Leitende Angestellte soll selber Krankheitsvertretung suchen
Frau K. hat eine leitende Stellung. Wobei es über ihr auch noch Chefs gibt, aber sie eben eine der Teamleiterinnen ist. Außer ihr gibt es noch zwei Teamleiter. Alle paar Wochen haben die Teamleiter dazu noch eine zusätzliche Funktion, die mit viel Arbeit und Arbeitseinsatz verbunden ist und quasi rotierend zwischen den Teamleitern verteilt wird. Also jeweils ein Teamleiter übernimmt für einen festen Zeitraum diese Aufgabe und dann ist der nächste Teamleiter dran.
Nun ist Frau K. schon länger erkrankt und war auch im Krankenhaus. Zum Arbeiten gehen ist Frau K. noch nicht wirklich fit. Allerdings erledigt sie diverse Dinge eben von zu Hause aus, wenn sie sich fit genug fühlt. Was für Frau K. auch kein Problem dar stellt, so lange sie eben nach ihren Kräften und ihrem Zustand arbeiten kann und genügend Pausen hat.
Nun wäre Frau K. demnächst wieder mit dieser zusätzlichen Funktion an der Reihe. Dazu fühlt sich Frau K. auf keinen Fall in der Lage. Was sie auch ihren Kollegen und ihrem Vorgesetzten mitgeteilt hat. Einer der Kollegen wird in der Zeit im Urlaub sein und der andere Kollege ist mit der momentanen zusätzlichen Funktion betraut und möchte klar die Aufgabe abgeben.
Der Vorgesetzt von Frau K. drängt nun dazu, dass sie entweder ihre Aufgaben übernimmt oder eben für eine passende Krankheitsvertretung sorgt. Er meint, sie arbeite ja eh gelegentlich von zu Hause aus, dann kann sie die Aufgabe auch noch übernehmen. Falls eben nicht, sei es ihre Aufgabe eine Krankheitsvertretung heran zu schaffen.
Ist Frau K. wirklich verpflichtet eine Krankheitsvertretung zu suchen? Sie kann zur Zeit das Haus nicht wirklich verlassen, was die Suche noch erschweren würde.
Ich denke, man sollte, wenn man krank ist, gar nichts machen und da liegt der Fehler. Wer trotz Krankheit von daheim aus einzelne Aufgaben übernimmt, nährt den Gedanken, dass man doch gar nicht so schlimm krank sein und ruhig noch etwas machen könnte. Da ist man aber auch selbst ein wenig Schuld.
Man sollte es tunlichst sein lassen, während der Krankschreibung von zu Hause aus zu arbeiten. Denn nur so kommen die anderen ja überhaupt auf die Idee, dass der kranke Mitarbeiter entweder seine Zusatzaufgabe selbst machen kann oder sich eine Vertretung suchen kann.
Verpflichtet werden kann der Mitarbeiter rechtlich vermutlich nicht, sich eine Vertretung suchen, aber durch sein Verhalten hat er eben den Verdacht geweckt, dass er gar nicht richtig krank ist. Und wenn die Firma das verlangt, was will man machen? Den Arbeitgeber verklagen?
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