Rechte der Kinder heftiger verteidigen als eigene Rechte?

vom 22.09.2015, 08:02 Uhr

Ich war ja gestern zu Besuch bei meiner Schwägerin, wobei diese sich dann darüber aufgeregt hat, dass der Geburtstag ihrer Tochter statt heute - ihrem richtigen Geburtstag - lieber morgen gefeiert werden soll. Sie wollte dann aus Protest Muffins backen und diese dann eben mitbringen und den Erzieherinnen ein paar Takte sagen und auch darauf hinweisen, dass sie das nicht in Ordnung findet. Ihr Mann findet so eine Reaktion total übertrieben und kann das auch nicht wirklich nachvollziehen.

Sie meinte dann schon fast entschuldigend zu mir, dass das bei ihr normal wäre. Sie hätte bei sich selbst festgestellt, dass sie für sich selbst schon zurückstecken kann, und wenn es um ihren Geburtstag gehen würde, dann würde sie da auch gar keinen Stress machen und ihr wäre das egal. Bei ihren Kindern würde sie aber deren Rechte und Interessen viel mehr und hartnäckiger durchsetzen als ihre eigenen.

Welche Beobachtung habt ihr in dieser Hinsicht gemacht? Verteidigt ihr eure Kinder viel intensiver als euch selbst? Woran liegt das?

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» Olly173 » Beiträge: 14703 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich bin ja noch schwanger und schon jetzt merke ich, dass ein Kind das in einen auslösen kann. Meine Eltern haben beispielsweise meiner Oma verschwiegen dass ich schwanger bin, obwohl sie wirklich oft miteinander reden und sie auch besuchen. Da habe ich mich dann schon aufgeregt und da habe ich mal gemerkt, was es eigentlich heißt Mama zu sein.

Ich würde jederzeit das Nachsehen haben wollen, wenn es meinem Kind dafür gut geht und mir ist es durchaus wichtiger, dass es meinem Kind gut gehen wird. Immerhin hat es sonst keinen, außer meinem Mann, der sich dafür stark macht und selber können Kinder sich ja auch nicht gegen Erwachsene durchsetzen.

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» Ramones » Beiträge: 37024 » Talkpoints: 75,95 » Auszeichnung für 37000 Beiträge


Ich finde es gut, wenn man die Rechte und Interessen der Kinder heftiger durchsetzen möchte als die eigenen Rechte, wobei man selbst aber auch nicht zu kurz kommen sollte. Bei Kindern ist es ja so, dass diese sich oftmals nicht so wehren können und ihre Rechte nicht so gut kennen wie das bei Erwachsenen eben der Fall ist - jedenfalls ist das im beschriebenen Fall im Kindergartenalter durchaus noch der Fall.

Allerdings finde ich das aber total übertrieben, wenn man wegen einem Tag so einen Aufstand macht. Ich persönlich würde es gar nicht schlimm finden, wenn ein Geburtstag eben einen Tag später gefeiert wird im Kindergarten. Es kann ja auch sein, dass gefühlt 20 andere Kinder im Kindergarten ebenfalls Geburtstag haben und wenn dann jede Mutter Kuchen oder Muffins mitbringt, dann gibt es nur zu viele Reste, die dann vielleicht sogar entsorgt werden müssten. So viel essen die Kinder ja auch nicht, weil der Magen so klein ist. Daher finde ich so viel Aktionismus in diesem Fall total übertrieben, zumal es dem Kind vermutlich total egal sein wird, ob es seinen Geburtstag punktgenau oder einen Tag später (im Kindergarten) feiert.

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» Täubchen » Beiträge: 27348 » Talkpoints: 2,85 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



In dem genannten Beispiel wird doch ganz offensichtlich mit zweierlei Maß gemessen. Natürlich ist es für ein Kindergartenkind total wichtig, dass der eigene Geburtstag etwas Besonderes wird, weil es nämlich erst der vierte oder fünfte ist, und weil man sich in dem Alter noch keine Geschenke selber kaufen kann.

Wenn man mal 30 oder 40 Geburtstage in den Knochen hat, wäre es ja geradezu krankhaft, genauso auf dessen Feier mit Geschenken und Co. zu bestehen wie als ganz kleiner Bub oder als Mädelchen. Deswegen verstehe ich durchaus, dass Kinderkram wie Geburtstagsfeiern bei Kindern naturgemäß mit mehr Vehemenz und Begeisterung wird als bei uns alten Säcken.

Wieso eine Geburtstagsfeier an exakt dem Tag des Geburtstages stattfinden muss und wieso man dafür sogar die tapferen Erzieherinnen gegen sich aufbringen muss, die sich tagaus, tagein um anderer Leute verzogene Blagen kümmern, leuchtet mir allerdings auch nicht ein. Hier habe ich eher den Eindruck, dass es sich um Mamas Spleen handelt, und dass das Geburtstagskind, wenn man vernünftig mit ihm spricht, auch im Kindergartenalter verkraften kann, wenn das Wiegenfest 24 Stunden später begangen wird. Das hat nichts mit der "Verteidigung von Rechten" zu tun, sondern ist für mich pure Mutti-Hysterie.

» Gerbera » Beiträge: 7010 » Talkpoints: 7,31 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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