Bei Gemüse auch Abfall-Bestandteile essen?

vom 20.09.2019, 15:55 Uhr

In der Überschrift habe ich die Bestandteile des Gemüses, die man in der Regel eigentlich wegschneidet und in den Kompost oder die Tonne gibt, plakativ als Abfall bezeichnet, auch wenn es jetzt eine Bewegung gibt, die sich unter dem Namen "From Leaf to Root", von den Blättern bis hin zu den Wurzeln, zur Aufgabe gemacht hat, alles zu essen. Und eben diese Sachen nicht mehr als Abfall anzusehen.

Alles von der Pflanze, was annähernd essbar und nicht giftig ist, soll auch mit gegessen und zubereitet werden. Das sind dann bestimmte Bestandteile wie der harte Strunk vom Brokkoli, die Blätter am selbigen oder auch von anderen Kohlsorten, das Möhrengrün, selbst die Schale von Wassermelonen wird als essbar angesehen und verwertet.

Ein interessanter Ansatz ist das ja schon, auch wenn ich nicht weiß, ob ich Lust hätte, bei meinen durchschnittlichen Kochkünsten mich jetzt auch noch damit zu beschäftigen. Wäre das etwas für euch oder macht ihr das vielleicht vereinzelt schon?

» Verbena » Beiträge: 4021 » Talkpoints: 1,78 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich entscheide das für mich ganz allein, was ich vom Gemüse alles verwerte und esse. Ich lasse mir da ganz gewiss nicht reinreden. Erst recht würde es mir rechts vorbei gehen, wenn es irgendwelche Bewegungen gibt, die sich irgendeine Aufgabe gestellt hat. Warum sollte mich das irgendwie abheben? Wenn morgen jemand sagt, dass er nur die Verpackung von Lebensmitteln isst und die Nahrung wegwirft, würde ich das auch einfach nur so hinnehmen. Spinner und Wichtigtuer gibt es eben zuhauf.

Würde ich jedem nur eine Minute Beachtung schenken, käme ich ja zu nichts anderem mehr. :wink: Ich selbst schäle und putze Gemüse stets großzügig. Ich schabe die dünne Schale nicht von der Möhre. Das macht mir einfach zu viel Dreck und dauert mir auch zu lange. Ich schäle die Möhre großzügig ab. So handhabe ich das auch mit Kartoffeln oder auch mit Salatgurken etc. Wenn sich gerade dort die meisten Vitamine und Mineralstoffe tummeln, dann ist das eben so. Ich lasse mir da auch nicht reinreden. Spargel, Kohlrabi, Lauch und Verwandtschaft wird bei mir großzügig geputzt und eben auch ordentlich gegart. Wie andere das handhaben ist mir ehrlich schnurzegal.

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» Quasselfee » Beiträge: 1634 » Talkpoints: 38,80 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich finde hier wie so oft, dass man die Verhältnismäßigkeiten im Blick behalten sollte. Verschwendung von essbaren Nahrungsmittelbestandteilen ist prinzipiell natürlich keine gute Idee, aber alles mit Maß und Ziel, wie ich finde. Und bei Pflanzen finde ich es generell weniger verschwenderisch, wenn man nicht jeden Bissen auch brav verwertet. Bei Tieren dagegen finde ich es schon dekadenter, sich nur auf das Filet, die Leber oder sonstige Einzelteile zu beschränken, sodass große Teile des Schlachtviehs nur noch schwer vermarktet werden können.

Aber mal ganz ehrlich: Wenn man bei der Melone die Rinde übrig lässt, wird sie eben kompostiert. Und weder die zusätzlich aufgenommenen Kalorien noch die Vermeidung von Müll machen die Umweltbilanz wirklich "besser", wenn man das Lebensmittel vorher aus China oder Kasachstan einfliegen lässt. Wie gesagt, da hält sich der Zugewinn für die Umwelt für mich schon sehr in Grenzen und es sind sehr viel bessere Argumente nötig, damit ich mich beispielsweise mit dem Strunk einer Ananas anfreunde. Lieber verzichte ich dann ganz.

» Gerbera » Beiträge: 8407 » Talkpoints: 2,38 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Ich bin generell immer für eine möglichst vollständige Verwertung und gegen Verschwendung von Nahrung. Selber setze ich das um, indem ich darauf achte, nicht im Überschuss einzukaufen, Reste einzufrieren oder zuzubereiten, bevor sie schlecht werden, und bei Obst, Gemüse und Fleisch so wenig wie möglich abzuschneiden. Dennoch bin ich jetzt kein Mensch, der krampfhaft auch die sogenannten „Abfallteile“ mitisst, weil das nicht selten zusätzliche Kenntnisse in der Zubereitung oder einen hohen Zeitaufwand erfordert.

Hätte ich für diese eine angemessene Verwendung und Rezepte zur Hand, die mir schmecken und die es die Extramühe in meinen Augen wert sind, dann würde ich aber prinzipiell auch nichts dagegen haben, sie zu verarbeiten. Beispielsweise habe ich kürzlich eingelegte Knoblauch-Stängel gekostet und fand diese extrem schmackhaft, sodass mir sofort der Gedanke kam, wie schade es doch ist, dass die entsprechenden Anteile so gut wie immer weggeschnitten werden. Auch aus Brokkolistrunk kann man gut Suppen oder Salate machen, sodass ich diesen mittlerweile schon öfter mitnutze. Wassermelonenschalen hingegen wandern bei mir in den Müll, da ich bislang nicht wusste, was ich daraus alternativ noch machen kann.

» MaximumEntropy » Beiträge: 6560 » Talkpoints: 834,70 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ich finde generell gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird, dass man manche Dinge, die so selbstverständlich weggeworfen werden, noch konsumiert werden können. Viele Menschen wissen nicht, was ist essbar, was ist giftig, was kann man und vor allem wie kann man es schmackhaft zubereiten usw.

Ich würde bestimmt nicht alles probieren, wenn es mir zu absurd scheint, dann würde es mich nicht beeinflussen. Anderseits kann man auch Dinge mal versuchen und es dann immer noch ablehnen.

Was ich so an Abfällen von Gemüse benutze, sind folgende:

  • Schalen von Zwiebeln, Möhren, etc. werden grundsätzlich zur Gemüsebrühe ausgekocht
  • Der Stil von Brokkoli und Blumenkohl wird roh gegessen
  • Manchmal mache ich "Chips" aus Kartoffelschalen
  • Saubere Möhren kann man auch mit Schale essen
  • Apfel, Kaki, Birne, Feige, usw. wird mit Schale gegessen
  • Grün von Radieschen kommt oftmals in einen Smoothie

» Maysen » Beiträge: 300 » Talkpoints: 18,19 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Grundsätzlich finde ich den Ansatz schon eine gute Sache, aber allein schon deshalb weil ich immer wieder gerne neue Dinge probiere und offen bin für Neues. Ob das jetzt ein neuer Foodtrend ist, wage ich zu bezweifeln, weil so eine Bananen- bzw. Wassermelonenschale für viele einfach Abfall ist und das so schnell aus den Köpfen auch nicht raus zu bekommen ist.

Ich selbst habe z.B. Wassermelonenschale schon gegessen, hat mir aber nicht geschmeckt. Das Grün von Möhren, Radieschen & Co. schneidet meine Oma schon seit Jahren in ihre Salate mit rein. Das ist gar nicht so schlecht, wie man vielleicht denkt. Im Endeffekt muss jeder wissen, wie experimentierfreudig man ist. Die Idee einer Vorschreibnerin diese "Abfälle" in Säften oder Smoothies zu verwenden halte ich auch für eine super Idee. Da kann so ein Brokkolistrunk z.B. ja klasse verarbeitet werden.

» EngelmitHerz » Beiträge: 553 » Talkpoints: 14,90 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich esse durchaus auch Abfallbestandteile. Ich schaue schon, dass ich so viel wie möglich verwerte und nicht direkt alles wegwerfe. Zudem kann man ja auch wirklich viel essen, was als Abfall gewertet wird. So esse ich bei Kartoffeln ganz oft die Schale mit, vor allem bei sehr kleinen, schönen Kartoffeln. Bei Ofenkartoffeln isst man die Schale ja beispielsweise auch im Normalfall mit.

Gurke und Karotte schäle ich auch nicht, wenn es nicht wirklich notwendig ist. Mit Schale schmeckt mir das auch meistens besser. Bei Brokkoli esse ich auch oft einen Teil des Strunks mit, wobei ich aber nie den kompletten Brokkoli verwerte. Der Strunk schmeckt einfach oft ein wenig holzig.

Ich achte nicht penibel darauf, wirklich alles an "Müll" mitzuessen. Das muss meiner Meinung nach auch nicht sein. Es sollte ja schließlich auch noch schmecken. Wenn es aber anbietet, dann esse ich solche Abfälle durchaus auch mit.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 32064 » Talkpoints: 16,27 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



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