Wann wird bei Herzkranken mit Herzhose gearbeitet?
Ich habe gehört, dass es statt einer Herz-Operation nun die Möglichkeit gibt, biologische Bypässe wachsen zu lassen. Ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Das soll eine Herzhose bewirken können.
Ein früherer Chef von mir hat Bypässe bekommen und ebenfalls ein Nachbar war lange in der Klinik deswegen, weil außerdem irgendetwas nicht so geklappt hat, wie gedacht. Welche Voraussetzungen muss ein herzkranker Patient mitbringen, wenn er nicht operiert wird, sondern biologisch versucht wird, Bypässe wachsen zu lassen?
Als Laie kann ich mir vorstellen, dass eine Operation den Ärzten zwar mehr bringt an Erkenntnis und Geld. Aber eine unblutige Behandlung durch eine solche Herzhose sicherlich eine längere Zeit benötigt. Muss die Herzhose oft getragen werden? Wird das ambulant oder wie gemacht? Hat jemand da bereits Erfahrungen mit?
Das System der Herzhose ist eigentlich einfach. Bei allen Menschen und Tieren wachsen zu einem gewissen Grad kleine Äderchen zu größeren Gefäßen an, wenn die Notwendigkeit besteht. Der Körper baut bei "einem Stau" sozusagen von allein eine "Umgehungsstraße".
Wenn die Herzkranzgefäße, die für die Versorgung des Herzmuskels sorgen, verengt sind, dann nimmt die Leistungsfähigkeit des Herzens ab. Anders als bei einem Herzinfarkt, ist hier kein wichtiges Blutgefäß ganz verstopft, sondern es ist einfach zu eng.
In diesen Fällen kann diese Herzhose helfen. Die Hose sorgt für Druck an den Beinen, der den Druck des zum Herzen fließenden Blutes erhöht. Das ist für den Körper das Signal, die Gefäße umzubauen, wenn der Blutfluss nicht ausreichend hoch ist. Diese Effekte hat auch Sport, nur können die Betroffenen selbst gar keinen Sport mehr ausüben.
Wie lange die Behandlung dauert, das hängt vom individuellen Fall ab. Meist sind es drei bis acht Wochen. Für jeden Patienten wird ein eigener Behandlungsplan erstellt.
Noch ist die Behandlung experimentell, es werden weiterhin Teilnehmer für Studien gesucht. Generell sind als Einsatzgebiete Behandlungen nach einem Schlaganfall, die Verbesserung der Schaufensterkrankheit und von Potenzstörungen und eben der Ersatz für operative Bypässe denkbar.
Bisher übernehmen die wenigsten Krankenkassen die Kosten. Das betrifft ebenso die gesetzliche wie die private Krankenversicherung.
Ich danke dir für deine ausführliche Erklärung. Das ist ja interessant aber bestimmt auch gefährlich. Denn ich kann mir vorstellen, wenn es um verengte Herzkranzgefäße geht, dass bei einem zu hohen Druck durch die Hose auch mal ein solches Gefäß platzen kann. Ich möchte mir nicht ausmalen, was dann passieren könnte.
Für die Krankenkassen dürfte diese Behandlung doch wesentlich billiger sein, als eine Operation. Da frage ich mich, warum sie nicht zahlen wollen. Denn dadurch könnten sie viel Geld sparen.
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