Welches Gericht ist für euch der Inbegriff von Hausmannskost

vom 20.09.2021, 07:01 Uhr

Ich habe gestern Kartoffeln mit Wirsing und Biobratwürsten vom Lidl gegessen. Ich habe beim Essen gesagt, dass das für mich so richtige Hausmannskost ist, es ist sogar für mich der Inbegriff von Hausmannskost. Wirsing gab es bei uns früher öfters mal, weil wir aufs Geld achten mussten und er billig ist. Auch andere Kohlsorten gab es oft. Wir hatten im Keller zum Beispiel immer eingekochten Rotkohl. Manchmal gab es auch Kohlrouladen mit Hackfleischfüllung, die ich nicht ganz so eklig fand wie Wirsing, den ich als Kind gehasst habe, aber jetzt sehr gerne esse.

Was ist für euch der Inbegriff von Hausmannskost? Hängt das irgendwie mit eurer Kindheit zusammen? Esst ihr gerne sogenannte Hausmannskost?

» blümchen » Beiträge: 3262 » Talkpoints: 42,72 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Den Begriff Hausmannskost verwende ich selten, sodass ich nicht genau weiß, was man damit normalerweise bezeichnet. Typische Gerichte bei uns zuhause waren z.B. Geräuchertes mit Sauerkraut, Wurstsalat, Leberknödelsuppe, Lüngerl, Pichelsteiner Eintopf, Fleischpflanzerl mit Kartoffelsalat, und dergleichen. An den Montagen hat es oft Rindssuppe mit Suppennudeln gegeben, die ich somit auch zur Hausmannskost zählen würde.

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» lascar » Beiträge: 3346 » Talkpoints: 614,84 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Wenn ich den Begriff "Hausmannskost" höre denke ich erst mal an das typisch deutsche Fleisch mit Beilage Gericht, wobei eine der Beilagen meistens aus Kartoffeln in irgendeiner Form besteht.

Ich glaube aber nicht, dass das so stimmt, weil "Hausmannskost" eigentlich die einfache, regionale Küche beschreibt und die ist ja von Region zu Region sehr unterschiedlich. In meiner Region gibt es mit Käsespätzle sogar ein traditionelles vegetarisches Gericht, in anderen Regionen enthält die Hausmannskost viel Fisch oder es gibt öfter süße Hauptspeisen.

Aus meiner Kindheit kenne ich gar nicht so viele typisch deutsche Gerichte. Ich glaube ich bin dafür ein bisschen zu jung, weil damals schon eher eingedeutschte internationale Gerichte angesagt waren. Ich erinnere mich daran, dass mein Vater mal einen Sauerbraten gemacht hat mit viel Vorbereitung und Zeitaufwand und den fand im Endeffekt dann niemand so wirklich lecker. :lol:

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» Cloudy24 » Beiträge: 26475 » Talkpoints: 64,17 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Cloudy24 hat geschrieben:Wenn ich den Begriff "Hausmannskost" höre denke ich erst mal an das typisch deutsche Fleisch mit Beilage Gericht, wobei eine der Beilagen meistens aus Kartoffeln in irgendeiner Form besteht.

Da scheint mir ein Unterschied zwischen Süddeutschland und dem Rest Deutschlands zu bestehen. Bei uns in Bayern beispielsweise spielen Kartoffeln eine weniger eindeutige Rolle als in den anderen Regionen Deutschlands. Typische Beilagen bei uns sind Semmelknödel, Spätzle, Knöpfle, aber auch Nudeln. Eines der typischen Speisen mit Knödeln sind zum Beispiel Schwammerlsuppe (Pilzsuppe) oder Lüngerl mit Knödel.

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» lascar » Beiträge: 3346 » Talkpoints: 614,84 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Die eigene Vorstellung von Hausmannskost variiert sicherlich mit den persönlichen Wurzeln und der Herkunft der Familie, denn was der „Hausmann“ oder die „Hausfrau“ daheim auftischen, hängt ja stark von den gewohnten Zubereitungsweisen, Zutaten und Traditionen ab. Daher gibt es bestimmt keine einheitliche Definition des Wortes.

Ich selber kenne den Begriff aber tatsächlich auch nur aus der (süd)deutschen Küche und stelle mir deswegen darunter immer ein deftiges bayrisches Mahl aus Hax‘n und Sauerkraut, Weißwurst und Brez’n oder Semmelknödel und Pilzrahmsoße vor. Bis auf letztgenanntes Beispiel sind viele dieser Gerichte gar nicht so sehr nach meinem Geschmack, weil sie mir zu fleischlastig und zu fettreich sind, und wenn mir jemand vorschlagen würde, in ein gutbürgerliches Restaurant mit Hausmannskost zu gehen, wäre ich im ersten Moment vielleicht auch nicht überschwänglich begeistert.

Aber natürlich ist mir klar, dass meine Ansichtsweise da doch sehr klischeegeprägt ist und dass ich mit Sicherheit auch etwas für mich in einem solchen Lokal finden würde.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8203 » Talkpoints: 919,59 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Ich muss gestehen, dass ich den Begriff Hausmannskost eigentlich sehr selten benutze. Aber für mich steht der Begriff halt für das klassische und deftige deutsche Essen und ich verbinde damit zum Beispiel eher weniger Speisen aus meiner Heimat, die teilweise aber genauso deftig sind wie die Gerichte aus der deutschen Küche an sich.

Ich verbinde mit Hausmannskost Gerichte wie zum Beispiel Klöße mit Rouladen und Rotkraut, Eintöpfe oder gar Gulasch. Teilweise empfinde ich auch Gerichte der regionalen Küche als Hausmannskost, wie zum Beispiel die bayrische Schweinshaxe, den Kloß mit Soß', das saarländische Dippelappes oder verschiedene Arten von Braten mit entsprechender Beilage. Aber auch Gerichte wie "Choucroute garnie" kann man als Hausmannskost bezeichnen, das ist Sauerkraut mit verschiedenen Würsten und gesalzenen Fleischarten wie zum Beispiel Kasseler oder Ähnliches.

Ich muss aber gestehen, dass der Begriff Hausmannskost für mich etwas veraltet klingt, denn er bezeichnet das Essen, dass früher der Hausmann aufgetischt bekam und damals hatte man noch eine ganz andere Auffassung von energiespendendem Essen. Die Mahlzeiten sind oft üppig und sehr fettig gewesen, oft spielte Fleisch eine große Rolle.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 11825 » Talkpoints: 53,45 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Für mich beinhaltet der Klassiker von Hausmannkost auch auf alle Fälle, wenn es nicht gerade eine Suppe ist, Fleisch in allen möglichen Variationen. Hierzulande natürlich gerne mit Kartoffeln und einem Kohlgemüse sowie brauner Sauce. Ob die Definition korrekt ist, weiß ich nicht, bin mir aber recht sicher, dass die meisten darunter eine klassische warme Mahlzeit aus dem letzten Jahrhundert assoziieren würden.

Und tatsächlich eher aus der ersten Hälfte desselbigen, denn auch zu meiner Kindheit waren Pizza, Ravioli, Nudeln oder der vormals so beliebte Hawaii-Toast schon der Renner, fallen aber sicher nicht unter diesen Begriff. Aber natürlich gab es auch bei uns vor allem an Sonntagen die besagte Hausmannskost mit Fleisch bzw. Braten. Auch deftige Eintöpfe würde ich unter Hausmannkost einordnen, generell alles, was altmodisch und einfach ist sowie eine gewisse Rustikalität aufweist.

Auch wenn es damals oft auch Süßspeisen wie Pfannkuchen oder andere in der Pfanne zubereitete Mehlspeisen mit Äpfeln, sonstigem Obst oder Marmeladen gab, fallen diese Gerichte für mich nicht darunter, obwohl es formal vermutlich falsch ist. Generell ist es eine Art zu kochen und auch eine bestimmte Form des Denkens, die nicht mehr in die moderne Zeit passt. Die meisten von uns müssen keinen körperlich hart arbeitenden Ehemann mit fettreicher Nahrung bei Gewicht und Laune halten, damit die Kohle(n) rollen.

» Verbena » Beiträge: 4418 » Talkpoints: 2,22 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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