Katze kaufen und nicht darum kümmern - mittlerweile normal?

vom 28.08.2019, 09:04 Uhr

Ich habe vor ein paar Jahren erlebt, wie sich der Nachbar meines Kumpels eine Katze gekauft hat. Nun war er dann aber recht bald nicht mehr so wirklich daran interessiert und die Katze stand immer wieder auf dem Balkon meines Kumpels. Die Katze hatte sichtlich Hunger, war auch dünner geworden und der Nachbar meinte darauf angesprochen immer nur, dass er keine Zeit hätte. Letztendlich ist es nun die Katze von meinem Kumpel und hat dort ein liebevolles zu Hause gefunden.

Nun geht es mir ähnlich. Zu uns kommt jeden Tag eine kleine Katze. Kaum nach der Anschaffung wurde diese schon nach draußen gelassen und scheinbar sollte sie sich dort selber verpflegen und bekommt eher wenig Futter zu Hause. Sie ist nächtelang draußen und auch so fast den ganzen Tag, sie wird selten mal hereingelassen. Sie steht dann immer bei uns vor der Balkontür, die sie durch einen Sprung erreichen kann oder vor der Terrassentür. Von uns wird sie gestreichelt, mehr nicht. Sie scheint aber Anschluss zu suchen, da ihre Familie fast den ganzen Tag nicht da ist. Wir leben in einem Dorf und so bekommt man das eben eher mit, wenn man viel draußen spielt mit den Kindern und sich ja auch unterhält. Nun mache ich mir auch wirklich Sorgen um die kleine Katze, da sie immer mehr abmagert.

Ich habe schon ein paar Mal beobachtet, wie sie versucht draußen etwas zu jagen. Das hatte eher wenig Erfolg und so magert sie sichtlich immer mehr ab, weil ihre Familie so selten da ist. Mir tut das wirklich in der Seele weh, aber wenn ich nun anfange zu füttern, dann wird die Katze wohl auch bei uns bleiben wollen. Ich kann ja aber nicht einfach die Nachbarskatze für mich vereinnahmen. Das Blöde dabei ist, dass die Nachbarin auch noch Kinder hat, die mit meinem Sohn in den Kindergarten gehen, ich will also keinen Ärger. Mir wäre es daher etwas unangenehm das bei ihr anzusprechen. Wobei ich das ja muss, also wie soll ich dies denn machen?

Aus Tierliebe heraus würden wir uns schon um die Katze kümmern und sie auch bei uns leben lassen, wenn es soweit kommen sollte. Also daran würde es nicht scheitern. Mir tut dieses Tier einfach unglaublich leid, da sie wirklich immer schmaler wird und sie abmagert. Ich finde es wirklich ein Unding sich nicht um ein Tier zu kümmern, welches man sich selber angeschafft hat. Gerade bei Katzen scheint so etwas aber häufiger mal vorzukommen. Habt ihr das auch schon erlebt und wie habt ihr gehandelt?

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» Ramones » Beiträge: 42376 » Talkpoints: 71,53 » Auszeichnung für 42000 Beiträge



Ich würde mich nicht einmischen und die kleine Katze somit auch nicht füttern. Ich weiß ja gar nicht, warum sie so mager ist. Vielleicht hat sie gerade eine Futterunverträglichkeit und ihre Halter versuchen gerade das herauszufinden um das Futter umzustellen. Ich selbst habe meinen Jungkatzen damals ein ganzes Jahr Juniorfutter zu fressen zu geben, weil mir das empfohlen wurde.

Heute sind sie elf Jahre alt, es hatte ihnen also nicht geschadet. Dass die kleine Katze schon ihr Glück auf der Jagd sucht, hat weniger etwas mit Hunger, als mit ihrem Urinstinkt zu tun. Katzen jagen halt und wenn sie es nicht draußen tun, weil sie nur in der Wohnung gehalten werden, versuchen sie eben auch immer wieder dort ihr Glück. Dein Mitgefühl ehrt dich natürlich. Aber deine Zweifel sind auch nicht unberechtigt. Die Nachbarin kann natürlich über deine Kritik erfreut sein und ihr Verhalten der Katze gegenüber ändern.

Sie kann aber auch beratungsresistent sein und dich als besserwisserisch empfinden. Wer weiß schon, wie lange sich die Katze noch in der Nachbarschaft aufhalten wird. Deine Nachbarn allerdings werden dir aber sicher viel länger erhalten bleiben. Und wie du bereits erwähntest, möchtest du ja weiterhin gut mit denen auskommen.

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» Quasselfee » Beiträge: 2110 » Talkpoints: 20,07 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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