PC-spiele nehmen positiven Einfluss auf die Gesundheit

vom 11.09.2011, 21:13 Uhr

Ich habe letztens im Fernsehen ein wenig rumgezappt und bin irgendwo bei einem dritten Programm hängengeblieben, wo sie Gesundheitsfragen beantwortet haben. Unter anderem wurde gesagt, dass Computerspiele positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Körper und Geist werden gefördert. Das ist eigentlich genau die gegenteilige Aussage, als die, die man sonst immer hört.

Weiterhin wurde gesagt, dass die Psyche positiv beeinflusst wird, weil man bei diesen Spielen so abschaltet, dass man alles ringsherum vergisst. Man denkt nicht mehr an die Sorgen und Nöte, die ein Mensch hat und die Seele erholt sich vom Stress. Dann wird das Gedächtnis trainiert. Kaum ein Spiel fordert nicht zum Denken auf. Also wird auch der Körper trainiert, auch wenn es nur das Gehirn ist.

Was denkt ihr darüber? Denkt ihr, dass Computerspiele wirklich positiven Einfluss auf Körper und Seele nehmen?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich denke, dieses Phänomen kann man am besten bei sich selbst testen bzw. nachvollziehen. Man stelle sich einfach mal vor, ein begeisterter Konsolen-Spieler spielt gerade z.B. FIFA 11. Er wählt seine Lieblingsmannschaft, stellt das Team nach seinen Wünschen auf und dominiert die Wettbewerbe, an denen er mit diesem Verein teilnimmt. Darüber hinaus spielt er auch regelmäßig online und hat unzählige Siege gegen andere, "reale" Spieler vorzuweisen. In solchen Fällen wird sich der Spieler durchaus darüber freuen, dass er "sein" Team zum Erfolg geführt hat bzw. führt, auch wenn diese Tatsache ihm keinen realen Nutzen bringt. Aber für den Kopf kann so etwas wie ein Medikament wirken, ebenso für die Seele.

Auf der anderen Seite können Spiele die Psyche auch negativ beeinflussen, weshalb ich den meisten Thesen, dass Spiele Aggressivität und Hass in einem Jugendlichen schüren können, nicht komplett widersprechen möchte. Sicherlich tragen die Spiele auch ihren Teil dazu bei, allerdings sind Amokläufe oder ähnliche Fälle nicht nur an Spielen festzumachen, da gehört schon einiges mehr dazu. Nichtsdestotrotz sollte man aber nicht nur die eine Seite der Medaille sehen, viele Spiele haben auch einen positiven Effekt. Meist sind das Spiele, denen man besondere Ereignisse aus dem eigenen Leben zuschreibt oder mit denen man etwas Besonderes assoziiert. Insofern glaube ich schon, dass die These, dass Computerspiele (wobei ich aber auch die Konsolenspiele dazu zählen würde) einen positiven Einfluss auf die Seele haben kann, stimmt.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich habe es doch schon immer gewusst, es ist gut, dass ich so oft spiele ;-). Spaß bei Seite, ich glaube durchaus, dass man, wenn man Computer- oder Konsolenspiele spielt, gut abschalten kann und mal den Stress um sich herum vergessen kann. Zwar kann man das mit anderen Dingen, wie Sport beispielsweise, auch, aber das ist ja hier nicht dir Frage.

Ich habe das auch schon einmal selber deutlich gemerkt, ich war recht nervös vor meinem ersten Tag als Praktikant. Abends habe ich dann ein wenig Computer gespielt und war dann recht ruhig, konnte gut einschlafen (was bei mir wenn ich nervös bin normalerweise nicht der Fall ist) und morgens gut raus kommen. Alles in allem hat es mich gut abgelenkt.

Bezüglich dieses Themas habe ich auch vor kurzem einen Bericht gelesen, dass beispielsweise Golf auf der Wii bei älteren Menschen die Hand-Augen-Koordination verbessern soll. Ich frage mich zwar, warum das nur bei älteren Menschen der Fall sein soll und warum auch gerade nur Golf (von anderen Spielen stand da nämlich nichts), denn wenn ich beispielsweise an Sudoku oder andere Rätselspiele denke, die ich kenne, dann fördern die mit Sicherheit auch einiges.

Natürlich muss man auch die andere Seite der Medaille betrachten, wie bereits erwähnt wurde. Allerdings glaube ich nicht, dass wenn kein aggressives oder gewalttätiges Potenzial bei einem Menschen vorhanden ist, dass Computer- oder Konsolenspiele diese hervorrufen. Da müssen dann noch andere äußere Bedingungen erfüllt sein. Ich selbst habe eine Zeit lang, wenn auch schon sehr lange her, die klassischen Spiele wie Quake 3, Doom, Counter Strike oder Unreal Tournament gespielt. Alles Spiele, die die Amokläufer ja auch gespielt haben (sollen) und weswegen sie ja angeblich so gewalttätig geworden sind und ich bin es nicht geworden. Ein Zufall? Oder sind da vielleicht doch mehr als nur die Spiele dran schuld?

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» Tassadar » Beiträge: 1245 » Talkpoints: -1,26 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Dass Spiele einen positiven Einfluss auf unsere Psyche haben, ist ja wohl der größte Witz, den ich je gelesen habe. Denn Computerspiele und Co bewirken genau das Gegenteil davon. Ich denke mal aber das, damit Gelegenheitsspieler gemeint waren, die mal ganz selten etwas am Computer spielen und nicht die Dauer Zocker. Zwar ist es mal ab und an gut mal sich mit einem Spielchen abzulenken aber nicht auf Dauer weise. Was mich aber immer sehr ärgert, ist, dass die Leute sich wundern, warum so viele Kinder verblöden oder ein Erwachsener auf einmal anfängt, das ganze Land zu terrorisieren. Die Erklärung ist ganz einfach. Diese Personen haben schlicht und einfach ihren Konsum nicht unter Kontrolle! Deshalb sollten vor allen Eltern verstärkt bei den Kindern über den Computer schauen und grenzen aufzeigen. Denn wenn das passiert, kann so etwas nicht passieren.

» GI KA » Beiträge: 1629 » Talkpoints: 62,28 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Man kann doch alles umdrehen oder nicht? Ich kann auch sagen, Musik ist gut für das Gehirn, man schaltet ab und so weiter, andererseits kann man aber auch das Gehör schädigen, Sport ist gut für den Körper, wenn man Pech hat bricht man sich aber was, dann ist das weniger gut, Kaffee trinken verringert die Wahrscheinlichkeit bestimmter Krankheiten, erhöht aber wieder die Wahrscheinlichkeit an etwas anderem zu erkranken. Es kann gut sein, dass einige Computerspiele ein gutes Gedächtnistraining sind, aber das sind zum einen ganz sicherlich nicht alle und zum anderen sollte man auch betonen, dass dies eben nur dann gilt, wenn man in Maßen spielt.

Heute ist das ja leider eher nicht so, weil viele Leute vom Computerspielen schon geradezu süchtig werden, so dass das mit Gesundheit rein gar nichts mehr zu tun hat, weil sie sich zum einen durch das dauerhafte Sitzen vor dem Computer die Haltung versauen und zum anderen auch nicht unbedingt in Sachen Gedächtnis und Co. gefördert werden, wenn sie nichts anderes machen, als Computer zu spielen. Das ganze hat eben auch zwei Facetten und man kann das weder von der einen Seite sehen und sagen, dass Computerspiele nur Nachteile mit sich bringt, noch von der anderen und behaupten, Computerspielen wäre gut. Die goldene Mitte ist eben das wichtige.

Letztendlich aber würde ich mal wieder sagen, dass sie im Fernsehen eben eh nicht mehr wissen, was sie senden sollen, letztens habe ich eine Freundin dabei erwischt, wie sie sich ein Programm angeschaut hat, bei dem behauptet wurde, man würde durch den Haushalt bestimmte Muskeln trainieren und man zählte auch auf, welche. Das ich nicht lache.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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