Krebsdiagnose - gleich ans Ende denken oder Hoffnung haben?

vom 12.08.2014, 12:29 Uhr

Sagen wir mal euch würde der Arzt sagen, dass ihr Krebs habt. Würdet ihr sofort an euer Ende denken und wie das wohl sein wird oder würdet ihr eher eure Hoffnung behalten und daran denken, dass man das schon hinbekommt? Wie würdet ihr euch einschätzen und wie habt ihr vielleicht schon reagiert? Ich denke, dass Patienten mehrere Phasen durchlaufen und man vorher nie genau sagen kann, wie man reagiert. Wahrscheinlich ist man erst mal im Schock und wird dann hoffen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Ich denke, es kommt darauf an, in welchem Stadium der Krebs ist und wie weit er fortgeschritten ist. Bei uns in der Familie sind Schilddrüsenprobleme sehr oft und meine Tante hatte sogar Krebs in der Schilddrüse, den sie aber erfolgreich bekämpft hat. Bei meiner Oma wurden Knoten in der Schilddrüse festgestellt, sodass diese entfernt werden musste. Wegen dieser Vorbelastung gehe ich jedes Jahr zur Kontrolle, weil man ja nie wissen kann. Wenn ich den Knoten selbst spüre und Schluckbeschwerden dadurch bekomme, kann es schon fast zu spät sein.

Viele Frauen gehen ja auch zur Vorsorge zum Gynäkologen. Bei Regelmäßigkeiten stehen die Chancen auch gut, dass man den Krebs frühzeitig erkennt und auch besiegen kann, sodass theoretisch kaum Grund zur Hoffnungslosigkeit bestehen sollte. Allerdings habe ich nie Krebs gehabt und kann daher auch nicht wissen wie man sich dann wirklich in so einer Situation fühlt.

Wenn ich jetzt überraschenderweise Bauchspeicheldrüsenkrebs haben sollte, dann würde ich ziemlich hoffnungslos werden. Denn ich habe gelesen, dass diese Art von Krebs bei 95% der Erkrankten unheilbar sein soll. Ein Freund meines Großvaters hatte diese Form von Krebs und war 6 Wochen nach der Diagnose schon verstorben, weil diese Krebsart sehr aggressiv sein soll. Hin zu kommt, dass dieser Krebs im Frühstadium gar keine Symptome aufzeigt und erst im Fortgeschrittenen Stadium sich Probleme wie Schmerzen, Gelbsucht und unerklärlicher Gewichtsverlust zu identifizieren, die auf eine Erkrankung hindeuten.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Dieses Thema ist so schwierig und wenn ich so eine Krankheit hätte, würde ich bei der Diagnose zuerst an das Schlimmste denken. Wahrscheinlich würde ich auch verzweifeln und täglich Todesangst haben. Ich glaube, dass ich meine Hoffnung von meinem Zustand abhängig machen würde, wenn ich vor Schmerzen nicht mehr aufstehen kann und auch nicht mehr essen könnte, dann hätte ich wohl keine Hoffnung, wobei ich trotzdem kämpfen würde.

Das Leben ist mir wichtig und schon allein deshalb möchte ich kämpfen. Ich kenne drei Frauen, welche den Krebs besiegt haben und eine Frau ist im Moment dabei ihn zu besiegen. Ich wünsche ihr alles Gute und ich hoffe, dass ich niemals in diese Situation komme. Ich möchte so lange es geht gesund bleiben und nicht von so einer schweren Krankheit heimgesucht werden, das würde mich ziemlich fertig machen.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9239 » Talkpoints: 26,10 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Die Diagnose Krebs besagt ja noch nichts Näheres. Da müsste man schon wissen, ist der Krebs im Frühstadium oder schon so fortgeschritten, dass er Metastasen gebildet hat. Erst dann kann man sich Sorgen machen oder auch nicht. Aber wie man in einem solchen Moment wirklich reagiert, kann man jetzt noch nicht wissen. Ich denke schon, dass ich den Arzt fragen würde, welche Möglichkeiten es gibt, dagegen anzugehen. Dann würde ich nach Hause fahren und entsprechend andere Möglichkeiten suchen und abwägen, was die besseren Chancen sind.

Ich glaube, dass beim Forschen auch beachtet werden sollte, welche Auslöser für Krebs infrage kommen. Das wird man auch machen. Sicherlich gibt es einige Faktoren, die hinreichend bekannt sind. Aber das reicht nicht aus. Es muss etwas geben, das gemeinsam mit etwas ganz profanen den Krebs auslösen kann, uns aber nicht so bekannt ist. Dann könnte man schon im Vorfeld viel für seine Gesundheit tun, damit es erst gar nicht zum Krebsausbruch kommt.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich glaube, dass mir sehr viel mehr bewusst werden würde, wie endlich dieses Leben hier auf der Erde ist. Ich würde die Tage wohl mehr zu schätzen wissen und mehr mit meinen Freunden telefoniere. Auch würde ich versuchen, jeden Streit aus dem Weg zu räumen, der mich belastet, damit ich, wenn ich den Krebs nicht besiegen sollte, in Frieden gehen.

Nachdem der erste Schock überwunden ist oder ich realisiert habe, dass der Arzt das ernst meinte, würde ich schon Hoffnung haben. Das ist im ersten Moment zwar schwer und wird nach Rückschlägen noch schwieriger, aber ich denke, um die Hoffnung zu verlieren, gehört schon mehr als bloß eine vom Arzt gestellte Diagnose. Es gibt schließlich auch viele Menschen, die den Krebs "besiegt" haben. Sie müssen zwar noch oft zur Kontrolle, können sonst aber gut damit leben. Warum sollte das bei mir nicht auch klappen?

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» Fluffeltuch » Beiträge: 797 » Talkpoints: 3,85 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Vor drei Jahren sagten mir Ärzte, dass ich Krebs habe. Sie sagten mir, ich sei fortgeschritten und solle meine Angelegenheiten regeln, sie gaben mir ein halbes Jahr. Ich habe mich vorher nie gefragt, wie ich bei so einer Diagnose reagieren würde, denn ehrlich gesagt, kann man das nicht wissen. Wenn man die Krankheit nicht hat, ist es Makulatur, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen, wie man dann reagiert wenn es so weit sein sollte. Denn jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch reagiert anders und hat einen anderen Weg, sich mit solchen schlimmen Nachrichten auseinander zu setzen.

Ich war zunächst gefasst, ich konnte auch immer gut schlafen, hatte keine Probleme mit psychischen Belastungen oder dergleichen. Meine Familie, allen voran mein Mann, der mich letztes Jahr geheiratet hat, haben mir den Rücken gestärkt. Davon hängt es auch ab, wie man mit so etwas umgehen kann. Denn ist man ganz alleine, dann ist es schwierig, mit so etwas umzugehen. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass es mich innerlich auffrisst und ich habe begonnen Tagebuch zu führen. Das hat gut getan! Ich konnte alles aufschreiben, was mich beschäftigt hat und es war aus meinem Kopf draußen und belastete mich nicht mehr. Natürlich habe ich auch geweint und hatte Angst, aber aufgegeben habe ich nie. Im Gegenteil, ich wollte nicht wahr haben, dass ich nur noch 6 Monate leben sollte. Und was soll ich sagen? Ich bin immer noch da, ich habe mich aufgerappelt. Ich kann vielleicht nicht mehr arbeiten, zumindest im Moment nicht, aber ich lebe und kann meinen Alltag einigermaßen bewältigen. Das ist mehr, als ich mir erhofft habe.

Ich hatte zur damaligen Zeit als ich im Krankenhaus lag zahlreiche Zimmernachbarinnen, die mit der gleichen Krankheit kämpften, nur nicht mit einer so schlechten Diagnose. Alle habe ich aufgepäppelt, habe versucht ihnen Mut zu machen. Ich habe ihnen gesagt, dass es irgendwie weiter geht und man entweder den Kopf in den Sand stecken kann und es geschehen lassen kann oder, dass man sein Leben trotzdem gestalten kann und versuchen kann das beste daraus zu machen. Irgendwie hat das auch mir geholfen, vieles besser zu ertragen und heute lebe ich schon drei Jahre damit und es geht gut. Krebs ist nicht gleichzusetzen mit dem Tod, auch nicht bei fortgeschrittenen Patienten. Natürlich ist das Thema Tod bei fortgeschrittenen Erkrankungen ein Thema das man nicht vergessen sollte, aber jeder hat eine Chance auf viele gute Jahre. Das sollte schon einiges an Hoffnung geben.

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» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wahrscheinlich ist man selber immer erst einmal geschockt, wenn man so eine Diagnose bekommt. Es kommt aber glaube ich wirklich darauf an, in welchem Stadium der Krebs ist und ob man vom Arzt Hoffnung auf gute Heilungschancen bekommt. Aber das Leben wird sich auf jeden Fall verändern.

Dabei denke ich auch, dass man, wenn man erst einmal den Krebs besiegt hat, dann die Welt mit anderen Augen sieht, weil man dem Tod so quasi entkommen ist. Viele Menschen, die eine schwere Krankheit hinter sich haben, genießen das Leben mehr als andere, weil sie es schätzen gelernt haben und nicht mehr als selbstverständlich erachten.

Von mir sind zwei Bekannte bereits an Krebs verstorben. Es ist immer ein großes Leid für den Betroffenen, aber auch für die Angehörigen, weil sie nichts dagegen tun können, außer dem Betroffenen Trost und Zeit zu spenden. Allerdings muss man wirklich froh sein, wenn man gesund ist.

Ich selber wüsste nicht, was ich machen würde, wenn ich die Diagnose bekommen würde. Und ich glaube, dass niemand sagen kann, was er machen würde, wenn er nicht in der Situation gesteckt hat. Ich wünsche es natürlich auch niemandem, dass jemand in so eine Situation kommt, allerdings kommt es leider immer häufiger zur Diagnose Krebs.

Zuerst würde ich an meine Familie und vor allem an mein Kind denken. Dann würde ich so gut es geht mit der Diagnose leben und sie so akzeptieren. Denn machen kann man ja nichts dagegen. Man kann nur die empfohlenen Therapien machen und sonst hat man relativ wenig Chancen, eine derartige Krankheit zu bekämpfen.

Natürlich kann man auch fest daran glauben, dass man wieder gesund wird und auch andere können einen ins abendliche Gebet einschließen, sofern sie denn beten. Ansonsten fällt mir nicht mehr sehr viel dazu ein.

» nordseekrabbe » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich selber habe so eine Diagnose zum Glück noch nicht bekommen. Wie ich dabei denken würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht, das kann ich nicht abschätzen. Da würde es sicher auch darauf ankommen um welchen Krebs es sich handelt, und in welchem Grad das bereits fortgeschritten ist und auch welches Alter ich selber habe.

Mein Papa hat zum Beispiel vor zwei Monaten eine Krebsdiagnose bekommen. Er ist über 70 Jahre alt und ich muss sagen, dass mich diese Diagnose zunächst erstaunlich wenig schockiert hat. Selbstverständlich war ich von Anfang an sehr überzeugt, aber ich war auch sehr zuversichtlich, dass er es schaffen wird.

Wenn ich ehrlich bin, war ich aber eher der Meinung, dass er diese eine Diagnose gut überstehen wird, aber im Hintergedanken habe ich schon den Gedanken, dass das mehr oder weniger der Anfang von vielen weiteren Diagnosen ist. Dieses Gefühl bekomme ich einfach nicht los, dabei kann ich auch nicht genau sagen, warum das so ist.

Mein Papa hatte inzwischen auch schon eine Operation, die sehr gut verlaufen ist. Angeblich wurde mit dieser einen Operation alles entfernt. Das ist natürlich mehr als nur erfreulich. Dennoch befürchte ich wie gesagt, dass diese Diagnose erst der Anfang war.

Natürlich hoffe ich nicht, dass es so kommt, aber ich fürchte, dass es bald wieder eine Krebsdiagnose geben wird. Irgendwie bekomme ich das Prinzip nicht los, dass wenn man einmal einmal mit einer Krebserkrankung vor allem im Alter angefangen hat, dass man sich da dann nicht mehr ganz davon erholen wird.

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» tournesol » Beiträge: 7773 » Talkpoints: 0,38 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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