In Gedanken bereits in der Zukunft leben?

vom 12.08.2019, 08:34 Uhr

Manchmal hat man Großes vor in der Zukunft, die gar nicht so weit entfernt sein muss. Vielleicht freut man sich tierisch auf seine Rente, wenn es nur noch ein paar Monate sind, die man arbeiten muss oder auch auf eine Weltreise, die man nach dem Abschließen des Studiums machen möchte.

Manche Menschen neigen dann ja aber dazu, sich quasi so sehr darauf zu freuen und so intensiv über das Bevorstehende nachzudenken, dass sie sozusagen mit dem Kopf bereits in der Zukunft leben. Ich hatte beispielsweise auch mal eine Klassenkameradin, die sich so sehr auf ihr Au-Pair-Jahr nach dem Abitur gefreut hat, dass sie sich gedanklich fast nur noch damit beschäftigte und ihre Noten stark abrutschten. Ist euch so etwas in der Art auch schon einmal passiert? Was kann man dagegen tun?

Benutzeravatar

» Prinzessin_90 » Beiträge: 32036 » Talkpoints: 0,14 » Auszeichnung für 32000 Beiträge



Man sollte realistisch bleiben und wenn man sein Leben genießen will, dann sollte man im Jetzt leben. Daher träume ich sicherlich davon wie die ein oder andere Sache werden wird, aber ich lebe im Jetzt und konzentriere mich auch auf die Dinge, die anstehen. Einem sehr jungen Mensch kann so ein abdriften ja schon passieren, aber wenn man im Leben steht sollte das doch eher nicht passieren. Außerdem kann man ja nicht von der Rente träumen und dann die Jahre, die man davor hat einfach vor sich hin leben und nichts tun um sein Leben zu schätzen.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 40603 » Talkpoints: 59,73 » Auszeichnung für 40000 Beiträge


So etwas finde ich total albern sowie total krankhaft und bescheuert. Was bringt es mir, in Gedanken in einer Zeit zu leben, die noch gar nicht existiert und die auch gar nicht sicher so eintreffen wird? Überspitzt gesagt, es bringt doch nichts, wenn ich mir eine Bilderbuchfamilie ausmale und wie der Alltag ablaufen wird, wenn noch nicht mal ein Partner für die Familienplanung vorhanden ist.

Ich bin ein Mensch, der im Hier und Jetzt lebt. Natürlich mache ich mir auch Gedanken, welche Optionen in Zukunft eintreffen könnten, beruflich betrachtet beispielsweise. Aber ich lote dann eher meine Chancen und Perspektiven aus, probiere es überall und schaue dann, was sich ergibt. Ich sitze nicht tatenlos herum und träume vor mich hin und verpasse zu leben.

Benutzeravatar

» Täubchen » Beiträge: 33313 » Talkpoints: 0,01 » Auszeichnung für 33000 Beiträge



Ich bewege mich so mittendrin, würde ich sagen. Einerseits möchte ich auch kein Leben, das zu 90 Prozent aus Warten, Zeit Vertreiben und Hinfiebern besteht, sei es auf das Wochenende, den Sommer, den Urlaub, Weihnachten oder am Ende dann die Rente. Andererseits habe ich auch (und ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur mir so geht) ziemlich viel Alltag, der nur gelegentlich von "Highlights" durchbrochen wird. Und auch wenn Achtsamkeit und der ganze damit verbundene Schmonz gerade modern ist, so bin ich doch nicht der Typ, beispielsweise in einer vollgestopften Straßenbahn oder beim Bad Entkalken "ganz im Hier und Jetzt zu leben". So toll und spannend ist es da meistens nicht.

Ich versuche, das Dilemma dadurch zu lösen, dass ich auch in meinen Alltag kleinere Highlights einbaue und so nicht nur auf die großen Ereignisse hinfiebern und Monate meines Lebens am Stück nicht nur hinter mich bringen möchte. Ich würde auch sagen, dass mir das im Rahmen meiner Möglichkeiten ganz gut gelingt. Aber ich bin wohl einfach nicht der Typ, der dem Hier und Jetzt immer so viel abgewinnen kann. Und manche Dinge kann man auch nicht von Heute auf Morgen ändern, sondern muss langfristig planen und rechnen. Da ist das "Hier und Jetzt" eher im Weg als irgendwas sonst.

» Gerbera » Beiträge: 8387 » Talkpoints: 0,80 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Zurück zu Alltägliches

Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

^