Sollten Drogen testweise gesetzlich erlaubt werden?
Die FDP hat den Vorschlag geäußert, Cannabis zu legalisieren, allerdings erst einmal testweise und in Form von Modellprojekten. Eine Bekannte von mir regt sich gerne darüber auf. Sie findet es verantwortungslos, wenn man Gesetze "testweise" einführt und dann eben entscheidet, ob das Gesetz langfristig so beschlossen werden kann oder nicht. Gerade in Bezug auf Drogen findet sie dies kontraproduktiv.
Was haltet ihr von Gesetzen, die testweise eingeführt werden? Ist es für euch ein Unterschied, um welches Thema es dabei geht? Also ob man hier versucht, testweise Drogen zu legalisieren oder ob es sich um andere Sachverhalte handelt? Ist es als verantwortungslos zu bezeichnen, wenn man das macht? Ist es in euren Augen ein Zeichen von Unentschlossenheit?
Was meinst du genau wenn du von verantwortungslos schreibst? Ein Gesetz testweise zu erlassen oder testweise Cannabis zu legalisieren? Bei dem ersten habe ich keine Bedenken wenn man erst mal sehen will wie sich etwas in einem gewissen Zeitraum entwickelt. Bei den Drogen bin ich voll dagegen, bei einigen wenigen die einen medizinischen Grund haben sollte es vereinfacht werden aber Cannabis übergangsweise zu legalisieren finde ich falsch.
Ich kann mir vorstellen, dass es juristisch gesehen schwierig ist, ein Gesetz "testweise" zu erlassen und dass es deswegen nicht so häufig passiert. Es ist wohl auch schwer zu vermitteln, wieso XY jetzt nicht mehr strafbar ist und nach einer gewissen Zeit dann doch wieder, weil man es sich anders überlegt hat. Rein praktisch gesehen halte ich es dennoch für sinnvoll, wenn man Gesetze und Vorschriften aller Art nicht immer gleich in Stein meißelt, sondern im Einzelfall auch erst mal in der Praxis testet. Schließlich kann keiner hellsehen, sodass oft nicht alle nötigen Konsequenzen bedacht werden, die im Praxistest dann vielleicht erst zur Geltung kommen.
Und was die "Drogen" angeht, bin ich relativ entspannt. Cannabis ist mittlerweile in etlichen Ländern legal, und ich glaube durchaus, dass es a) Abstufungen in der Gefährlichkeit von Rauschmitteln gibt und b) nicht jeder, der ab und zu mal kifft, gleich auf dem Weg in den Abgrund von Heroin, Meth und Co. ist.
Mir hat man damals in den Neunzigern auch total Angst vor Drogen aller Art gemacht, aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher, wieso Alkohol trotz Millionen Abhängiger und Zehntausender Toter im Jahr immer noch gesellschaftlich voll akzeptiert ist, aber ein gelegentlicher Joint oder eine andere Form des Cannabiskonsums einen gleich zu einem schlechten Menschen machen. Und nein, ich habe noch nie Drogen genommen und habe es auch nicht vor. Ich finde nur, dass man manche Dinge objektiv betrachten soll und sich auch mal fragen, ob man nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt.
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