Verstorbenen durch Verein oder ähnliches ein Denkmal setzen?
Eigentlich kennt man es ja eher von verstorbenen Berühmtheiten, dass ihnen irgendwo ein Denkmal gesetzt wird. Sei es, dass Straßen nach ihnen benannt werden oder irgendwelche Plätze in der Stadt, in der sie bis zu ihrem Tot gelebten haben oder geboren worden sind.
Aber auch immer mehr Privatpersonen möchten durch eine Stiftung, einen Verein oder ähnliches an einen lieben verstorbenen Angehörigen erinnern. So höre ich dann auch schon mal, dass eine neue Stiftung ins Leben gerufen wurde, wenn jemand an einer Krankheit verstorben ist. Bei dem Flugzeugabsturz der German Wings über den französischen Alpen, ist auch eine Schulklasse aus Haltern an Bord gewesen.
Eine Mutter einer Schülerin, die in der Maschine saß, möchte in Haltern ein Theater gründen, dass nach dem Namen ihrer Tochter benannt werden soll. Das Lea Drüppel Theater. Ihre Tochter hat es geliebt Theater zu spielen und so möchte sie die Erinnerung an ihre Tochter aufrecht erhalten, was durchaus für mich nachvollziehbar ist.
Könnt ihr verstehen, dass auch immer mehr Privatpersonen eine Stiftung, einen Verein oder ähnliches gründen, um dem Verstorbenen quasi ein Denkmal zu setzen? Oder findet ihr das einfach nur übertrieben und würde das nicht gut heißen?
Jeder kann das ja so machen, wie er möchte, aber ich sehe keinen richtigen Sinn dahinter. Menschen, die der Person nahe waren, werden sich auch an sie erinnern und für alle anderen Menschen ist das eben nur eine Namensgebung für ein Projekt, ein Verein oder ein Haus. Schlimm finde ich es dennoch nicht, weil man sich dann ja engagiert und das wichtig für unsere Gesellschaft ist.
Ich denke auch eher, dass es den Leuten schnurzegal sein wird, wer die Person war, nachdem irgendetwas benannt worden ist. Nehmen wir als Beispiel Konrad Adenauer. Ich habe schon in mehreren Großstädten beobachten können, dass Straßen oder Brücken nach ihm benannt worden sind. Oder Bertha von Suttner, Kurt Schumacher ist auch so eine Sache. Aber weiß man heute überhaupt noch, wer diese Menschen sind? Grob vielleicht, aber ich vermute, dass 98 Prozent der Bevölkerung dazu erst einmal Onkel Google befragen werden bevor sie sich dazu äußern.
Im Endeffekt bedeutet man nur den eigenen Angehörigen etwas, sonst keinem. Daher finde ich es unsinnig, Brücken, Straßen, Vereine und Denkmäler nach bestimmten Menschen zu benennen. Aber so gesehen gehen irgendwann die ganzen Namen dafür aus, also müssen immer neue Ideen dafür her. Es würde schließlich ziemlich dämlich ausschauen, wenn die Denkmäler und Brücken alle durchnummeriert wären und keine Namen hätten.
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