Ein-Euro-Jobs werden ausgenutzt

vom 09.05.2008, 12:23 Uhr

Mir ist das auch schon aufgefallen. Viele ein Euro -Jobler wären nämlich besser dran,wenn sie nicht arbeiten würden, sondern einfach zu hause sitzen blieben - da bekommen sie nämlich das gleiche Geld. Und das ist schon unglaublich,dass das nicht durchgerechnet wird. Und dann schimpft man auf die Arbeitslosen, die den ganzen Tag nur herumsitzen würden.

Und klar, die dürfen dann die Drecksarbeit machen und höflich und nett ist man auch nicht zu ihnen - sind ja nur ein Euro-Jobler. Und wenn man die ganz Klischeehaft zur Kaffemaschine ab delegiert und dann als Putzkraft missbraucht, dass ist doch unmöglich. Klar, einer muss die Arbeit machen, aber keiner sollte Hausmeister, Putzfrau und Mädchen für alles in einem sein, und schon gar nicht,wenn man eigentlich eine bestimmte Ausbildung hat, die der Tätigkeit die man da verrichten muss in nichts gleich kommt.

» kevrom » Beiträge: 195 » Talkpoints: -1,30 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Das Euro-Jobberr ausgenutzt werden weiß man. Auch, dass die Vermittlung durch die Agentur aufhört, sobald man einen 1-Euro-Job annimmt. Da man ja dann "in Arbeit" ist, braucht man die Vermittlung von der Agentur ja nicht mehr. Und für die ist das nur gut, denn man fällt ja aus der Arbeitslosenstatistik raus - weil man ja ein Job hat.

Was für Jobs das sind - naja. Ich musste das auch mal machen. Mich haben sie im Winter auf den Friedhof gestellt und ich musste da die Bäume mit fällen und wegtragen, Rasen schneiden (im Winter), Beete harken, usw.. Ich meine, die Arbeit ging eigentlich (obwohl alle "Kollegen" nur Männer waren), aber die Arbeitskleidung, wie Sicherheitsschuhe, Regenkleidung, warme Kleidung, Ohrenschutz, Handschuhe und den Helm musste ich mir selbst kaufen! Das ist schlecht machbar, wenn man Hartz4 bekommt, weil sowas doch schon einiges kostet. Naja, im Endeffekt habe ich den Job 4 Wochen nur gemacht, habe ca. 250 Euro für gebrauchte (!) Arbeitskleidung ausgegeben und mich dann krank gemeldet, weil ich so einen Frust auf alles hatte!

Bitte, bevor ihr einen Ein-Euro-Job annehmt, geht lieber in die Fabrik Schräubchen drehen für ein paar Stunden. 100 Euro + 20% von den 400 Euro dürft ihr doch anrechnungsfrei behalten. Und das ist nicht so eine Sklaverei!

» Pflänzchen » Beiträge: 225 » Talkpoints: 2,66 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Durch einen Ein-Euro-Job war man aus der Statistik. Man wurde oft von einer gemeinnützigen GmbH betrieben, deren Geschäftsführer nicht selten ein verdienter Parteisoldat war. In manchen Kommunen wurden so Spielplätze erneuert. In unserem Ort gab es einen Skaterplatz. Das war natürlich oft billiger für die Kommunen. Nur in Arbeit kam man so zumeist nicht.

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» Juri1877 » Beiträge: 6438 » Talkpoints: 54,93 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Der sogenannte 1-Euro-Jobber wurde und wird in Zukunft immer verarscht. Das findet man schon an folgendes Beispiel wieder und ich erlebe es regelmäßig in unterschiedlichen Beruflichen Zweigen und Bekanntenkreisen. Wenn ein 1-Euro-Jobber den 1-Euro-Job durch das Job Center zum Beispiel in der Diakonie abarbeitet und dann 6 Stunden täglich bei 1,25 Euro pro Stunde macht. Das sind im Monat 150 Euro. Diese darf der Job Center Geplagte 1-Euro-Jobber komplett behalten und jetzt kommt der Kracher.

Wenn hier jemand einen 1-Euro-Jobber als Beispiel für ebenfalls 6 Stunden einstellt pro Tag, ob er nun putzt oder sonst was, darf er die 150 Euro eben nicht komplett behalten. Denn dann zählt auf einmal die Freigrenze von 100,- Euro pro Monat und der Rest wird dann entsprechend prozentual noch angerechnet und wenn mir einer sagen möchte, dass dies keine Verarsche ist, dann fresse ich einen Besen.

Wer jetzt behaupten möge, dass stimme nicht, der solle mal 1-Euro-Jobber genau fragen, die Richtlinien genau lesen. Ich habe etliche in meinem Umkreis, denen das passiert ist und die natürlich auch das nicht nachvollziehen können. Ich im Übrigen auch nicht.

Nebenbei ist der 1-Euro-Jobber schön für die Statistikreiter von ganz oben. Denn ein 1-Euro-Jobber fliegt aus der Statistik heraus, da er ja nicht mehr vermittelbar in dem Sinne ist. Das macht die Statistik der Arbeitslosenquote nochmal etwas schöner und ist der Grund, wieso die Leute sowieso gerne in lächerlichen Arbeiten reingedrängt werden.

Ein ganz aktuelles Beispiel. Meine Cousine macht einen 1-Euro-Job. Sie muss 6 Stunden am Tag als „Hilfe“ für ältere oder gehandicapte Menschen hinhalten. Sie war schon in einer stinkenden Messie-Wohnung oder zumindest einer sehr nahe daran kratzenden Wohnung, wo man schon beim betreten sich übergeben wolle. Sie ist dazu dann eben Einkaufshilfe, Gassigeh-Hilfe, Unterhaltung usw. Auch beim putzen müssen sie helfen. Lediglich das Waschen der Menschen, Medikamente nehmen usw entfällt.

Doch wir haben hier einige Berufszweige von Putzfrau bis über Einkaufhilfe- oder Alltagshilfe direkt mal in einem. Psychologin bitte auch noch, denn die Probleme der Damen und Herren sind ja nicht gerade ohne und sich dann mit Schicksalsschlägen auseinandersetzen zu müssen oder mit desolaten Wohnungen, das ist eine Frechheit.

Ich mag meine Cousine nicht, gönne ihr den 1-Euro-Job für die faule Art auch wirklich, aber die zieht das seit 3 Monaten konsequent durch, obwohl sie 1-mal die Woche zu immer denselben geht und wirklich kräftezerrend eine Wohnung betritt, die besser bezahlte Leute kaum betreten wollen. Und ich frage mich, wie sowas sein kann.

Ob 1-Euro-Jobs ausgenutzt werden beziehungsweise die Leute? Natürlich. Denn anders als bei der Bundesagentur für Arbeit liegen die Fördermittel bei Job Center für Langzeitarbeitslose weit darunter. Da bleibt kein Geld für eine Weiterbildung hier, für eine Umschulung dort oder jenes und dieses. Da wird man dann in nutzlosen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen geschickt.

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» Kätzchen14 » Beiträge: 4862 » Talkpoints: 43,62 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



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