Ist ein Wachkoma gleichbedeutend einem Hirntod?
Ich habe heute erfahren, dass wohl ein entfernter Verwandter von uns im Wachkoma liegt. Ich kenne diese Person nicht und die Frau liegt wohl auch schon über zwei Jahre im Wachkoma. Sie liegt an Maschinen und hat die Augen wohl auf, wenn ich meinen Onkel richtig verstanden habe. Er hat sie wohl gestern besucht.
Er meint, dass sie einen leeren Blick hat und dass ihr Gehirn wohl auch nicht arbeitet. Weder Pupillenregung, noch irgendeine andere Regung war da und die Frau muss auch ständig Tropfen in die Augen bekommen, damit diese nicht austrocknen. Im Prinzip ist alles Leben nur durch die Maschinen gegeben und die nächsten Verwandten sollen nun entscheiden, ob man die Maschinen abstellt und die Organe entnimmt.
Ich habe aber mal gelesen, dass man nur beim Hirntod die Organe entnehmen darf. Wenn man also bei einem Wachkomapatienten die Maschinen abstellt und das Gehirn tot ist, ist das dann nicht gleichbedeutend mit dem Hirntod, wenn jemand im Wachkoma liegt?
Ein Mensch, der im Wachkoma liegt, ist ganz klar nicht tot. Weder hirn- noch physisch tot. Ich hatte damals auf Station einen Patienten, der ebenfalls im Wachkoma gelegen hat. Die Familie hat sich liebevollst um ihn gekümmert, sein Krankenzimmer dekoriert. Auch wir Pfleger haben anregende Pflegetechniken angewandt, zum Beispiel alle paar Stunden eincremen, ihn Füttern oder uns einfach mit ihm unterhalten.
Ein Wachkoma kann durchaus mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern und es kann durchaus sein, dass dieser Mensch irgendwann wieder aufwacht. Oft hilft es bei einem solchen Fall wie du ihm schilderst, wenn die Familie immer mit ihm redet, berührt oder ihn irgendwie anregt. Dazu brauch man nicht mal viel. Vielleicht ändert sich der Zustand ja noch, auch wenn es für die Familie eine große Belastung ist, aber es liegt hier in der Hand der Familie.
Wie kochanie schon berichtet, ist ein Patient im Wachkoma nicht hirntot. Wenn ich nicht völlig falsch liege, dürfen aber nur hirntoten Menschen Organe entnommen werden. So lange noch der größte Teil des Gehirns lebt, kann das also nicht geschehen. Im Gegenteil, könnte diese Person ja plötzlich wieder aus dem Wachkoma erwachen.
Aber ich denke, dass es zu einfach ist zu sagen, dass es in der Hand der Familie liegt, ob der Kranke erwacht oder nicht. Selbst Angehörige, die sich rührend um die Patienten bemühen, schaffen es nicht, jemanden aus einem Koma zu holen. Manchmal ist das sicherlich ein Glück, wenn es klappt. Aber es spielen noch andere Faktoren mit. Der Familie alleine ist das nicht anzulasten!
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