Kind wünscht sich Kontakt zum Vater - Er will nicht

vom 03.03.2015, 11:53 Uhr

Frau A war schon kurz nach der Geburt ihrer Tochter alleinerziehend, da sie sich vom Vater des Kindes getrennt hat als dieses wenige Monate alt war. Es gab ein paar unschöne Vorfälle und auch die Trennung ging nicht ganz spurlos an Beiden vorbei, wobei für Frau A klar war, dass es keine Beziehung mehr zwischen beiden geben würde.

Der Vater des Kindes hat sich damals entschlossen, Kontakt zum Kind zu halten und dieses regelmäßig zu besuchen, was aber schon nach kurzer Zeit nicht mehr klappte. Mal kam er vorbei, dann wieder nicht, so dass Vater und Tochter sich zwar kannten aber keine wirkliche Beziehung aufbauen konnten. Die Treffen verliefen meistens kurz und eben auch sehr unregelmäßig. Teilweise war auch mal ein Jahr oder noch länger kein Kontakt, bis Frau A dann auf Wunsch des Kindes den Vater mal wieder angerufen hat und nachgefragt hat, ob er das Kind nicht mal wieder besuchen möchte, weil das Kind darunter leidet, dass der Vater nicht da ist.

Als das Kind 6 Jahre alt war, hat Frau A einen neuen Partner gefunden und noch ein Kind bekommen. Der Kontakt zum Vater der ersten Tochter ist daraufhin komplett abgebrochen, da dieser es dem Kind und auch der Mutter übel genommen hat, dass das Kind den neuen Partner der Mutter "Papa" genannt hat. Er hat dies anscheinend als persönliche Beleidigung empfunden und hat sich gar nicht mehr gemeldet. Daraufhin war jahrelang Funkstille, bis die Tochter im Alter von 11 Jahren nach der Telefonnummer ihres Vaters verlangte, die Frau A ihr auch gegeben hat.

Die Tochter hat angerufen und ihrem Vater gesagt, dass sie Kontakt möchte. Frau A hat einem ersten Treffen bei ihr zu Hause zugestimmt und Vater und Tochter haben sich daraufhin mehrmals getroffen. Die Tochter war glücklich und euphorisch, weil sie der Meinung war, dass jetzt alles wieder gut ist und ihr Vater sich um sie kümmert.

Frau A meinte dann allerdings, dass der Vater die Tochter ja auch mal abholen könnte, anstatt immer zu ihr nach Hause zu kommen, wo auch noch ihr Mann und ihre kleinere Tochter lebten. Da der Vater nur am Wochenende Zeit hatte, fühlte die Familie sich gestört, wenn der Vater der älteren Tochter im Haus war. Also wurde das Thema angesprochen und der Vater gebeten, die Tochter doch abzuholen und etwas mit ihr zu unternehmen. Zu dieser Zeit war er ca. dreimal dort gewesen.

Seit diesem Gespräch hat der Vater die Tochter dann ca. dreimal zusammen mit seiner Frau abgeholt. Einmal war die Tochter beim Vater zu Hause, die anderen Male haben sie Ausflüge in Freizeitparks unternommen. Das Gespräch ist mittlerweile aber schon ca. 1,5 Jahre her!

Nach den ersten beiden Treffen war fünf Monate Funkstille und der Vater hat der Tochter einfach nicht mehr auf WhattsApp geantwortet und sich nicht mehr gemeldet. Die Tochter war am Boden zerstört und hat Frau A gebeten, den Kontakt zum Vater nochmal aufzunehmen, der als Grund angeführt hat, dass er schließlich arbeiten muss und die Tochter ihn nicht ständig mit WhattsApp belästigen soll. Da dieses Gespräch wiedermal nichts als Ausreden, Beschuldigungen und Ärger brachte, hat Frau A einfach irgendwann aufgelegt.

Die Tochter hat immer weiter beim Vater nachgefragt, wann er sie denn mal wieder abholen kommt, so dass dann noch zwei Treffen innerhalb von 8 Monaten stattfanden, danach aber wieder komplette Funkstille war. Die Tochter hat wieder gefragt, wann der Vater Zeit hat aber er meinte, er wäre krank. Auch das ist schon wieder zwei Monate her.

Zum Geburtstag der Tochter kam ein Päckchen per Post, zu Weihnachten hat der Vater eine WhattsApp geschickt, in der er darauf hinwies, dass die Tochter ein Geschenk bekommt. Seitdem haben sie sich aber gar nicht mehr gesehen.

Das Mädchen ist wieder mal am Boden zerstört, versucht Entschuldigungen für das Verhalten des Vaters zu finden und redet sich die ganze Situation schön. Sie will einfach nicht sehen, dass der Vater offensichtlich keinen Kontakt möchte. Einmal hat sie ihn gefragt, ob er sich nicht mit ihr verabreden möchte, was er vehement abgestritten hat. Er hat eben viel Arbeit und keine Zeit. Einmal hat er sie auch per WhattsApp beschuldigt, dass sie seiner Frau angeblich Dinge über ihn erzählt hätte und war sauer auf sie. Das Problem ist, dass immer wieder ein Strohhalm von ihm kommt, dann aber wieder monatelang gar nichts.

Wie würdet ihr an der Stelle von Frau A reagieren? Frau A ist sowieso schon richtig sauer, dass der Vater das Kind so in der Luft hängen lässt, keinen Klartext redet, sich nicht meldet und dann auch noch der Meinung ist, die Tochter würde mit ihren WhattsApp nerven oder seiner Frau irgendwelche Dinge über ihn erzählen. Sie möchte den Kontakt aber auch nicht verbieten, weil es der Tochter absolut wichtig ist, Kontakt zum Vater zu haben. Dieser meldet sich aber nicht und findet nur Ausreden, bzw. bricht ständig wieder den Kontakt ab.

Offensichtlich geht es der Tochter mit dieser Situation immer schlechter und niemand weiss nun, was am Besten zu tun ist. Frau A würde sich am Liebsten weitestgehend aus der Beziehung zwischen Vater und Tochter heraushalten. Ihr wäre es am Liebsten, er würde sie zwischendurch abholen (gerne auch mal am Wochenende) und eine Beziehung zu ihr aufbauen. Da das Kind schon relativ groß ist, müsste sie damit größtenteils gar nichts zu tun haben und die Beiden könnten ihr Ding machen.

Was sollte Frau A tun, bzw. was sollte sie ihrer mittlerweile 13 jährigen Tochter raten? Mit dem Vater zu reden bringt absolut nichts, denn die einzigen Kommentare, die laut Frau A von ihm kommen sind die, dass er arbeiten muss, deswegen eben keine Zeit hat und dass es gar nicht stimmt, dass er seine Tochter nicht sehen will.

Rein objektiv würde Frau A sagen, dass die Tochter aufhören sollte, hinter ihrem Vater herzurennen, weil er offensichtlich keinen Kontakt möchte. Das würde dem Mädchen allerdings den Boden unter den Füßen wegreißen und abgesehen davon würde sie es auch nicht akzeptieren und weiterhin WhattsApp schreiben und anrufen.

» Sandra980 » Beiträge: 1011 » Talkpoints: 12,41 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Puh, das erinnert mich doch stark an meine eigene Geschichte. Mein Exmann wohnt zwei Straßen weiter und besucht seine beiden Söhne manchmal ein ganzes Jahr lang nicht. Melden tut er sich in der Zeit auch nicht. Es ist als sei er manchmal tot.

Ich selbst finde es übrigens auch nicht angemessen, wenn Kinder einen neuen Partner gleich Papa nennen. Es gibt nun mal nur einen Papa und ein 6-jähriges normal aufgeklärtes Kind WEIß eigentlich, dass man nur einen Papa hat. Meist macht die Mutter da den Druck.Ich habe auch seit über 2 Jahren einen neuen Partner. Miene Söhne sind fast 8 und 5 und keiner der beiden sagt zu meinem neuen Freund Papa.

Auch dass der Vater sich alle Schaltjahre mal meldet und den Kindern neue Hoffnung macht, passiert hier auch immer wieder. Schon erleichternd zu lesen, dass nicht nur ich so ein Problem mit dem Exmann habe. Mein Großer ist heute nach zig "Verarschungen" väterlicherseits her so hoffnungslos, dass er seinem Papa gar keine Chance mehr gibt und dass, obwohl ich immer wieder gut auf ihn einrede.

Auch, dass mein Exmann mit Beschuldigungen und Beleidigungen um sich wirft, wenn ich ihn zur Rede stelle - ja, sogar behauptet, ICH würde den Umgang verbieten, obwohl er sich monatelang nicht meldet - haben wir gemeinsam. Es ist, als würden sich getrennte Männer untereinander absprechen, wie man die Exfrau und die gemeinsamen Kinder behandeln soll. So viele unangenehme Parallelen.

Ich mische mich zwischen meinem Exmann und meinen Kindern schon lange nicht mehr ein. Wenn er sich melden will, soll er das tun. Ich renne niemanden mehr hinterher und ich bettle auch nicht mehr bei ihm, dass er sich doch bitte um seine Kinder kümmern soll.

Auch habe ich aufgehört, den Papa schön und toll zu reden. Meine Kinder erfahren immer die Wahrheit, eben kindgerecht verpackt. Sie sollen sich ihre Meinung dann aus den Fakten, die sie von mir hören, einfach selbst bilden. Dabei lasse ich weder schlechtes, noch gutes aus. Ich erzähle ihnen alles und bin da auch ganz offen.

Ab einem gewissen Alter sollten Kinder aber auch langsam merken, ob Papa es ernst mit ihnen meint oder nicht. Mein Tipp an Frau A: Sie soll ihre Tochter ruhig hinterher rennen lassen. Das Mädel muss selbst die Erfahrung machen und die Erkenntnis gewinnen, dass sie ihrem Vater bei Weitem nicht so wichtig ist wie er ihr. Da kann eben erzählen wer will, dass der Vater´ne Niete ist, das bringt alles nichts, wenn es der Tochter nicht wirklich bewusst ist.

» cherrypie » Beiträge: 567 » Talkpoints: 30,94 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Was will man da schon tun? Mit ihm zu reden ist absolut sinnlos. Selbst wenn man ein normales Gespräch führen könnte ohne Beleidigungen und Geschrei. Was kann man denn sagen, was er nicht schon weiß. Er hat eine Tochter, er hat Verantwortung, sie wünscht sich Kontakt. Diese drei Fakten haben ihn bisher nicht dazu gebracht, sie öfter und regelmäßig zu sehen. Daran kann man mit Worten nichts ändern.

Und mit der Tochter reden? Welche Worte würden denn ihre Sehnsucht nach dem Vater verschwinden lassen? Wenn man den Vater noch schlechter macht, als er sich schon von sich aus gibt? Damit lügt man sie an und verhindert womöglich zukünftige Kontaktaufnahmen. Sie würde mit einem falschen Bild von ihrem Vater aufwachsen. Das wäre nicht fair.

Also bleibt nur noch, den Kontakt zu verbieten. Und was erreicht man damit? Dass sie es noch mehr will und dass sie ihren Vater in besserem Licht sieht. Denn dann kann sie sich einbilden, dass er sich schon längst gemeldet hätte, wenn die Mutter es nicht verboten hätte. Dass er genauso leidet, wie sie. Somit wird dann die Mutter zur Bösen, die an allem Schuld ist und einen wundervollen Vater von seiner Tochter fernhält.

Nein, ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Die Tochter muss da irgendwie selber durch. Es wird hart und es werden noch viel Tränen fließen. Aber es ist nun mal die Wahrheit, dass er sie nicht häufiger sehen will. Alles andere wären verdrehte Tatsachen, die sich irgendwann rächen. Man kann sie nicht vor der Wahrheit beschützen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich fürchte auch, dass das Mädchen da durch muss und selber merken muss, dass der Vater den Kontakt doch eigentlich gar nicht will, auch wenn sie sich noch so anstrengt. Natürlich ist das unglaublich hart für ein Kind, wenn es sich ständig um Kontakt zum Vater bemüht, aber nur unregelmäßig eine Reaktion erfolgt, die teilweise dann auch noch negativ ausfällt, indem er schreibt, dass sie ihn nicht nerven soll. Aber trotzdem rennt sie ihm eben hinterher, weil sie ihn vermisst.

Ich denke, dass man da nichts machen kann, weil kein Gespräch mit einer der beiden Seiten helfen wird. Die Tochter wird es sich nicht verbieten lassen, dem Vater hinterher zu rennen und davon abgesehen wird das sowieso die Sache eher schlimmer als besser machen, weil man das erst recht haben möchte, was einem verboten wird. Der Vater wird sich wieder in seine Ausreden mit der Arbeit stürzen und so hat man hinterher nur geredet und nichts erreicht.

» Barbara Ann » Beiträge: 28383 » Talkpoints: 54,62 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Das ist natürlich traurig und schade, aber das sollte man akzeptieren. Das Kind sollte lernen, dass es nichts mit ihr persönlich zu tun hat und das nichts mit mangelnder Liebe oder was auch immer zu tun hat und nicht das Kind als Person abgelehnt wird, sondern dass durchaus auch andere Gründe für so ein Verhalten sprechen können: vielleicht hat der Vater Stress oder gesundheitliche Probleme oder er fürchtet die Verantwortung oder was auch immer. Das sollte man respektieren.

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» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: -0,56 » Auszeichnung für 33000 Beiträge


Wenn man so etwas liest, dann ist das schon eine sehr belastende und für das Mädchen so eine traurige Situation. Ich kann mir nicht vorstellen wie jemand so mit dem eigenen Kind umgehen kann, das ist so herzlos. Man muss ja nicht mehr mit der Mutter klarkommen, aber man hat doch ein Kind zusammen und sollte sich daher zusammenreißen können. Die Tochter möchte Kontakt, das kann man doch nicht einfach ignorieren. Tatsächlich gibt es wahrscheinlich viele dieser Väter und die Mütter sitzen dann mit den verzweifelten Kindern zu Hause und müssen sich das Weinen ansehen, die Verzweiflung.

Man kann nun aber auch nicht wirklich etwas raten. Nun ist sie ein Teenager und das ist alles eh schon schwer genug. Vielleicht würde ich meiner Tochter dazu raten sich mal in einem Brief zu erklären, also ganz klassisch, aber deutlich aussagekräftiger als eine WhatsApp. Da schreibt man sich dann auch mal alles von der Seele, was wichtig ist.

Man kann aber weder den Vater zum Kontakt zwingen, noch die Tochter dazu bewegen das Ganze sein zu lassen. Sicherlich wäre das der beste Schritt, allerdings liebt sie ihren Vater und das kann man ihr ja nicht absprechen. Ich würde ihr einfach klarmachen, dass sie mit jedem Problem zu der Mutter kommen kann und sie auch in den Arm genommen wird und sich auch ausweinen kann. Man sollte ihr erklären, dass das nun mal so ist und man selber sich das auch anders wünschen würde, es nun mal aber nicht anders machbar ist.

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» Ramones » Beiträge: 43577 » Talkpoints: 70,45 » Auszeichnung für 43000 Beiträge


Es ist immer traurig, wenn es dort draußen Väter/Mütter gibt, die sich dem Kontakt zu ihren Kindern verweigern. Denn dann stelle ich mir nicht selten die Frage, wieso man überhaupt erst eines gezeugt hat, wenn man am Ende Gründe sucht, um es nicht sehen zu wollen. Es ist einfach unfair dem Kind gegenüber, weil dieses nichts dafür kann, wenn Papa/Mama sich getrennt haben und man selbst auf einmal keinen Bock mehr auf Kinder hat.

Im Übrigen spreche ich solchen Eltern auch ihre elterlichen Fähigkeiten komplett ab und würde mir wünschen, dass es eine Art „Kinder- und Elternführerschein“ gibt. Denn solche Verhaltensweisen schädigen Kinder durchaus auch psychologisch gesehen sehr. Wenn Eltern erst gar nicht am Leben teilhaben wollen, Kind möglicherweise bei der Kontaktaufnahme anschreien usw. Es ist ein Kind, da hat man seine Rechte sowie Pflichten. Wenn man sich dessen nicht bewusst ist, dann wäre ein Kondom die bessere Alternative, als einem Kind so vor die Birne zu stoßen.

Das ärgert mich, wie unschwer zu erkennen, wirklich extrem an! Es nervt einfach, dass es da draußen so viele Eltern gibt, die so unverantwortlich die Belange der Kinder hinten anstellen, weil ihr eigenes Ego einfach kein Bock hat, sich seiner „Taten“ zu stellen und wer ein Kind in die Welt gesetzt hat, sich vor allem der Verantwortung zu stellen. Fehler macht jeder, die sind noch auszubügeln, aber nicht über Jahre hinweg. Also arsch hoch.

Als Kind beziehungsweise anderes Elternteil bleibt einem aber auch nur, akzeptieren. Wer nicht will, der will nicht. Mir persönlich ist das bis heute so egal, dass mein Erzeuger will! Das hat aber auch ganz andere Geschichten im Hintergrund, sodass dies eine andere Angelegenheit ist.

Doch wenn der Vater in dem Fall nicht will, dann auf wiedersehen! Er wird es vielleicht mal bereuen, wenn er dann doch will, dass das Kind sagt und jetzt kannst du dort bleiben, wo die Sonne nicht scheint. Nachvollziehbar und für mich dann in Ordnung die Reaktion!

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» Kätzchen14 » Beiträge: 5594 » Talkpoints: 0,12 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



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