In welchen Fällen ist eine Gruppentherapie besser?
Bei vielen Arten von Erkrankungen werden ja mitunter auch die verschiedenartigsten Therapien verordnet. Dabei gibt es ja wohl Einzeltherapien als auch Gruppentherapien. Aber wo und wann empfiehlt es sich denn an der einen oder anderen teilzunehmen? In welchen Fällen würdet ihr denn eine Einzeltherapie favorisieren und bevorzugen und in welchen Bereichen findet ihr denn eine Gruppentherapie besser?
Bei einer Gruppentherapie besteht immer die Gefahr, dass die falschen Personen etwas mitbekommen. Vorstrafen sieht man eben keinem an. Solche Informationen kann man so oder so nutzen.
Deshalb würde ich eher zur Einzeltherapie tendieren und mir auf jeden Fall das Behandlungsergebnis vom Psychologen schriftlich geben lassen und auch mal lesen, was der so an die Ärzte schreibt. Sonst erlebt man böse Überraschungen.
Ich finde es kommt immer darauf an, worum es eigentlich geht. So finde ich persönlich nicht, dass es gefährlich ist, wenn man den Verlust einer nahe stehenden Person als Gruppentherapie verarbeiten möchte. Selbst wenn jeder eine andere Person, die ihm wichtig ist verloren hat, sei es durch Krebs oder einen Unfall kann es doch gar nicht so schlimm sein, wenn man das gemeinsam verarbeitet und man durch gemeinsame Erfahrungen eben Fortschritte macht und sich verstanden fühlt.
Bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen würde ich das glaube ich nicht machen, weil ich hier die Gefahr kommen sehe, dass auch Außenstehende diese Informationen irgendwie ausnutzen könnten.
Bei schweren psychischen Erkrankungen wie bspw. schweren Depressionen ist wohl eher eine Einzeltherapie angebracht, eventuell kann sich daneben noch eine Gruppentherapie empfehlen, wenn es der betreffende Patient möchte.
Wenn jemand gerade Probleme hat vor einer Gruppe zu sprechen, ist eine Gruppentherapie andererseits auch ein geeignetes Übungsfeld. Auch eine Gruppe kann als Korrektiv fungieren oder das Verhalten des Teilnehmers spiegeln ebenso wie ein Therapeut. Wenn sich "mehrere Köpfe versammeln", ergeben sich unter Umständen mehrere Lösungsansätze.
Entscheidend ist natürlich auch, wie motiviert die anderen Mitglieder der Gruppe sind. Wenn dort nur "hin geprügelte" Gestalten sitzen, die eher nicht freiwillig teilnehmen, kann eine Gruppentherapie auch eher fruchtlos sein. Im Rahmen einer Behandlung in einer Klinik ist ein solches Szenario jedenfalls denkbar.
Letzten Endes ist ja jeder frei zu entscheiden, was er im Rahmen einer Gruppentherapie von sich gibt, das gilt für die Gruppe genauso wie für den Therapeut, wobei der natürlich zum Schweigen verpflichtet ist.
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