Muss jede eurer Mahlzeiten gute Nährwerte enthalten?

vom 05.09.2016, 22:40 Uhr

Ich achte schon darauf, mich möglichst gesund und ausgewogen zu ernähren. Ich esse viel Obst und Gemüse und versuche, wenig Fastfood und Süßigkeiten zu essen. Ab und zu darf es dann aber auch mal etwas Ungesundes sein. So esse ich beispielsweise ab und zu Instant Nudeln, auch wenn ich weiß, dass die Nährwerte nicht unbedingt die besten sind. Solange nicht jede Mahlzeit so aussieht, finde ich das nicht schlimm.

Mein Mitbewohner meinte dann, dass er nicht versteht, wie man so etwas essen kann. Er würde sich auch selten mal zwischendurch Süßigkeiten oder etwas anderes Ungesundes gönnen, aber gerade seine richtigen Mahlzeiten sollten immer gute Nährwerte haben, damit er fit und gesund bleibt.

Muss wirklich jede eurer Mahlzeiten unbedingt gute Nährwerte enthalten, während ihr euch nur zwischen den Mahlzeiten mal etwas "Schlechtes" gönnt? Oder findet ihr es nicht schlimm, ab und zu auch mal zum Mittag- oder Abendessen etwas zu essen, was nicht die besten Nährwerte hat?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 34336 » Talkpoints: 0,15 » Auszeichnung für 34000 Beiträge



Dann dürfte dein Mitbewohner auch weder Süßigkeiten noch Chips, noch Fertigsaucen, Weizennudeln und sonstiges essen. Denn das alles hat auch keine sonderlich tollen Nährwerte wenn man nur nach deren Bedeutung sein Essen aussucht. Vor allem macht es doch die Kombination aus. So kann ich auch fertige Pommes essen die einen nicht so tollen Nährwert haben und dazu einfach einen Berg von Gemüse, was das ganze dann auch wieder entsprechend aufwertet. Die wenigsten Lebensmittel sind bereits soweit auf der Verpackung ausgeführt, dass die anderen Zutaten und Komponenten mit erfasst sind und wenn dann sind es die kompletten Fertiggerichte, da man sonst nicht einmal weiß, was die Leute dazu machen zum essen.

Ich achte insgesamt darauf, dass eben nicht zu viel Müll hier auf dem Teller landet. Diese Fertignudeln bzw. Instantnudeln riechen für mich wie erbrochenes und alleine wenn ich das riechen muss und mir ansehen, dann wird mir schlecht. Aus diesem Grund gibt es das hier auch gar nicht. Aber was spricht denn dagegen, dass es mal einen Burger mit Pommes gibt und dann die restliche Woche wieder vermehrt "bessere" Sachen gegessen werden wie Gemüseauflauf, Vollkornnudeln usw. Zwischen den Mahlzeiten Chips und Süßigkeiten sind ebenfalls nicht sonderlich toll von den Nährwerten und dennoch schaufeln sich das viele abends vor dem Fernseher noch in die Figur oder als Snack für Zwischendurch.

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» Sorae » Beiträge: 19435 » Talkpoints: 1,29 » Auszeichnung für 19000 Beiträge


Ich esse schon gesund und koche auch frisch, wobei ich aber nicht sagen würde, dass ich immer nur darauf achte, dass ich gute Nährwerte zu mir nehme. So kommt es nämlich schon auch mal vor, dass ich mal Burger essen gehe oder Chips esse, wenn auch selten, aber es kommt eben vor. Nur gesund essen ist sicherlich auch nicht das Wahre.

Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass man nicht nur Mist essen kann. Wenn also immer nur fertig gegessen wird oder man nur fettige Kalorienbomben isst, dann ist das nicht gut. Es muss die Ausnahme und nicht die Regel bleiben.

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» Ramones » Beiträge: 45042 » Talkpoints: 18,84 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Was sind denn "gute Nährwerte"? Fett, Eiweiß und Kohlehydrate brauchen wir als Primaten nach wie vor zum Überleben, auch wenn nur Eiweiß immer als "gut" gilt. Fett und Kohlehydrate wechseln sich zwar öfters mal ab, gelten aber generell als "schlecht", was mit der Realität nichts zu tun hat, aber ein sehr deutliches Licht auf die Fress-Neurosen in unserer Wohlstandsgesellschaft wirft.

Wenn ich mir schon eine Mahlzeit selbst zubereite oder bestelle, möchte ich durchaus etwas Handfestes und Ausgewogenes, einfach weil es mich mehr befriedigt und sättigt als beispielsweise die leeren Ballaststoffe, die uns als Salat verkauft werden oder den fettigen Salzleckstein, der eine Tüte Chips ersetzen würde.

Besonders wenig kann ich mit "leeren Kohlehydraten" anfangen. Toast zum Beispiel - da esse ich lieber die Papiertüte, wo das Gemüse drin war. Oder die berühmten "Cerealien", die nichts weiter als Stärke im Zuckermantel darstellen und meinem Körper außer einer Blutzuckerspitze absolut nichts bringen. Aber auch Obst und Gemüse muss nicht zwangsläufig "gute Nährwerte" enthalten.

Manche Obstsorten, gerade wenn sie unreif geerntet und/oder um die halbe Welt gekarrt werden, damit wir Kirschen im Dezember essen können, sind in meinen Augen nur Wasser und etwas Zucker. Am schlimmsten finde ich Eisbergsalat. Der hat zwar keine Kalorien, aber sonst auch nicht viel an "guten Nährwerten" oder gar Geschmack. Da kann man mich gleich zum Grasen anpflocken.

» Gerbera » Beiträge: 9660 » Talkpoints: 4,40 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Bei dieser Fragestellung frage ich mich als erstes, was denn bitte gute Nährwerte sein sollen? Wenn ich fünf Ernährungs"experten" frage, bekomme ich dazu doch schon zehn Meinungen. Und was für mich gut ist, steht dann wegen meiner gesundheitlichen Probleme noch mal auf einem ganz anderen Blatt. Der eine Experte findet, dass es unbedingt Vollkorn sein muss - der andere verdammt Kohlenhydrate gleich vollständig.

Der eine meint, man solle den ganzen schädlichen Zucker austauschen gegen diesen ganzen modernen Schnickschnack wie Birkenzucker, Isomalt, Süßstoff, Stevia und ich weiß nicht was - der andere meint, dass wir gar nichts Süßes essen sollen. Die einen heben veganes Essen in den Himmel, aber wenn man sich mal die ganzen Zutaten von veganen Würsten, Hackfleisch etc. durchliest, dann ist da nach meinem Empfinden mehr oder weniger nichts drin, was irgendwie gesund wäre oder gute Nährwerte hätte. Das ist auch nicht gesünder, als ein Maggi- oder Knorr-Fix-Fertigpackung, eher schlechter!

Und selbst wenn wir uns ansehen, was dann noch übrig bliebe an Lebensmitteln, dann gibt es immer jemanden, der meint, dass das alles andere als "gute Nährwerte" seien. Nimm Dir einen Apfel, der angeblich ja so gesund sein soll, weil er eben gute Nährwerte enthalten soll. Es gibt jedoch nicht wenige Leute, die entweder auf die Fruktose darin reagieren oder wie ich gleich ganz allergisch dagegen sind. Insofern enthält ein Apfel für mich auch keine "guten Nährwerte".

Und selbst wenn ich täglich jede Mahlzeit frisch zubereite, Convenience-Produkte etc. vollständig weglasse, dann kann ich bei dem gekauften Obst und Gemüse nicht mal ansatzweise sicher sein, dass da überhaupt irgendwelche guten "Nährwerte" drin sind! Zum einen wird es so schlecht angebaut, dass es zwar "schön" und knackig aussieht, aber keinerlei Vitamine oder Mineralien enthält, dafür jede Menge an Pestiziden und Co. Oder wie aktuell beim Sesam, der nach der Herstellung noch mal mit Ethylenoxid desinfiziert wurde, oder wie damals die Eier mit Fibronil.

Ich kann natürlich auch alles im Bio-Laden kaufen. Aber woher weiß ich, dass die Sachen wirklich alle in Bio-Qualität haben? Und was ist eigentlich Bio-Qualität? Man hat doch schon festgestellt, dass irgendwie viel mehr Bio-Lebensmittel verkauft werden als produziert. Da wird also auch wieder geschummelt. Und in den Bio-Läden liegt die Frischware außerdem so lange herum, dass da inzwischen alles an "guten Nährwerten" verschwunden sind, falls mal welche drin waren. Der Vitamin-Gehalt sinkt ja nachweislich mit Ablauf der Zeit des Herumliegens.

Insofern habe ich für mich den Weg gefunden, dass ich mich versuche, einigermaßen gesund zu essen mit den Möglichkeiten, die mir zur Verfügung stehen. Manchmal darf es aber auch einfach nur lecker sein und mir sind die "Nährwerte", Vitamine und Co. egal. Schließlich gehört die Lebensqualität meiner Meinung nach auch zur Gesundheit dazu und darf auch nicht außer acht gelassen werden.

» SonjaB » Beiträge: 2136 » Talkpoints: 66,87 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Natürlich schaue ich bei meiner Ernährung irgendwo schon zu, dass ich nicht nur Fertigessen, Fast Food und Co in meinen Speiseplan integriere, aber ich achte nicht wirklich bewusst auf die Nährwerte, Kalorien oder Prozentsätze der einzelnen Bestandteile meines Essens und fände es auch übertrieben, mir vor jeder Mahlzeit Gedanken darüber zu machen. Ich esse so gut wie alles und ernähre mich abwechslungsreich, und deswegen bin ich mir relativ sicher, dass ich genug von allen essentiellen Nährstoffen zu mir nehme und es nirgendwo hemmungslos übertreibe. Das genügt mir.

Wenn ich mal Lust auf einen Burger mit Pommes habe, dann gönne ich mir diesen auch ohne schlechtes Gewissen - denn ich weiß, dass ich so etwas keineswegs täglich esse und das auch überhaupt nicht wollen würde. Ein solches Gericht ist bei mir eine Ausnahme und bleibt als solche auch ein besonderer Genuss. Die restliche Woche gibt es dann in aller Regel ganz „normale“ Speisen: mal einen Salat, mal Nudeln, mal Fleisch mit Gemüsebeilage, mal Suppe.

Naschen tue ich zwischendurch auch gerne mal und täglich etwas, aber es bleibt soweit in Maßen, dass ich keine Notwendigkeit sehe, mich rigoros zu beschränken oder anzufangen, Food Tracking zu betreiben. Man soll ja auch noch Leichtigkeit und Genuss im Leben spüren dürfen, und ich will mich auch vor niemandem für eine „ungesündere“ Mahlzeit rechtfertigen müssen, wenn es mir schmeckt und mich zufriedenstellt.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8044 » Talkpoints: 879,04 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


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