Höhenangst: Wie Angstgefühl im Fahrstuhl mindern?

vom 09.04.2014, 14:55 Uhr

Ich selber bin zum Glück nicht betroffen, aber es gibt schon sehr viele Menschen, die an Höhenangst leiden. Meine Mutter hatte das früher ebenfalls. Wobei sie durchaus auf Aussichtstürmen stehen konnte, oder auf hohen Brücken. Auf irgendwelche Aussichtsplattformen auf Bergen konnte man ebenfalls mit ihr zusammen gehen. Sofern ein Geländer vorhanden war, an dem sie sich festhalten konnte, war alles in Ordnung.

In gläsernen Aufzügen hingegen hat sie immer sehr viel Angst bekommen. Während in einigen Gebäuden die Menschen sich eher über Panorama-Aufzüge freuten, weil man damit so eine tolle Aussicht hatte, hat sie sich davor gegruselt. Wobei man solche Aufzüge in vielen Gebäuden ja immerhin umgehen kann. In Kaufhäusern gibt es als Alternative Rolltreppen, außerdem kann man manchmal auch noch ein abgeschirmtes Treppenhaus verwenden.

Bei Sehenswürdigkeiten ist das manchmal aber schwieriger. Da gibt es manchmal nur einen gläsernen Fahrstuhl. Meine Mutter hat diese gläsernen Aufzüge dann also eben doch ab und zu verwenden müssen. Manchmal kam man eben nicht drum herum, wenn man das oben liegende, nur durch einen derartigen Aufzug erreichbare, Ziel erreichen wollte.

Um die Angst etwas zu mindern, hat meine Mutter dann meistens die Augen geschlossen. Aber man merkt ja eben doch, dass der Aufzug sich bewegt. Gerade, wenn er zum Stillstand kommt, gibt es oftmals ja auch noch einen kleinen Ruck. Ängstlich fühlte meine Mutter sich also trotzdem.

Ob es wohl Möglichkeiten gibt, das Angstgefühl beim Fahren mit einem Aufzug zu verringern, wenn man Höhenangst hat? Es wäre ja schön, wenn man die Sache dann wenigstens ein wenig angenehmer gestalten könnte, auch, wenn sich das mulmige Gefühl vielleicht nicht komplett beseitigen lässt.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich finde Fahrstühle auch nicht so toll und grusle mich auch vor denen, die Gläsern sind und man eben hinaus gucken kann. Allerdings hilft es mir immer, wenn ich jemanden dabei habe, der mir nahe steht und mir Sicherheit gibt. Gerade in der Hundeschule nutzen wir öfter mal zum üben einen Fahrstuhl in der Stadt, der Gläsern ist. Die Hunde sollen eben auch lernen, mit dem Fahrstuhl zu fahren. Bei dieser Übung stelle ich mich dann meistens mit dem Rücken zur Aussicht, weil es mir die Fahrt einfacher macht.

Eigentlich wird die Angst nur besser, wenn man ihr nicht nach gibt und sie immer wieder diesen Situationen stellt. Es ist auch ein gutes Gefühl, wenn man es trotz Angst gemacht hat und hinterher dann schon ein bisschen stolz sein kann.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Vermutlich hilft nur Konfrontation, wenn man die Angst wirklich loswerden möchte, oder damit umgehen will. Wobei man bei Höhenangst wohl noch unterscheiden muss, zwischen Schwindel und Angst vor der Höhe. Die Angst vor der Höhe tritt ja schon auf, bevor man überhaupt in die Situation kommt, Schwindel aber erst in der konkreten Situation - vermute ich mal.

Ich habe früher überhaupt keine Höhenangst gehabt und auch keinen Schwindel. Im Prinzip habe ich die Angst heute auch nicht und kann mich auch an den Rand von Abgründen stellen. Da bekommt meine Frau dann Höhenangst, wenn sie das nur sieht. Aber ich habe durchaus auch mal so eine Art Schwindel, wenn es zu offen wird. Und das ist dann unangenehm und dann ziehe ich mich auch aus solchen Situationen zurück.

Eigentlich weiß ich auch einen konkreten Zeitpunkt im Leben, als das los ging. Das war ein Klettersteig in den Alpen, den ich mit einem Freund ziemlich naiv bewältigt habe. Wozu brauchen wir Helm und Seile? Da gab es einige haarige Situationen, die wir nur pfeifend und kriechend bewältigen konnten und seitdem ist irgendwie der Wurm drin. Angst ist es nicht, aber ein verteufelter Respekt und seit einigen Jahren auch mit so einer Art Schwindel verbunden.

Die Augen in dieser Situation zu schließen, das hilft kaum. Denn die Vorstellung bleibt. Mir hilft eher, mich da nicht reinzusteigern und mich zu beschäftigen.

Aufzüge sind mir komplett schnuppe, ich vermeide sie aber, wo es nur geht. Das aber nur, weil ich nicht steckenbleiben möchte. Und die Dinger bleiben wirklich häufig stecken. Zudem kann da ja nichts passieren. Die Dinger fallen nicht runter und man kann nicht rausfallen.

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» Richtlinie2 » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Vielleicht würde es ihr helfen, wenn sie sich Musik für solche Momente mitnimmt. Irgendetwas bei dem sie absolut entspannen kann. Das kann durchaus helfen, wenn sie sich auf diese Musik versteift. Ansonsten muss sie es immer wieder machen und immer wieder damit etwas Positives erleben, beispielsweise am Ende einen tolles Ausblick haben oder einfach nur die Freude etwas geschafft zu haben.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



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