Auswahl der Art wie man bestattet werden möchte

vom 29.05.2019, 10:04 Uhr

In der Regel befasse ich mich ja eigentlich nicht damit, wie ich mal bestattet werden möchte. Allerdings gibt es schon Varianten, die für mich oder besser gesagt, für meine Lebensgefährtin und mich in Frage kommen würden. Es gibt zum Beispiel in den Niederlanden die Möglichkeit, sein Familienmitglied einäschern zu lassen um dann auch anschließend die Urne mit den Überresten, mit nach Hause nehmen zu können. Das ist in Deutschland aber leider verboten.

Für meine Lebensgefährtin, wäre es aber gut zu wissen, dass ich nach meinem Tod zumindest in dieser Form immer noch bei ihr wäre. Auch ich finde den Gedanken sehr schön, vor allem dann, wenn man sehr lange eine sehr innige Beziehung hatte. Ich persönlich würde mich auch verbrennen lassen, einfach auch weil ich nicht will, dass man sich noch groß um mein Grab kümmern sollte. Man sollte mich in Erinnerung behalten, aber sich nicht darum streiten müssen, wer denn jetzt mit Grabpflege dran ist.

In den USA, um genau zu sein im Bundesstaat Washington, wird ab dem 1. Mai 2020 noch eine weitere Möglichkeit der Bestattung angeboten und zwar die Kompostierung. Was sich jetzt eher nach Verwertung anhört, hat tatsächlich Methode, soll kostengünstiger sein und bietet auch den Verwandten einer weitere Möglichkeit an, wie die mit den Überresten umgehen möchten. Für die Menschen die sich für eine Studie zu Verfügung gestellt haben, ging es eher darum, der Erde wieder etwas an Nährstoffen zurück zu geben.

Die Prozedur der Kompostierung soll mit Hilfe von Sauerstoff und der Zugabe von Mikroben etwa 4 Wochen dauern und mit einem Kostenaufwand von derzeit 5000 Dollar, weit günstiger als das Einäschern oder Begraben sein. Am Ende bleiben dann ca. 2 Schubkarren mit Erde übrig, die dann die Angehörigen sogar mitnehmen können um diese zum Beispiel im Garten zu verteilen.

Das klingt vielleicht erstmal alles etwas merkwürdig, aber ich finde diese Art der Bestattung gar nicht so verkehrt. Ich könnte mir schon vorstellen, dass es ein schöner Gedanke ist, mit der Erde seines Vaters oder seiner Mutter oder oder oder, neues Leben in den Garten zu Pflanzen. So kann der Baum im Garten, das Grab auf dem Friedhof ersetzen, und man hat das Gefühl die oder den Verstorbenen ganz nah bei sich zu haben.

» Kodi » Beiträge: 400 » Talkpoints: 4,73 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ich glaube, dass das jeder mit sich selbst ausmachen muss und dass es keine Variante gibt, die "allgemein gültig" ist. Je nachdem wie man aufgewachsen ist und mit welcher Kultur man sein Leben lang verbracht hat, hat man eine andere Einstellung zu den Toten und vor allem auch zum Thema Tod. In manchen Kulturen werden die Toten, wie auch bei uns, vergraben, während es in anderen Kulturen Gang und Gebe ist sie zwar zu vergraben, aber jedes Jahr für bestimmte Feste wieder ans Tageslicht zu holen und mit ihnen zu feiern. Das wäre hier nicht denkbar.

Ich selbst bin da auch eher ein wenig alternativ eingestellt. Ich würde die Asche meiner Mutter, glaube ich, eher nicht mit nach Hause nehmen wollen. Auf der einen Seite ist es sicher schön, weil man seine Geliebten so immer noch bei sich wissen kann, aber auf der anderen Seite denke ich mir auch, dass es so noch um einiges schwerer fällt dann loszulassen und das Leben weiter zu leben, wenn man quasi ständig und bei jedem Gang in die Wohnung daran erinnert wird.

Mir selbst ist es eigentlich recht egal, was nach meinem Tod mit mir passiert. Wichtig ist mir nur, dass ich nicht einfach so vergraben werde, sondern vorher verbrannt. Dann kann ich mir sicher sein, dass ich wirklich tot bin und muss keine Angst haben, irgendwo unter der Erde wieder aufzuwachen. Das wäre meine größte Angst.

» Hufeisen » Beiträge: 5198 » Talkpoints: 74,80 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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