Welche Voraussetzungen bedingt ein räumliches Hören?

vom 06.07.2012, 21:10 Uhr

In meiner Klasse war ein Mädchen, welches nicht räumlich hören konnte. Sie konnte nicht hören, woher ein Geräusch kam. Wenn sie gerufen wurde, hat sich sich nach allen Richtungen umgeschaut. Wenn sie mit dem Fahrrad zur Schule kam, dann war es für sie auch schwierig, Geräusche zu erkennen und zu deuten, aus welche Richtung sie kamen. Sie musste sich beim Fahren noch mehr konzentrieren als unser eins, der eine Gefahrenquelle auch so hören kann, dass er weiß, von rechts kommt ein Auto.

Ich habe mich schon immer gefragt, welche Voraussetzungen ein räumliches Hören bedingt. Was hat meiner Klassenkameradin gefehlt, dass sie dieses räumliche Hören nicht hatte? Wie kommt es, dass es Menschen gibt, die zwar gut hören, aber einfach nicht deuten können woher ein Geräusch kommt?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Die neuronale Struktur, die deiner Kameradin anscheinend gefehlt hat, nennt sich Nucleus olivaris superior, hier der entsprechende Artikel auf wikipedia.

Dieser Kern ist in die neuronale Hörbahn integriert bzw. er ist selbst ein Bestandteil davon. Charakteristisch ist, dass bis zu diesen Kernen - sie liegen ja beidseits - die Hörleitung einseitig verläuft bzw. eine monotone Verschaltung stattfindet. Erst hier bekommt jeder Kern zwei verschiedene Signale, nämlich einmal von der einen und einmal von der anderen Seite. Dementsprechend ergeben sich in der Fortleitungsgeschwindigkeit Differenzen, die dann hier verrechnet und als eine Art neues Signal weiter verschaltet wird. Jene Differenzen, die dadurch entstehen, dass die erst an der Ohrmuschel reflektierten und danach erst in den Gehörgang eindringenden Schallwellen erzeugen. So kommt im Endeffekt das Richtungshören zustande.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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