Welche Assoziationen habt ihr mit dem Begriff "Flipping"?

vom 31.12.2023, 10:22 Uhr

Ich habe in letzter Zeit über den Begriff "Flipping" nachgedacht, bzw. bin auf einer englischen Plattform darauf gestoßen und frage mich, welche Assoziationen ihr damit verbindet. "Flipping" kann ins Deutsche als "Handel" oder "Umschlag" übersetzt werden. In dem Kontext, den ich meine, geht es darum, Geld zu verdienen, indem man Gegenstände gratis oder günstig erwirbt und sie dann mit Gewinn weiterverkauft – ein gewisser Handel, sozusagen.

Mein Verständnis von "Flipping" ist, dass es darum geht, Geld zu verdienen, indem man Gegenstände gratis oder günstig erwirbt und sie dann mit Gewinn weiterverkauft. Ich habe vor, diese Methode auf Plattformen anzuwenden, um Gegenstände loszuwerden, die ich geschenkt bekommen habe oder die ich nie benutzt habe, wie zum Beispiel Kopfhörer oder Fehlkäufe in der Originalverpackung, wie eine falsche Handyhülle. Aber ich muss zugeben, dass dieser Ansatz für mich einen gewissen negativen Beigeschmack hat.

Ich kann nicht genau sagen, warum, aber irgendwie assoziiere ich "Flipping" mit etwas Negativem. Vielleicht weil erwähnt wurde man soll sich sicherheitshalber nur an öffentlichen Plätzen und tagsüber mit Käufer und Käuferinnen treffen. Wobei es gibt bei diversen Plattformen auch eine Versandoption, nur ob man da sein Geld auch wirklich bekommt ist für mich noch fraglich. Da bin ich versucht doch eher einmal auf einen Flohmarkt zu gehen.

Geht es euch genauso? Habt ihr Erfahrungen mit dem Verkauf von alten Sachen oder dem Nutzen von Plattformen, um ein wenig dazu zu verdienen? Ich bin gespannt auf eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema!

» TinaPe » Beiträge: 450 » Talkpoints: 12,60 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich kenne den Begriff aus US-amerikanischen Reality-TV-Shows aka Trash TV, meistens in Bezug auf Häuser. Da werden irgendwelche Bruchbuden mit Wänden aus Pappkarton, Termiten im Dachstuhl und Wasserschaden im nicht ausgebauten Keller mit ein bisschen Farbe und IKEA-Deko aufgepeppt und ahnungslosen Neubesitzern für ein Vermögen untergejubelt. Hierzulande wäre das schon aufgrund der ganzen damit verbundenen Bürokratie nicht so ohne weiteres möglich.

Und ich bin mir auch nicht sicher, ob der Kauf und Wiederverkauf von Ramschwaren tatsächlich "Gewinn" einbringt, wenn man nicht völlig dreist minderwertige Cent Artikel unter Vorspiegelung falscher Tatsachen für einen Haufen Kohle vertickt. Das Zeug muss ja auch gelagert, angeboten und verschickt werden, und Zeit und Platz sind bekanntlich auch Geld. Ich vermute, dass sich viele Gebrauchtwarenverkäufer schlichtweg in die Tasche lügen oder das Ganze eher als Hobby betreiben, und im Endeffekt mitnichten "Gewinn" einfahren, sondern, wenn man genau hinschaut, eigentlich draufzahlen.

» Gerbera » Beiträge: 11283 » Talkpoints: 40,06 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Meinem Verständnis nach heißt Flipping nicht Handeln, sondern Aufwerten/Aufhübschen bzw. etwas wieder (um)drehen, also eine alte Sache wie hier schon genannt wurde zu erwerben und mit den eigenen Händen und Kräften oder unter Zuhilfenahme günstiger Konstrukteure wieder in einen verkaufbaren Zustand zu verwandeln. Omas alte Nähmaschine oder den Fehlkauf von der letzten H&M-Bestellung bei eBay zu verkaufen, hat mit Flipping nichts zu tun, abgesehen davon, dass man damit nun wirklich finanziell keinen Staat machen kann. Es kauft doch im Gebrauchthandel kaum noch jemand etwas, schon gar keine Sachen, die es millionenfach sowieso überall gibt.

In den USA war das mit dem Häuser flippen bis vor einigen Jahren tatsächlich ein Ding. Zufällig habe ich mal den Kanal einer deutschen Auswanderin gesehen, die mit ihrem Mann in einer weißen, nicht gerade günstig wirkenden Gated Community lebte und nur nebenbei erwähnte, dass sie bis vor einigen Jahren Häuser "geflipped" hätten. Aber auch dort scheint der Markt jetzt brachzuliegen, denn der Göttergatte muss nach zwanzig Jahren wieder einem 9 to 5 Job nachgehen. Anscheinend haben sie ja aber einige Jahre gut davon gelebt, genaue Details kenne ich leider nicht.

Das Flippen alter Sachen kenne ich auch noch aus dem Bereich des Möbelrestaurierens. Manchmal kann man da erstaunliche Dinge sehen, die wirklich hochprofessionell gemacht sind von Leuten, die eine entsprechende Ausbildung und Werkstatt ihr Eigen nennen. Einmal habe ich aber auch einen amerikanischen Kanal gesehen, deren Flipping-Methoden alleine aus Kreidefarbe und maximal neuen Griffen bestand. Aber das ist bzw. war der amerikanische Markt, hierzulande kann ich mir nicht vorstellen, dass dir jemand 500 Euro gibt, weil du ein altes Stück aus dem Sozialkaufhaus mit Kreidefarbe von Action angemalt hast.

» Verbena » Beiträge: 4772 » Talkpoints: 1,90 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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