Studenten krank durch Leistungsdruck
Mittlerweile existiert ja die Studienordnung für den Bachelor-Abschluss - zumindest an den Universitäten Nordrhein-Westfalens. Weil die Dauer des Studiums streng geregelt ist und für die Studenten eine freie Zeiteinteilung nicht mehr möglich ist, stieg der Leistungsdruck natürlich ganz enorm. Vor allem die Studenten, die neben ihrem Studium noch einem Job nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, haben große Probleme.
Die Tochter meiner Freundin befindet sich kurz vor Studienbeginn bereits unter enormem Druck, weil sie von den negativen Erfahrungen anderer hört und liest.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Ist es möglich neben dem zeitlichen Aufwand eines Bachelor Studiums noch einen Nebenjob zu bestreiten? Haltet ihr der Belastung stand?
Hallöchen,
Ich finde ja, dass das eine Einstellungssache ist und man sich da nicht so verrückt machen sollte. Was bringt es einem,wenn man sich bei anderen erkundigt,denen das nicht so liegt,wenn man selbst vielleicht ganz gut ist? Da macht man sich nur unnötig selber Druck.
Und ich finde es ja gut,dass die Studienzeiten nun geregelter sind und nicht mehr jeder so lang studieren kann wie er will. Das hat mit Druck weniger zu tun,denn zu schaffen ist es sicherlich.
Nebenjobs haben meine Freunde die einen Bachelor-Studiengang haben fast alle. Bei den Examensleuten sieht es da leicht anders aus. Zu schaffen ist das eigentlich schon,aber nur wenn man von Natur aus nicht ganz so viel fürs Studium machen muss. Wenn man jeden Tag dann noch 4 Stunden nacharbeitet sieht es schlecht aus.
Also ich selber studiere seit dem Wintersemester 2. Fach Bachelor Lehramt und muss sagen das es ziemlich anstrengend ist. Obwohl ich kein Nebenjob habe. Aber man muss einfach bereit dazu sein etwas für die Uni zutun und natürlich muss man auch mal auf seine Freizeit verzichten aber ohne Preis kein Fleiß. Sie sollte sich am besten selbst ein Bild davon machen und es einfach mal versuchen. Meine Dozentin sagte mal, dass man neben den Vorlesungen auch eine Veranstaltungen vor- und nacharbeiten muss, sonst schafft man das nicht. Aber ich denke mal das ist von Person zu Person unterschiedlich.
Ob man den Belastungen stand hält? Das denke ich schon, aber was am wichtigsten ist, neben dem Studium ein Hobby zu haben. Dadurch kommt man auf andere Gedanken und kann auch mal abschalten.
Es lässt sich nicht verallgemeinern, ob sich ein Bachelor-Studium mit einem Nebenjob problemlos unter einen Hut bringen lässt. Das ist sehr vom jeweiligen Studiengang abhängig, ja, sogar von den einzelnen Modulen und Kursen.
Ich sehe es ja selbst: Ich habe einige Kurse, in denen macht man nur das, was während des Unterrichts gemacht wird, hat kaum oder keine Hausaufgaben, muss vor der Klausur kaum lernen, und hat dadurch doch recht viel Freizeit, in der man dann problemlos arbeiten kann. In anderen Kursen muss man pro Woche und Kurs 300 Seiten lesen, muss andauernd schriftliche Hausaufgaben einsenden, und zum Semesterende gibt es eine Arbeit von 30 Seiten abzugeben, für die man schon Ewigkeiten recherchiert und dann auch lange daran schreibt.
Es gibt also wirklich Kurse, da arbeitet man sich, salopp gesagt, dran tot. Da kann man vergessen, nebenher zu arbeiten. Dazu reicht die Zeit einfach nicht. Gerade, wenn man bedenkt, dass man dann möglicherweise zehn Stunden Kurse am Tag hat, von morgens bis abends, an jedem Wochentag. Solche Semester gibt es bei bestimmten Fach-Kombinationen durchaus. Klar, dass das stressig ist, und für einige Leute dann auch nicht machbar. Denn nicht jeder lernt gleich schnell, das ist nicht von der Hand zu weisen.
Und diesbezüglich kann ich der Aussage, dass das Studieren vor der Systemumstellung weniger stressig war, auch zustimmen. Ja, damals konnte man mehr selbst planen und konnte das Studium auch länger ziehen. Das kann natürlich auch von Nachteil sein, aber ebenso kann man es auch nicht bedingungslos als Vorurteil darstellen, dass man nun gezwungen ist, innerhalb einer bestimmten Zeit fertig zu werden. Einige Leute schaffen das nicht. Gut, man kann natürlich sagen, dann sind sie selbst Schuld, da nicht für das Studium geeignet. Aber solche Leute hätten es früher vielleicht geschafft, nur halt etwas langsamer. War das damals besser, oder kann man sagen, durch diese Auslese sind die Absolventen nun kompetenter? Ist sicherlich auch eine Meinungssache.
Fest steht, für viele Stunden bedeutet der straffe Zeitplan Stress. Zum Teil macht der die Studenten wirklich krank. Was sich die Gesellschaft damit heranzüchtet, macht mir ganz ehrlich auch etwas Sorgen.
Vor Einführung der Bachelor-Studiengänge war das Studium sicherlich etwas entspannter. Aber zu schaffen ist das Pensum auch jetzt noch. Hier muss man aber ganz klar zwischen den verschiedenen Studiengängen unterscheiden. Es gibt eben schwierigere Studiengänge und leichtere.
Ich halte das Konzept jedoch nicht für falsch, da es einfach sinnvoller ist das Studium schnell durchzuziehen. Und auch mit den neuen Ordnungen ist es immernoch möglich relativ lange zu studieren. Studienzeiten von 15-20 Jahren sind zwar jetzt nicht mehr vorgesehen, aber ich halte das für sehr sinnvoll. Wenn jemand mit 20 anfängt zu studieren und erst mit 40 das Studium beendet, ist er auf dem Arbeitsmarkt kaum noch zu gebrauchen. Daher hätte er das Studium auch gleich sein lassen können. Insofern ist es schon sinnvoll die Studienordnungen so zu reglementieren, dass ein übermäßig langes Studium nicht mehr möglich ist.
Studenten, denen ein Studiengang durch den straffen Stundenplan und das hohe Lernpensum zu anstrengend ist, müssen sich eben einen anderen Studiengang aussuchen, der ihnen mehr liegt oder das Studieren ganz aufgeben.
Wie sehr man sich als Student unter Druck setzt und mit dem dadurch entstehenden Stress umgeht, hängt von jedem selbst ab. Ein bisschen Druck schadet bestimmt nicht, nur sollte man sich auch wieder nicht verrückt machen. Viele Unis bieten inzwischen auch Kurse und Seminare zum Thema Leistungsdruck und Prüfungsängste an. Falls man Probleme in dieser Art hat, sollte man solche Angebote wahrnehmen.
Ich denke, wenn man eine gute Studien- und Lebensorganisation hat ist ein Bachelor-/Masterstudium nicht problematisch und man schafft es auch noch nebenher zu arbeiten. Allerdings denke ich nicht, dass man es gut schafft, sich sein Studium inkl. Wohnung, Nebenkosten, Studiengebühren etc. komplett selbst zu finanzieren. Hierbei müssen dann schon die Eltern einspringen oder man braucht Bafög. Aber ein 400 EUR Nebenjob sollte möglich sein.
Ich finde es schon ziemlich komisch, dass man bereits vor dem Beginn eines Studiums schon unter Leistungsdruck steht nur weil andere Leute einem erzählen, es sei kaum schaffbar und so viel werde gefordert. Das ist doch eigentlich immer das Selbe: Leute, die schon eine bestimmte Prüfung hinter sich haben, finden die immer furchtbar schwer und kaum zu packen und alles ist so hart und so weiter. Aber wenn es so furchtbar unmachbar wäre, weshalb schaffen es dann jedes Jahr tausende Studenten ihren Abschluss zu machen?
Ich habe bestimmt auch einiges zu tun gehabt, aber es war nie so, dass ich den Eindruck hatte, dass den Professoren total egal ist, ob man das alles schafft oder nicht. Das sind ja auch Menschen und die können vielleicht an der Prüfungsordnung nicht ändern, aber einem durchaus das Gefühl geben, dass man damit nicht überfordert sein muss. Und an jeder Universität gibt es auch solche Lehrende. Niemand wird zu einem Studium zugelassen, von dem von Anfang an klar ist, dass es nicht machbar ist. Wenn es am persönlichen Intellekt der Studierenden liegt, sind hohe Durchfall- oder Abbrecherquoten ja auch durchaus berechtigt, aber solange es wenigstens immer ein Teil der Leute packt, muss man sich doch nicht vorher sein einreden, man sei damit überfordert. Übrigens würde ich solchen Leuten dann direkt von einem Studium abraten. Wer schon jammert bevor überhaupt irgendjemand was von einem wollte, wird vermutlich nach zwei Wochen Einführungsveranstaltungen schon weinend am Boden liegen - Vielleicht wäre da eher Nichtstun die bessere Variante.
Zum Teil kommt es auf das gewählte Studienfach an, das man studiert. Je nachdem bemisst sich dann auch meist der Aufwand, den man für sein Studium betreiben muss. Tendenziell ist es aber so, dass im Bachelor-Studiengang schon mehr Fleiß an den Tag gelegt werden muss und das Lernpensum schon enorm ist. Besonders in den Geisteswissenschaften ist es so, dass wöchentlich viele Texte (oft Seitenlang) pro(!) Seminar vor- und nachbereitet werden müssen. Dazu kommen dann noch Bücher, die zu lesen sind, eine Menge Essays und Hausaufgaben, die man im Semester abzuliefern hat und nicht zuletzt das lernen für die Klausuren.
Mir ist es damals sehr schwer gefallen nebenbei zu jobben. Es geht schon irgendwie aber dann hat man auch kaum noch freie Zeit für sich, um mal Luft zu holen. Ich habe viel am Wochenende gearbeitet und habe mich während des Studiums zu einem "Nacht-Lerner" entwickelt. Wenn man auf das Jobben angewiesen ist, ist das neben dem Bachelor-Studium schon eine große Belastung, auch wenn es möglich ist, jedoch können da im schlimmsten Fall die Noten darunter leiden. Es kommt eben einfach auch darauf an, wie belastbar man ist, ob und wie man das durchhält. Letztendlich wünscht man sich aber dann das schnellstmögliche Ende des Studiums herbei. ![]()
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