hat aber ein bisschen gebraucht, bis sie dahinter gekommen ist, dass es die Pille war und die Symptome sind beim Wechsel der Pille dann verschwunden.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Wow, danke für die vielen Antworten! Da kennen sich ja doch einige mit dem Problem aus und ich stehe nicht ganz alleine da. Bei mir geht es da konkret um ca. drei bis vier Tage nach dem Eisprung bzw. nochmal kurz vor der Periode. Dann ist es wirklich so, als würde ich ein anderer Mensch werden. Ich bin unglaublich zickig, depressiv, etc. Die Bauchschmerzen bzw. die Kopfschmerzen sind nicht so das Problem, denn die bekomme ich mit Schmerzmitteln in den Griff. Viel schlimmer sind die psychischen Symptome. Ich könnte dann nur noch im Bett liegen und heulen, alles ist grau. Ganz schlimm. Ich sage mir dann auch vorher immer wieder, dass es ja nur ein paar Tage sind und dass es mir dann auch wieder besser geht, aber viel bringt das nicht. Wenn die Depression erstmal da ist, kann mich kaum was aufmuntern. Mein Mann ist da zum Glück sehr geduldig und tut in der Zeit echt alles für mich.

Die Pille vertrage ich leider nicht. Ich habe schon drei Präparate ausprobiert, aber davon ging es mir noch schlechter. Ich weiß auch nicht genau warum. Wie ich schon geschrieben habe, weiß meine Frauenärztin auch nicht weiter. Vielleicht sollte ich mal zu einer anderen gehen und das Problem nochmal schildern. Vielleicht gibt es ja auch für mich noch eine Lösung. Wäre schön. Ich habe deswegen schon häufig meinen Job verloren. Zum Glück war ich nie arbeitslos, weil ich immer schnell wieder was gefunden habe, aber wie lange soll das noch so weitergehen? Ich konnte sogar meine Chefs verstehen, wenn sie mich gekündigt haben. Mein Krankenstand war einfach viel zu hoch und meine Fehlerquote in dieser Zeit auch. Ansonsten war ich richtig fit, produktiv und mache sonst eigentlich kaum Fehler. Aber in diesen paar Tagen, bekomme ich nichts auf die Reihe.

» Pommeline » Beiträge: 189 » Talkpoints: 9,09 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Was du schilderst, ist mir zumindest teilweise ein Begriff und ich kannte das von mir bis vor einiger Zeit auch, wenn auch nicht ganz so extrem, wie du das hier beschreibst. Ich hatte immer zwei bis drei Tage vor Beginn meiner Periode massive Probleme, vor allem hatte ich Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich, wahnsinnigen Heißhunger, sodass zwei Tüten Chips in zehn Minuten vernichtet sein konnten, und vor allem auch Stimmungsschwankungen. Es war nicht wie bei dir, dass ich allgemein deprimiert gewesen wäre, eher war es ein Auf und Ab; freute ich mich in der einen Sekunde noch über eine nette Geste meiner Mutter und war begeistert, konnte sie im nächsten Moment nur ein falsches Wort sagen und ich war am Boden zerstört.

Mir hat die Pille letztlich sehr geholfen, denn seit ich ein Produkt nehme, das ich vertrage, sind meine Schmerzen gänzlich verschwunden, der Heißhunger hat sich auf ein normales Maß reduziert, sodass meine Portionen nur noch ein wenig Übergröße haben, und die Stimmungsschwankungen sind zumindest ein wenig abgeflaut. Meist habe ich einen Tag vor meiner Periode wegen irgendeiner Kleinigkeit einen Weinkrampf, wenn ich mich wieder beruhigt habe, geht es aber und das Laster der Stimmungsschwankungen ist zumindest für diesen Monat abgegolten.

Da du die Pille nicht verträgst, kommt das für dich natürlich nicht in Frage, ich denke aber, dass du auf jeden Fall den Frauenarzt wechseln und vielleicht sogar auf den Rat eines neuen Frauenarztes andere Fachärzte hinzuziehen solltest. Ich denke, dann könnte man für dich eine geeignete Therapie erarbeiten, die deine Beschwerden lindern könnte. Möglicherweise sollte man deinen Gebrauch von Schmerzmitteln überprüfen, vielleicht wäre auch der Einsatz leichter Psychopharmaka für dich eine Hilfe, möglicherweise können dir auch homöopathische Mittel wie Mönchspfeffer weiterhelfen. Vielleicht würde eine gezielte Massage eines Fachmannes auch deine Schmerzen im Voraus mildern? Ich denke jedenfalls, dass das Zusammenspiel mehrerer Methoden und Fachärzte bei dir viel bewirken könnte, keinesfalls solltest du dich weiterhin mit der wenig hilfreichen Antwort deines jetzigen Arztes abspeisen lassen.

» Anemone » Beiträge: 1740 » Talkpoints: 764,26 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich denke mal, das trifft uns alle mal mehr und mal weniger. Was ich in der Tat zweimal versucht habe, waren Präparate mit Mönchspfeffer, die tatsächlich einen gewissen Einfluss auf den Hormonhaushalt haben. Allerdings muss man die auch schon einige Wochen einnehmen, ich habe das so drei bis vier Monate gemacht und tatsächlich eine bedingte Besserung festgestellt, ich war nicht mehr ganz so explosiv geladen. Allerdings hat es sich bei mir dann immer ergeben, dass ich nach der Blutung noch zwei bis drei Tage eine Schmierblutung hatte, was mir auf den Nerv ging.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


So, mich lässt dieses Thema jetzt einfach nicht los. Meine nächste Periode steht an und ich merke, wie ich wieder ganz schön down bin. Ich könnte die Uhr danach stellen. Jetzt habe ich noch ein bisschen im Internet recherchiert und einen interessanten Beitrag über natürliches Progesteron gelesen. In diesem Beitrag stand, dass die ganzen Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte, also das prämenstruelle Syndrom, durch einen Progesteronmangel entstehen können und wenn dieser ausgeglichen ist, man sogar beschwerdefrei sein kann. Man muss einen Speicheltest machen, um das herauszubekommen. Das werde ich gleich mal in Angriff nehmen und morgen meine Frauenärztin fragen. Sollte sich diese wieder nicht für mich und mein Problem interessieren, gehe ich direkt woanders hin.

» Pommeline » Beiträge: 189 » Talkpoints: 9,09 » Auszeichnung für 100 Beiträge


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