Kinder und Schlaganfälle - welche Auslöser und Ursachen?

vom 19.06.2012, 14:39 Uhr

Letztens kam das Thema von Kindern mit Schlaganfällen kurz auf, auch habe ich davon ja gerade in einem anderen Thread etwas erwähnt. Aber ich frage mich, wie ein solcher Schlaganfall bei einem Kind entsteht, sofern es an sich gesund ist und es auch nicht die sonstigen Risikofaktoren sind.

Ist es dann ähnlich, wie bei einem Menschen, der sportlich aktiv ist, auf sich sehr achtet und sehr gesund lebt und der dann dennoch einen Schlaganfall erleiden kann? Kann man die Auslöser und Ursachen auch anhand der Gene bestimmen? Verläuft ein Schlaganfall bei einem Kind anders als bei einem Erwachsenem ab? Sollten die Gene oder die Vererbung eine Rolle spielen, wie kann dem vorbeugen? Welche Zahlen gibt es diesbezüglich, sprich, kann man sagen, wie viele Kinder in Deutschland und dem restlichen Europa im Jahr einen Schlaganfall erleiden?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Also soweit ich weiß, tritt ein Schlaganfall bei einem Kind nicht "einfach so" auf. In der Regel liegt ein angeborener Risikofaktor vor, zum Beispiel verengte Blutgefäße im Gehirn. Blutgerinnungsstörungen können auch ein Auslöser sein. Die Symptome können bei Kindern unterschiedlich sein. Je jünger das Kind ist, um so untypischer können die Symptome sein, sodass ein Schlaganfall im Neugeborenenalter oft nicht sofort erkannt wird.

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» Jessy_86 » Beiträge: 5456 » Talkpoints: 0,18 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Zahlen habe ich jetzt keine, aber wenn Kinder und Sportler Schlaganfälle erleiden, dann meist oder nahezu immer aufgrund einer Hirnblutung. Schlaganfälle können ja aufgrund von Blutungen im Gehirn oder durch Gefäßverschluss entstehen, Letzteres tritt deutlich häufiger auf.

Da Kinder in aller Regel aber eher keine "Arterienverkalkungen" aufweisen (wobei das in unserer Zeit auch schon beginnt aufgrund der Lebensumständen), sind die Ursachen hier eben diese Blutungen. Dabei platzt ein Aneurysma, das ist so etwas wie eine kleine Erweiterung, wie eine Gefäßaussackung im Gehirn.

Das Schlimme ist, dass man dagegen nicht viel tun kann. EIn Aneurysma kann man sicherlich im CT erkennen, aber das haben sehr viele Menschen. Aneurysmen bringen viele Leute mit auf die Welt und nehmen es wieder mit ins Grab ohne, dass es jemals Probleme gemacht hat. Daher wird man nicht viel tun, selbst wenn man ein solches Teil bei einer Untersuchung zufällig feststellt. Sicherlich, wenn man es gerade erwischt, wie es gefährlich erweitert ist, dann kann man auch operieren, aber wer nimmt bei einer kleinen, "gewöhnlichen" Aussackung wie es sehr viele Leute haben, eine OP am Gehirn in Kauf. Weder als Patient noch als Arzt würde man da gleich "Ja bitte!" rufen.

Durch dumme Zufälle, durch extreme und rasant zunehmende Anstrengung wie zum Beispiel Leistungssport, nimmt das Risiko der Ruptur natürlich zu, da ganz klar der Druck steigt in so einer Situation. Aber es passiert eben nicht nur Sportlern, es kann jeden treffen von heute auf morgen, häufig sind eben jüngere Menschen davon betroffen, weil man sich da am meisten anstrengt und aktiv ist. Man braucht nur etwas heben oder Sex haben oder als Kind braucht man nur draußen herumjagen wie jedes Kind. Heute kann ich völlig gesund sein und morgen platzt etwas in meinem Kopf. Hirnblutungen sind wie tickende Zeitbomben. Aber will ich es wissen? Nein, ich will es nicht wissen, was da noch kommen könnte.

Das Schlechte bei Hirnblutungen ist: die Sterblichkeit ist viel höher als bei Schlaganfällen durch Gefäßverschluss, weil es eben keine Frühwarnsignale gibt, weil derjenige einfach umkippt und eh man weiß, was ist, kann es zu spät sein, weil Hirnblutungen meistens massiv auftreten und zu wenig Zeit bleibt. Das ist bei vielen Schlaganfällen durch Gefäßverschluss anders. Das kann ich am herunterhängen Mundwinkel erkennen, an der Sprachstörung, an der Amnesie und an vielen anderen Dingen. Kleine Babys fallen natürlich auch nicht so schnell auf, wenn es da eine Blutung gegeben hat.

Das Gute an der Hirnblutung: wenn man es überleben sollte, so ist die Gefahr von neurologischen Ausfällen danach geringer oder fällt ganz aus. Kann die Blutung gestoppt werden, gehen in diesem Sinne keine Hirnareale kaputt. Es wird kein Hirnareal minderversorgt wie beim Gefäßverschluss und man kann in der Regel danach tun, was man vorher konnte - wenn man nicht ins Koma gefallen ist oder hineinversetzt wurde. Also eigentlich gibt es nichts wirklich Gutes an so einer Sache, man kann nur hoffen, dass einen das nicht wiederfährt.

Insgesamt kann man sagen und das habe ich eben einmal nachgeschlagen, dass die Gesamtprozentzahl von Hirnblutungen gerade mal bei 10-15% aller Schlaganfälle liegt, also relativ selten im Vergleich mit gefäßverschließenden Anfällen. Nicht alles sind Kinder, klar.

» Mandragora » Beiträge: 1763 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



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