Wirtschaftliche Beziehungen zum Iran wichtig?

vom 20.07.2015, 18:38 Uhr

Kaum gibt es ein Abkommen mit dem Iran über die friedliche Nutzung der Atomenergie, schon reist Wirtschaftsminister Gabriel nach Teheran um das Geschäft mit Mullahs anzukurbeln. Immerhin stehen dort einige Milliarden Neuinvestitionen an und die deutsche Wirtschaft kann diese Aufträge sicher sehr gut gebrauchen.

Hat Gabriel hier eurer Ansicht nach schnell und richtig gehandelt? Wo seht ihr das Potential für die deutsche Wirtschaft im Iran? Macht ihr euch auch Sorgen darum, dass dieses Engagement in eine Sackgasse führt? Immerhin ist die Lage in der Region zur Zeit sehr gespannt und Iran und Saudi- Arabien kämpfen blutig um die Vorherrschaft. Da ist ein solches Engagement vielleicht doch noch etwas zu unsicher.

» Juri1877 » Beiträge: 5395 » Talkpoints: 43,99 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Deutschland, insbesondere unser Maschinenbau, hat traditionell ein sehr gutes Verhältnis zum Iran. Dieses wurde durch das Embargo auf Eis gelegt. Die Sanktionen waren ja durchaus berechtigt, da das Atomprogramm vom Iran auf jeden Fall eine Gefahr für die Stabilität der Region war.

Das Embargo war für Deutschland nicht sehr kritisch, weil der Iran immer noch ein kleines Land ist und deshalb keinen zu großen Anteil am deutschen Export hatte. Trotzdem ist es schon sinnvoll, dass man schnell wieder an die guten Beziehungen anknüpft und wieder eine gesunde wirtschaftliche Kooperation aufbaut.

Es bestehen zwar erhebliche Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, von einem echten blutigen Konflikt in jüngster Vergangenheit höre ich das erste Mal. Auch das Internet liefert dazu nicht besonders viel. Es handelt sich da doch viel mehr um so eine Art kalter Krieg und die beiden Parteien mischen sich eher indirekt in die blutigen Konflikte in der Region ein.

Davon abgesehen ist Saudi-Arabien auch kein Unschuldslamm. Nur steht das Land unter dem Schutz der Amerikaner, weshalb die Verletzung der Menschenrechte und die Verwicklung in blutige Konflikte im Westen eher positiv dargestellt wird. Dass sich Iran mit ihrem Atomprogramm keine Freunde gemacht hat, hat natürlich dieser Ansicht sehr geholfen.

Jetzt kann man erst einmal hoffen, dass steigender Wohlstand in der Region einen stabilisierenden Effekt hat. Es besteht natürlich umgekehrt die Gefahr, dass das Geld in falsche Hände gerät und somit weitere bewaffnete Konflikte finanziert werden. Ganz vermeiden kann man das wohl nicht. Man muss also schauen, ob die positiven Effekte überwiegen.

Deutschland wird wohl zumindest mittelfristig erst einmal profitieren. Immerhin können wir auf zusätzliche Exporte in Milliardenhöhe rechnen. Wenn die Lösung des Atomkonflikts die Stabilität des nahen Osten verbessert, wäre das aber natürlich sehr viel mehr wert als die Milliardeneinnahmen.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Wir leben in einer stark globalisierten Welt. Daher finde ich nicht, dass wir die anderen Länder als "wichtig" oder "unwichtig" einstufen können. Meiner Ansicht nach sollte man gute wirtschaftliche Beziehungen zu möglichst allen Ländern pflegen, weil man nie weiß, wie sich die Welt weiter entwickeln wird und wir alle voneinander irgendwie abhängig sind.

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» Täubchen » Beiträge: 28508 » Talkpoints: 0,43 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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