Warum sind Depressive so schnell wütend und schwierig?

vom 08.12.2014, 02:22 Uhr

Mir ist aufgefallen, dass es einige Menschen gibt, die von sich behaupten, sie hätten eine Depression. Nun sind die Hauptkriterien der Depression ja Niedergeschlagenheit und Interessenlosigkeit. Das klingt für mich eher nach einer Verhaltenshemmung. Also man wäre demnach bei einer Depression traurig, deprimiert, hat auf nichts Lust, lässt sich von nichts so richtig begeistern.

Aber diese Personen, bei denen mir das aufgefallen ist, sind ganz anders. Da merkt man nichts von Traurigkeit und einer Verhaltenshemmung, sondern eher eine gereizte Grundstimmung und die Bereitschaft, bei kleinen Anlässen hochzugehen und schnell wütend zu werden. Vielleicht ist das eine gesteigerte Aggression. Man könnte das auch als Zickigkeit auslegen. Oder als Manie?

Wie passt denn das zusammen? Wenn man traurig und lustlos ist, dann ist man doch normalerweise nicht zickig, sondern eher zurückgezogen und ruhig? Oder liegt das dann eher am Charakter?

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 08.12.2014, 11:16, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Ich finde es schwierig nun im Forum auf das tatsächliche Verhalten zu schließen. Vielleicht fühlt man sich als depressiver Mensch leicht angreifbar, was ja keiner gerne ist und so verteidigt man sich selber schneller. Oftmals ist es aber auch so, dass man sich einfach viele Gedanken macht und dann mit seiner Meinung auch aneckt, womit man auch nicht immer gut umgehen muss, auch als nichtdepressiver Mensch.

Ich würde nicht alles den Depressionen zuschieben, wobei ich denke, dass der Toleranzpegel einfach geringer ist bei Depressiven, weil man sich auf keinen wirklichen Kampf einlassen kann und dann meckert man eben schnell los, damit Ruhe ist und man gewonnen hat.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Wie schon im anderen Thread von dir beschrieben, halte ich von alledem nichts. Eine Person kann nicht sagen, dass sie depressiv ist und dann aggressiv handeln. Da passt etwas nicht zusammen, finde ich und egal was für eine psychische Störung dahinter steckt, dann sollte sich die Person helfen lassen.

Sobald eine Person eine Gefahr für andere Personen darstellt, ist es meiner Meinung nach unumgänglich, dass sie sich in psychologische Beratung und Hilfe begibt. Denn wenn es schon mit Beleidigungen startet, dann muss man damit rechnen, dass die Person, wenn man ihr gegenübersteht, auch handgreiflich wird, wenn sie sich bedroht vorkommt und sich verteidigen möchte.

Das alles hat dann mit einer Depression, die man noch verharmlosen kann, nichts mehr zu tun. In einer Depression ist man nämlich eher unfähig zu handeln, stellt also für einen anderen Menschen keine Gefahr dar. Bei einer Krankheit, bei der man aggressiv ist aber schon.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Versteckte Aggressionen, die oft verbal sind, kommen gehäuft bei Menschen mit Depressionen vor. Ich habe damit Erfahrungen bei einer Tante von meinem Exmann gemacht. Sie hatte sehr starke Depressionen. Sie ist auch kaum aus dem Haus gegangen. Telefonierte man mit ihr, hat sie schnell Streit angefangen und wurde laut. Sie hat auch Briefe geschrieben, die echt nicht schön waren.

Ich habe damals mit ihrem Psychologen gesprochen. Denn ich bin mit ihr oft dort hin und sie hat ihn auch von der Schweigepflicht entbunden und ich war auch oft bei der Behandlung und Besprechung dabei. Er meinte, dass die Aggressionen dann entstehen, wenn die depressiven Leute sich angegriffen fühlen. So nach dem Motto "ein getroffener Hund bellt".

Wenn ein Mensch Depressionen hat, ist er in seinem Körper gefangen. Seine Traurigkeit übermannt ihn und irgendwann platzt auch die Traurigkeit aus einem raus. Der depressive Mensch wird dann aggressiv, wird verbal beleidigend oder schreibt Briefe, die er oft später bereut. Er ist aber meist nicht so, dass er jemanden persönlich ins Gesicht schaut und dann wütend wird. Das versteckt er dann wieder und es kommt dann heraus, wenn sich die Gelegenheit bietet und er sich sicher fühlt.

@nordseekrabbe: Diese Menschen stellen keine Gefahr für andere Menschen dar. Sie greifen einen nicht körperlich an, sondern verbal oder durch geschriebene Worte. Aber meist eben nur dann, wenn sie selber angegriffen werden und da sollte man sich oft an die eigene Nase packen, ob man nicht selber auch ungerecht gewesen ist und den depressiven Menschen auch provoziert hat.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Da du ja eindeutig auf mich anspielst, ist das für meinen Fall ganz einfach zu erklären. Depressionen sind nicht die Grunderkrankung. Wobei ich mein Handeln, was du ja scheinbar nicht in Ordnung findest, auch ganz einfach erklären kann. Ich habe in einem Beitrag auf eine laufende Diskussion geantwortet und mich dort direkt auf Depressionen bezogen. Du hast mir geantwortet und gesagt, ich soll doch die Personen, um die es im Eröffnungspost geht, nicht zu depressiven Menschen machen. Da ich das aber gar nicht gemacht habe, habe ich mich verteidigt.

Ich habe keine Ahnung, wie ich meine Verteidigung anders hätte formulieren können, da ich deine erste Antwort auf mich ebenfalls als Angriff angesehen habe. Da ich mit deinen Posts die Erfahrung gemacht habe, wenn man dir nicht nach dem Mund redet, dann bist du beleidigt. Ich kann aber die Worte anderer in dem Thema nicht unter den Tisch fallen lassen, um dich glücklich zu machen.

Ich finde es allerdings faszinierend, wie schnell du jemand in Schubladen presst oder aus Äußerungen einen großen Wirbel machst, ohne sonst mehr über die Person zu wissen. Davon mal abgesehen, gibt es verschiedene Formen von Depressionen und bei manchen Patienten gibt es auch Mehrfachdiagnosen. Und Depressionen zeichnen sich zwar durch Niedergeschlagenheit und auch Interessenlosigkeit aus, dazu können aber noch mehr Faktoren kommen.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


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