Todesursache "Herzstillstand" eine wage Diagnose?
Die Mutter von Frau A ist verstorben. Sie war 80 Jahre alt und eigentlich immer Top fit. Der Hausarzt hat in dem Totenschein die Diagnose "Herzstillstand" eingetragen. Aber das ist Frau A zu wage, weil sie nicht daran glaubt.
Nun fragt sie sich auch, was diese allgemeine Diagnose zu bedeuten hat. Das Herz bleibt bei einem Tod immer stehen und als Todesursache kommt der Herzstillstand ja immer in Frage. Warum muss denn da nicht untersucht werden, warum der Herzstillstand entstanden ist. Todesursache war sicherlich der Herzstillstand. Aber der ist auch Todesursache, wenn man jemanden ermordet und durch hohem Blutverlust das Herz sehen bleibt. Warum wird so eine Diagnose in einem Totenschein akzeptiert und nicht hinterfragt?
Dass immer wieder Ferndiagnosen über das Internet in Bezug auf die körperlichen und seelischen Gebrechen völlig Fremder gestellt werden, ist ja nichts Neues. Aber eine Fern-Autopsie ist schon noch mal ein ganz anderes Kaliber.
Ich verstehe zwar deine Argumentation, kann mir aber dennoch vorstellen, dass es manchmal einfach keine andere Todesursache gibt als ein schlichtes Herzversagen. Achtzig Lebensjahre sind auch heutzutage noch ein stattliches Alter, und kein Herz schlägt nun mal ewig. Wie gesagt, ohne die Dame einer Obduktion zu unterziehen, kann ich mir auch kein Urteil über die Todesursache erlauben.
Aber meiner Meinung nach muss nicht immer eine dramatische Krankheit oder ein Unfall der Grund sein, wieso ein alter Mensch stirbt. Manche Leute haben eben das Glück und schlafen ein, ohne jemals wieder aufzuwachen. Und wenn die Angehörigen es aus welchem Grund auch immer ganz genau wissen wollen, müssen eben detaillierte Untersuchungen her.
Ich verstehe gar nicht, was an so einer Todesursache nach 80 Lebensjahren so ungewöhnlich sein soll. Schließlich nimmt irgendwann die Zellerneuerung ab, die Organe altern und sind nicht mehr so leistungsfähig. Oder kann ein Senior noch genauso schnell laufen wie ein junger Mensch? Definitiv nicht, auch wenn er es in seiner Kindheit vielleicht mal gekonnt hat.
Sogar die Knochendichte nimmt ab, sodass es leichter zu Knochenbrüchen kommen kann und da soll dann das Herz beliebig weiter pumpen wie das eines jungen Kükens? Das ist doch unlogisch, seien wir ehrlich. Nichts hält ewig, das ist nun mal Fakt. Bei meinem Großvater, der über 80 ist, versagen die Nieren so langsam. Soll ich mich jetzt auch darüber aufregen, dass das doch gar nicht gehen kann? So etwas ist vollkommen normal.
Ich habe eher den Eindruck, dass Frau A den Tod ihrer Mutter nicht so wirklich akzeptiert hat und sich vor der Wahrheit drücken will. Die Frau ist tot und da wird das ganze Hinterfragen und das Suchen nach vermeintlichen Mördern und Schuldigen auch nichts dran ändern.
Ich muss auch zugeben, dass ich die Todesursache "Herzversagen" nicht verstehen kann. Es gibt junge Menschen, die sterben und dann steht im Totenschein "Herzversagen". Es gibt immer ein Grund für dieses Herzversagen und wenn alte Menschen sterben, ist es eben eher Altersschwäche, die zum Herzversagen geführt hat. Aber nicht als Todesursache "Herzversagen". Daher kann ich das Ausgangsposting schon verstehen.
Es geht ja in erster Linie nicht darum, dass eine alte Frau gestorben ist, sondern dass im Totenschein das "Herzversagen" steht, welches durch irgendwas ausgelöst wurde aber diese Todesursache steht nicht dabei. Herzversagen durch Altersschwäche oder durch etwas anderes ausgelöst wäre da also richtiger.
Warum gerade "Herzversagen" im Totenschein steht weiß ich auch nicht und werde es auch nicht verstehen.
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