Definition und Heilungsaussichten einer Zwangsneurose
Manche Menschen haben ja eine Zwangsneurose. Sie sind, wenn ich das richtig verstanden habe gezwungen etwas zu machen, was sie vielleicht auch gar nicht so in dem Maße wollen. Sie waschen sich beispielsweise zig mal ihre Hände oder schauen ständig, ob sie irgendwas auch richtig gemacht haben. Gehen zig mal zurück um zu sehen, ob der Herd aus ist oder sie fühlen sich gezwungen eben auch ständig zu putzen.
Wie definiert ihr aber so eine Zwangsneurose? Wie sind die Heilungsaussichten bei einer derartigen Erkrankung oder ist das in Deutschland keine anerkannte Erkrankung? Wie entsteht so eine Zwangsneurose? In meinem Verwandtenkreis ist eine Frau, die keine Zeit für was anderes hat, weil sie ständig das Haus putzt. Ist das auch schon eine Zwangsneurose in dem Sinne? Wie kommt man zu so einer Erkrankung?
Zwangsneurosen sind in Deutschland als Erkrankung anerkannt und zeichnen sich durch krankhafte Zwänge aus. Zwänge sind als krankhaft anzusehen, wenn diese nicht mehr zu kontrollieren, zu steuern und zu unterdrücken sind und diese Zwänge ein normales Leben unmöglich machen. Zwangsneurosen können sich sowohl durch wiederholte und kaum kontrollierbare Gedanken (Besessenheit), als auch durch eben solche Handlungen (Zwangshandlung) bemerkbar machen. Betroffene erkennen meist, dass sie erkrankt sind, können sich allerdings nicht mehr gegen diese Zwänge wehren.
Die Übergange von leichten, alltäglichen Zwängen (wie beispielsweise mehrmals vor dem Schlafengehen zu kontrollieren, ob das Licht aus ist) zu einer Zwangsneurose sind meist fließend und schwer zu definieren. Daher denke ich, dass deine Bekannte, wenn sie durch das ständige Putzen des Hauses schon keine Zeit mehr für andere Dinge findet, schon an einer Zwangsneurose leiden kann, da diese zwanghafte Tätigkeit ja ihr alltägliches Leben stark beeinträchtigt. Die genaue Diagnose kann allerdings nur ihr Arzt oder Psychotherapeut stellen.
Über die Ursachen einer Zwangsneurose streiten sich die Forscher noch heute. Einige sind der Ansicht, dass Zwangsneurosen aus frühkindlichen Erfahrungen rühren, andere meinen, dass Angstzustände die Zwangsneurosen verursachen. Daher geht man davon aus, dass bei der Entstehung von Zwangsneurosen lern- und lebensgeschichtliche Aspekte, aber auch erbliche Faktoren eine Rolle spielen.
Früher galt die Zwangsneurose als nicht behandelbar. Aber heutzutage kann man diese mit Unterstützung des familiären Umfeldes und ärztlicher Hilfe gut behandeln. Die besten Erfolge werden mit einer Kombination aus Pharmakotherapie, Psychotherapie, Familienberatung und Hilfe zur Selbsthilfe erzielt. Eine Verhaltenstherapie zeigt dem Betroffenen, dass er Ängste und Spannungen auch ohne Zwangshandlungen überstehen kann, in dem er den angstauslösenden Situationen immer wieder ausgesetzt wird, aber daran gehindert wird die darauffolgende Zwangshandlung auszuführen.
Der Grund der Neurose wird in Gesprächstherapien mit Therapeuten gesucht und der Familie wird gezeigt, wie sie dem Betroffenen in solchen Situationen helfen kann. Sollten die psychotherapeutischen Maßnahmen keinen Erfolg erzielen, werden Psychopharmaka (Antidepressiva) in der weiteren Behandlung eingesetzt.
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