Sich aus Bequemlichkeit und Zeitnot einseitig ernähren?

vom 09.03.2018, 01:51 Uhr

Eine Arbeitskollegin mit der ich mich kürzlich unterhalten habe meinte, dass ihre Einkäufe im Supermarkt immer gleich aussehen würden. Sie würde eigentlich ständig die gleichen Produkte kaufen und auch immer das gleiche frühstücken und zu Abend essen. Nur das Mittagessen bei der Arbeit würde sich unterscheiden.

Sie meinte, dass sie so viel arbeiten würde und auch so schon so viel zu tun hätte, dass sie keine Lust hat, sich noch intensiv mit dem Einkauf auseinanderzusetzen und sich neue Gerichte zu überlegen. Statt vor oder während des Einkaufen nachdenken zu müssen, was man anderes nehmen könnte und dann Neues auszuprobieren, würde sie ihre Standardrunde im Supermarkt machen und routiniert zu Hause ihr essen zuzubereiten.

Für mich käme das gar nicht in Frage, allerdings macht mir das Einkaufen Spaß und ich liebe es auch, zu kochen und generell neue Gerichte und auch Produkte auszuprobieren, so dass mein Einkauf immer ganz anders aussieht. Wie ist das bei euch und kennt ihr so ein Verhalten von euch?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34353 » Talkpoints: 6,11 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



So war mein Partner früher auch. Der hat allerdings nicht jede Woche dasselbe gegessen, sondern jede zweite Woche. Der hatte also so einen 14-Tage-Plan, der sich regelmäßig wiederholt hat. Am Anfang unserer Beziehung habe ich das noch mitgemacht bzw. beobachtet, aber dann habe ich festgestellt, dass das überhaupt nichts für mich ist. Ich brauche eindeutig mehr Abwechslung, weil ich sonst Sachen sehr schnell nicht mehr sehen kann, weil ich mich auf Deutsch gesagt daran überfressen habe und mir schlecht vom Anblick wird.

Daher habe ich nach und nach die Küche erobert und kümmere mich selbst darum. Seit ich quasi das Steuer habe, gibt es so eine Routine gar nicht mehr (jedenfalls nicht so, dass es mich direkt betrifft). Er hat zwar seine Essenspläne was Frühstück für die Arbeit angeht, aber das war es auch schon. Ich koche sehr abwechslungsreich, mache es auch mal vom Angebot im Supermarkt und der eigenen Laune abhängig was es gibt und er darf natürlich auch sagen, wenn er Appetit auf was bestimmtes hat. Mir macht Kochen im Gegensatz zu ihm sehr viel Spaß.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Wenn ich auf ein festes Standard-Repertoire an Lebensmitteln oder eine einseitige Auswahl an Zutaten und Gerichten zurückgreife, dann geschieht das eher aus dem Grund, dass ich nach viel Herumprobieren diese Dinge zu meinen Favoriten auserkoren habe und dass sie mir demnach so gut schmecken, dass ich kein Problem damit habe, sie öfter zu essen. Zeitmangel und Unlust allein würden nicht ausreichen, um mich zu einer monotonen Ernährung gegen meinen Willen zu nötigen. Dafür esse und experimentiere ich zu gerne; und noch dazu finde ich das Argument auch irgendwo unlogisch, denn man kann durchaus auch unter Stress in Maßen variieren. So macht es zeitlich wirklich keinen Unterschied, ob ich zu meinem Standard-Frischkäse im Regal oder zu der saisonalen Sondersorte direkt daneben greife oder ob ich an der Käsetheke mal ein anderes Päckchen mitnehme als sonst.

Eine einseitige Ernährung aus Zeitnot sieht bei mir an einzelnen Arbeitstagen so aus, dass ich das eigentlich warme Mittagessen durch eine belegte Brotmahlzeit ersetze. Diese lässt sich meistens schneller und unkomplizierter in einem engen Zeitplan unterbringen, ist immer und fast überall verfügbar und hat den Vorteil, dass man Reste gut zurücklegen oder wegpacken kann, die dann auch noch in ein paar Stunden genießbar sind. Jeden Tag würde ich das zwar auch nicht machen, da ich mich schon zum Frühstück und Abendbrot so ernähre und dann irgendwann der belegten Brote überdrüssig werden würde, aber zur Not geht das mal ein paar Tage in Folge ohne Probleme.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8443 » Talkpoints: 982,21 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Mir fehlen schlicht die Zeit und Energie, um unter der Woche "neue Gerichte" auszuprobieren, und auch der "Spaß" am Einkaufen hält sich nach über 20 Jahren mit eigenem Haushalt in Grenzen. Es gehört eben zu den Alltagsaufgaben, um die man nicht herumkommt. Ich kaufe prinzipiell nur am Wochenende ein, und bei mir hat sich auch ein festes Repertoire an Abendessen eingespielt, weil das einfach Energie und geistige Kompetenz spart, die ich lieber für etwas anderes verwenden würde.

Ich finde auch, dass man sich nicht zwangsläufig "einseitig" ernähren muss, wenn man immer wieder das Gleiche isst. Klar, immer nur Fertigpizza schlägt irgendwann auf die Gesundheit und sollte nicht einreißen, aber solange der Bedarf an allen Nährstoffen und Vitaminen ordentlich gedeckt ist, ist es doch egal, woher diese kommen.

Mein Repertoire an der Kochfront ist wirklich nicht besonders groß, aber bisher haben sich noch keine Mangelerscheinungen eingestellt. Und die wenigen Leute, die große Augen bekommen, weil bei mir ein Spiegelei abends schon als "frisch gekocht" gilt, haben meistens jemanden, der mit dem liebevoll abwechslungsreich zubereiteten Essen auf sie wartet, und fassen nach Feierabend selber keinen Kochlöffel mehr an.

» Gerbera » Beiträge: 10676 » Talkpoints: 0,30 » Auszeichnung für 10000 Beiträge



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