Wie wird beim Arzt Alzheimer festgestellt?

vom 27.06.2012, 07:16 Uhr

Im Fernsehen zeigten sie neulich in einer Serie, wie ein Arzt bei einem potentiellen Patienten einen Alzheimer Test machte. Er machte erst einen Fragebogentest und dann punktierte er Rückenmark. Im Rückenmark wurde dann festgestellt, dass wohl von einem Enzym erhöhte Werte da waren. Soweit so gut. Aber der Test kam mir schon ein wenig komisch vor.

Der potentielle Patient hat den Test als sehr einfach empfunden ist aber bei einigen Fragen unbewusst gescheitert. Von möglichen 30 Punkten erreichte er 16 und bei 25 besteht schon der Verdacht auf Alzheimer. Der letzte Test war eine Uhr. Der Patient bekam ein Blatt Papier, wo ein Kreis abgebildet war. In diesen Kreis musste er die Zahlen und die Zeiger hineinmalen und die Uhrzeit darunter schreiben. Der Patient meinte, dass das doch einfach wäre und er sicher nicht an Alzheimer erkrankt ist und malte die Zahlen ziemlich durcheinander und die Zeiger auch. Dann schrieb er eine Uhrzeit darunter, die auch damit nichts zu tun hatte, was er malte.

Nun frage ich mich, ob es beim Arzt wirklich so gehandhabt wird, dass man solche Tests macht. Ich kann es mir nicht so vorstellen, denn in den Serien ist es ja immer vereinfacht. Wie wird aber bei einem richtigen Arzt festgestellt, ob man wirklich an Alzheimer erkrankt ist oder einfach eben nur mal was vergisst. Woran stellt man 100 Prozent fest, dass man Alzheimer hat?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



In der Serie wurde die sehr vereinfachte Diagnostik gezeigt. Es stimmt zwar, dass man per diverser Fragen und auch mit der Uhr aufzeichnen testet. Aber vorher wird ein Verdachtspatient mehrfach untersucht. Dabei handelt man nach dem Ausschlussverfahren, was heißt, dass man alle anderen möglichen Ursachen für Gedächtnisausfälle untersucht. Erst danach wird von einer Alzheimer-Erkrankung ausgegangen. Übrigens wird bei den Untersuchungen auch ein Fragebogen bearbeitet, welcher etwa zehn Minuten dauert.

Der Proteintest muss noch recht neu sein. Zumindest war er 2009 noch nicht zugelassen und man ging davon aus, dass man mindestens noch drei Jahre benötigt, bis die Ergebnisse der Untersuchungen so fundiert sind, dass man diesen Test zulassen kann. Insgesamt wird aktuell noch behauptet, dass man Alzheimer zu Lebzeiten des Patienten nicht zu 100 Prozent nachweisen kann. Das geht erst nachdem der Patient verstorben ist und man ihn obduzieren kann.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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