Das Geständnis auf dem Sterbebett

vom 10.02.2011, 18:08 Uhr

Ein alter Brite bekannte sich nur kurz vor seinem Tod im Jahre 2008 für einen Frauenmord, der inzwischen etwa 35 Jahre zurück liegt. Zuvor wurden für diese unheimlichen Morde der bekannte "Yorkshire Ripper" alias Serienkiller Peter S. und auch sein Trittbrettfahrer verantwortlich gemacht. Das Geständnis stand auf einem Blatt Papier hastig hingekritzelt. Nachdem die Angehörigen des Verstorbenen diesen Zettel fanden, haben sie den Zettel zur Polizei gebracht und die Polizei veröffentlichte nun die Untersuchungsergebnisse.

Ein einziges und dazu noch sehr kleines Papier hat einen gewaltigen und grausamen Frauenmord aus dem bereits vergangenen Jahr 1975 aufgeklärt. Laut der britischen Zeitung "Daily Mail" stand auf dem Schriftstück, dass der Mörder diese Schuldgefühle nicht mehr aushalten kann. Das Papierstück wurde von der Familie des Mörders 2008 in dem Zimmer des verstorbenen Christopher S in einer Schublade gefunden. Nur kurze Zeit bevor der Brite an Lungenkrebs starb hatte er die 35 Jahre alte und zweifache Mutter Joan Harrison vergewaltigt.

Anschließend hat er die Frau zu Tode geprügelt. Er sagte, dass er sich bei denen entschuldigen möchte, die diese Sache betrifft und das ganze ins rechte Lot bringen will, weil er mit dieser Schuld einfach nicht mehr leben kann und möchte. Auch 20 Jahre nach dem Mord konnte er mit den Schuldgefühlen nicht umgehen. Auf dem Schriftstück entschuldigte er sich außerdem für den ganzen Schmerz den er dieser Person zugefügt hat und hof, dass Gott seiner Familie und ihm beisteht.

Bevor diese Nachricht bekannt wurde, verdächtigte die Polizei den Yorkshire Ripper, welcher als ein bekannter Serienkiller galt. Hinzu kam noch sein Trittbrettfahrer John Samuel H. . Die Mörder sind auch der schrecklichen Tat im Jahre 1975 spurlose verschwunden und untergetaucht. Etwa 80 Detektive haben zu dieser Zeit nach den Mördern mit Hilfe von Befragungen und auch Speichelproben gefahndet. Aber sie hatten leider keinen Erfolg.

Nach dem Tod des Mörders im Alter von gerade einmal 60 Jahren erfolgt eine rasche Wendung: Nachdem man die Botschaft fand, übergab man diese der Polizei. Rasch verglichen die Beamten eine kürzlich genommene Speichelprobe des Verstorbenen, sechs Tage vor seinem Tod war er wegen alkoholisiertem Fahren am Steuer verhaftet worden, mit der Speichelprobe und DNA, die am Tatort 1975 gefunden wurde. Das Ergebnis überraschte dann nicht mehr: Er war der Mörder der unschuldigen Joan Harrison.

Der Hauskriminalkommissar Graham Gardner sagte in einer Pressemitteilung, dass Joan ihr Leben auf eine sehr grausame und höchst unmenschliche Art und Weise verloren hat. Außerdem sagte er, dass Dank dem Fortschritt der DNA-Auswertung innerhalb der letzten Jahre der Mörder identifiziert werden könnte. Desweiteren merkte er an, dass er es bedauert, dass S. nicht mehr am Leben ist und somit nicht mehr für seine schreckliche Tat büßen muss.

Im November im weit zurückliegenden Jahr 1975 wurde die halbnackte Joan Harrison in einer stillgelegten Werkstatt in Preston, Lancashire, gefunden. Es war eindeutig, dass sie vergewaltigt und anschließend zu Tode geprügelt wurde. Außerdem hatte der Mörder eine tiefe Bissstelle an ihrer linken Brust hinterlassen und ihren Schmuck gestohlen.

» Ewariane » Beiträge: 319 » Talkpoints: -2,24 » Auszeichnung für 100 Beiträge



So ein Geständnis ist ziemlich egoistisch. Er hat also jahrelang mit dieser Schuld gelebt, ohne sie zu gestehen. Doch wohl, weil sein Leben in Freiheit und nicht als verurteilter Mörder schöner war. Das Leid der Angehörigen war ihm während all der Jahre bewusst, aber nicht wichtig genug, um dafür ins Gefängnis zu gehen.

Zu dem Zeitpunkt, an dem er nichts mehr zu befürchten hat, gesteht er endlich. Die Hinterbliebenen seines Opfers wissen nun endlich, wer es war. Aber zur weiteren Verarbeitung fehlt der Täter, den man anbrüllen könnte oder ein Gerichtsverfahren.

Gleiches gilt für seine eigenen Hinterbliebenen. Die hätten jetzt auch einiges aufzuarbeiten und viele Fragen, bekommen darauf aber nie Antworten.

Das Geständnis bringt wohl nur ihm was, weil er wohl an Gott glaubt. Dass er mit der Schuld nicht leben kann, ist ja so kurz vor seinem Tod irrelevant. Er konnte mit der Schuld nicht sterben, weil er Angst davor hat, vor seinen Schöpfer zu treten. Ich bezweifel allerdings, dass er damit viele Pluspunkte eingeheimst hat.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9449 » Talkpoints: 20,24 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich habe in solchen Fällen wirklich Mitleid mit der Familie der Opfer. Man muss sich das nur mal vorstellen. Da gibt es zu einer Person Eltern, die ihr Leben in Ungewissheit verbringen und dann versterben mit dem Gedanken, dass dieser Mensch nie dafür bestraft wurde. Das muss unglaublich frustrierend sein.

Außerdem weiß man dann nicht wie die letzten Minuten waren, was gemacht wurde, damals war das ja alles auch noch nicht so weitreichend wie heute. Vom Mörder ist so etwas auch maximal schwach. Ein Mörder spielt ja quasi den starken Mann, dann sollte man auch dazu stehen was man getan hat und gestehen. Dieser Mann ist einfach nur ein Feigling gewesen.

Geständnisse auf dem Sterbebett finde ich allgemein schwach. Wenn man etwas zu gestehen hat, dann sollte man es im Leben machen, denn man kann sich auch durchaus dass Feedback der betreffenden Person anhören und sollte das auch aushalten können.

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» Ramones » Beiträge: 42820 » Talkpoints: 78,44 » Auszeichnung für 42000 Beiträge



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