Durch bemalte Steine neue Leute kennenlernen
Während der Corona-Zeit bin ich ja zu dem Hobby gekommen, Steine zu bemalen. Und für fast jede Stadt gibt es eine Hobbygruppe bei Facebook, in der die Leute ihre gefundenen oder auch gemalten Steine posten. Wir haben hier für unsere Stadt auch eine Gruppe, in der ich die Steine, die ich finde oder selber bemalt habe, poste. Das mache ich jetzt schon seit knapp vier Jahren.
Irgendwann, als ich mal wieder spazieren war, sprach mich eine Frau an und meinte, ob ich nicht die Jacqui wäre. Ich bejahte und sie stellte sich mir dann auch vor. Mittlerweile unterhalten wir uns immer ein paar Worte, wenn wir uns unterwegs mal begegnen, denn sie wohnt in meiner Nähe. Ähnlich war es auch mit einer anderen Frau, die oft am Wochenende mit ihrem Mann im Auto unterwegs ist. Sie winkt mir dann immer zu und legt mir öfter auch einen Stein auf den Briefkasten. Auch zum Kaffee war ich schon mal bei ihr.
Und man hilft sich gegenseitig. Die eine brachte mir letztes Jahr Gemüsepflanzen und die andere hat mir mal eine Tüte mit Tomaten an den Zaun gehängt. Ich finde das gar nicht so schlecht, dass man über Hobbys auch Leute kennenlernt, mit denen man sich dann nicht nur über das eigentliche Hobby, sondern auch über andere Sachen austauschen kann. Gerade während der Corona-Zeit und der damit verbundenen Zwangs-Vereinsamung war das eine willkommene Abwechslung.
Habt Ihr das auch schon so erlebt, dass Ihr durch bestimmte Hobbys neue Leute kennen gelernt habt, zu denen Ihr auch losen oder regelmäßigen Kontakt habt?
Das mit dem Steine bemalen kenne ich auch. In der Coronazeit wurde das glaube ich sehr intensiviert. Dennoch habe ich erst später davon erfahren, als ich einmal zufälligerweise einen bemalten Stein entdeckt habe.
Inzwischen habe ich schon mehrere Steine entdeckt, in ganz verschiedenen Regionen und auch verschiedenen Ländern. Ich komme aus Österreich und einmal habe ich in Irland einen Stein einer anderen Österreicherin gefunden. Darüber habe ich mich dann besonders gefreut.
Kennengelernt habe ich bis jetzt noch keinen persönlich. Ich poste die Steine dann wie gewünscht bei Facebook, da bekommt man dann oft Antworten der Steinebemaler, aber das war es dann auch schon. In den Foren habe ich auch gesehen, dass es in vielen Regionen dann eigene Treffen der Steinebemaler gibt. Da war ich allerdings noch nie. Hauptgrund liegt daran, weil bisher kein Treffen in meiner Nähe war. Sollte ich einmal ein Treffen in meiner Nähe sehen, würde ich es mir eventuell überlegen. Da könnten dann durchaus neue Bekanntschaften entstehen.
Das klingt richtig schön bodenständig, sowas passiert selten, dass ein Hobby so natürlich Menschen verbindet. Ich kenn das eher von Tauschbörsen oder Gartenaktionen. Mal ehrlich: behaltet ihr manche Steine lieber, statt sie wieder auszulegen? ![]()
Also eine Zeitlang habe ich auch Steine gemalt, aber irgendwann hat sich das wiedergegeben. Hat schon Spaß gemacht, aber irgendwie war das nicht so richtig sinnstiftend. Kennengelernt habe ich dadurch auch niemanden. Ist ja genauso wie mit diesen Glückswürmchen, diese gehäkelten Dinger.
Anders sieht es schon bei meinem großen Hobby der Musik aus. Auf Konzerten da habe ich natürlich schon jede Menge Menschen kennengelernt und da haben sich auch Bekanntschaften ergeben, die Jahre hinweg überdauert haben. Sogar meinen Mann habe ich auf einem Konzert kennengelernt.
Generell kann man also sagen dass man durch Hobbys schon jemanden kennenlernen will. Kommt halt doch ein bisschen auch auf das Hobby an.
Ich finde den Grundgedanken dahinter total süß und auch schön beschrieben. Gerade dieses Steine Bemalen hat ja etwas sehr Unaufgeregtes und Verbindendes, und ich kann gut nachvollziehen, dass daraus echte Begegnungen entstehen. Mich erinnert das ein bisschen an diese kleinen gehäkelten Glücksbringer, zum Beispiel diese Würmchen, die man irgendwo findet oder geschenkt bekommt. Auch das ist so eine kleine Geste, die anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern soll.
Für mich persönlich wäre das allerdings nichts auf Dauer. Ich finde es nett anzusehen und freue mich für jeden, der darin aufgeht, aber es ist einfach nicht mein eigenes Hobby. Trotzdem finde ich es schön zu lesen, dass sich daraus bei Dir echte Kontakte entwickelt haben und nicht nur dieses anonyme Posten in einer Facebook-Gruppe. Gerade dass man sich grüßt, kleine Aufmerksamkeiten austauscht oder sich sogar gegenseitig hilft, zeigt ja, dass so ein Hobby weit über das eigentliche Bemalen hinausgehen kann.
Besonders während der Corona-Zeit kann ich mir gut vorstellen, dass so etwas unglaublich wertvoll war. Diese Zeit war für viele sehr isolierend, und über ein gemeinsames Interesse zumindest ein bisschen Nähe und Austausch zu haben, ist viel mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Dass daraus Gespräche, Kaffee-Einladungen oder kleine Gesten wie Gemüsepflanzen und Tomaten entstehen, finde ich wirklich schön.
Ich habe ähnliche Dinge eher am Rande erlebt, also dass Hobbys Menschen verbinden können, auch wenn es bei mir nicht in dieser Intensität war. Aber Dein Beispiel zeigt für mich sehr gut, dass es nicht immer große Netzwerke oder tiefe Freundschaften sein müssen. Manchmal reichen lose Kontakte, ein Winken, ein paar Worte oder kleine Gesten, um den Alltag wärmer zu machen. Und genau das macht solche Hobbys, auch wenn sie nicht meins sind, irgendwie besonders.
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