Inwieweit hinterfragt ihr Informationen aus Romanen?

vom 02.09.2015, 20:41 Uhr

Wenn ich Romane lese, dann kommt es immer wieder vor, dass man Informationen über andere Bücher, andere Orte oder auch historische Ereignisse bekommt. Ich hinterfrage diese Informationen dann oft, wenn sie öfter in dem Buch vorkommen und eine größere Rolle spielen.

Ich schaue dann im Internet, ob es die erwähnten Bücher dann tatsächlich gibt und ob die historischen Ereignisse tatsächlich so stattgefunden haben. Gerade bei historischen Romanen mache ich das eigentlich immer, wenn es sich nicht gerade um solche Ereignisse handelt, die man ohnehin kennen sollte.

Inwieweit hinterfragt und überprüft ihr Informationen, die ihr aus Romanen habt? Schaut ihr dann auch gerne im Internet nach, ob das Gelesene der Wahrheit entspricht?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Ich musste gerade etwas schmunzeln, weil ich es genauso mache. Wenn ich über Orte und dort über besondere Sehenswürdigkeiten in Büchern lese, dann schlage ich nach, ob es die wirklich gibt. Alte Rezepte haben es mir auch angetan, wenn in Büchern bestimmte Speisen genannt werden, dann gucke ich, ob ich herausbekomme, wie sie zubereitet werden bzw. wurden.

Aber auch philosophische Gedanken hinterfrage ich und ich mache mir meine eigenen Notizen. Ich lese gerade Sofies Welt nochmal und mache mir zu den genannten Äußerungen meine eigenen Gedanken und schreibe sie auf. Fast wie ein Lesetagebuch, nur dass ich es nicht mehr für die Schule machen muss, sondern für mich selber mache.

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» akasakura » Beiträge: 2635 » Talkpoints: 1,50 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Ich mache das nicht zwingend, aber wenn mich das beschriebene Ereignis oder Buch selber interessiert, dann schaue ich da schon mal nach und lese weiter etwas dazu, um zu erfahren, was bei diesem Ereignis genau passiert ist oder so etwas in der Art. Irgendwie ist das dann auch noch mal eine Bestätigung für die gute Recherche eines Autors, wenn das Ereignis dann in dem Roman korrekt wiedergegeben wurde.

» Barbara Ann » Beiträge: 28715 » Talkpoints: 32,49 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Ich lese gerade "The Martian" und habe absolut kein Interesse daran herauszufinden ob man aus Raketentreibstoff Wasser herstellen kann oder ob irgendwelche anderen Sachen wissenschaftlich korrekt sind oder nicht. Das ändert an der Geschichte erstens nicht und zweitens komme ich wohl nie in die Lage, dass ich dieses Wissen mal brauchen könnte.

Bei historischen Romanen ist das unter Umständen schon etwas anderes, weil ich da schon öfters mehr über die geschichtlichen Hintergründe und die Zusammenhänge erfahren möchte. Allerdings mache ich das nicht um den Roman auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26745 » Talkpoints: 130,74 » Auszeichnung für 26000 Beiträge



Ich habe schon Informationen aus historischen Romanen recherchiert, weil mich interessiert hat, ob es diese Personen zum Beispiel tatsächlich gegeben hat. Gerade der französische Sonnenkönig wird ja gerne als Figur genommen, die thematisiert wird. Wenn also in historischen Romanen einzelne echte Namen und Figuren auftauchen, dann bin ich immer ganz neugierig, ob alle Figuren echt sind oder ob es auch welche gibt, die frei erfunden sind. Da bekommt man manchmal interessante Sachen heraus, wenn man da Nachforschungen anstellt.

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» Täubchen » Beiträge: 33305 » Talkpoints: -0,78 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Wenn ich Romane zum Vergnügen lese, kommt es mir eigentlich nur auf ein Minimum an literarischer Qualität an. Sprich, es sollte mal jemand Korrektur gelesen haben und darauf achten, dass der Märchenprinz nicht auf halber Strecke die Augenfarbe wechselt, der Plot sollte halbwegs interessant und in sich stimmig sein und die Figuren zwar die üblichen Abziehbilder, die aber wenigstens ins Gesamtbild passen sollten.

Die "Ich bin ein einfaches Bauernmädchen aus dem Harz, wir schreiben das Jahr 1455, ich kann lesen und schreiben, bin nicht religiös, möchte erst nach dem Studium Kinder und achte darauf, dass die Pflegespülung für meine wallende Mähne vegan ist"-Anachronismen nerven mich dabei ganz besonders, weswegen ich den explizit "historischen" Romanen schon lange den Rücken gekehrt habe. Da lese ich lieber gleich handfeste Fantasy als das hundertste Schicksal der Perlenweberin/Fuggerin/Seidenstickerin/Handschuhmacherin.

Deswegen ist es mir bei Romanen auch herzlich egal, ob und wieviel historische "Wahrheit" darin steckt. Zwar fällt mir durchaus negativ auf, wenn vor der Plünderung Südamerikas die Leute herzhaft in Kartoffeln beißen oder sich das oben erwähnte einfache Bauernmädchen um Luther herum Seidenstrümpfe leisten kann, aber ich würde kaum jemals nachschlagen, ob es die Burg damals schon gab oder wie viele uneheliche Bastarde irgendein romantisch verklärter Potentat in die Welt setzen musste.

» Gerbera » Beiträge: 10360 » Talkpoints: 1,72 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


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