Streckenabschnittsradar kommt auf die Straße
Zwar zunächst nur als Testinstallation aber dennoch mit der Koppelung zur konkreten Verkehrsüberwachung kommt jetzt ein sogenannter "Strecken-Radar" in Deutschland erstmalig zum Einsatz. Dazu kann man sich z.B.
hier informieren.
Das Land Niedersachsen will diese Technik jetzt einsetzen, weil angegeben wird, das hier immerhin 70% der tödlichen Unfälle in Niedersachsen außerhalb der geschlossenen Ortschaften passieren. Und daher wird gehofft, mit dieser Technik die Autofahrer eher dazu zu bringen, sich an Tempolimits zuhalten.
Von der Technik ist es ja so, dass hier die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht nur an einem Punkt gemessen wird, sondern über eine längere Strecke. Es würde also das übliche Verhalten von Rasern beenden, kurz vor und während einer Radarkontrolle "langsam" zu fahren um im Anschluss wieder Gas geben zu können.
Vielmehr läuft die Überwachung mit dem Strecken-Radar so ab, dass vom Fahrzeug bei der Einfahrt in die Messstrecke die Zeit gespeichert und ein Bild gemacht wird (wg. der Kennzeichenerfassung an Hand der alle weitere Identifikation stattfindet). Am Ende der Messstrecke von vielleicht 2-3 Kilometern wird ebenso die Zeit genommen und ein Bild gemacht. Wenn jetzt (durch das Kennzeichen wird die zugehörige Einfahrtzeit gefunden) für die gefahrene Strecke die Verbrauchte Zeit zu gering ist (Km/h) und daher die Geschwindigkeit höher als erlaubt, werden die Daten der Polizei übermittelt, die dann alles weitere regelt.
Problematisch ist die Tatsache, dass hier nicht festgestellt wird, dass die Bilder und Daten der Fahrzeuge SOFORT gelöscht werden, die nicht auffällig waren. So stellt sich die Frage, wieso hier Daten gesammelt werden und man darf gespannt sein, welche Verwendungsmöglichkeiten sich dafür in ein paar Jahren finden lassen, wenn sich das System etabliert haben sollte.
Zwar ist diese Methode der Verkehrsüberwachung "nachhaltiger". Aber sie ist schon auch mit einer gewissen Aufgabe der Privatsphäre verbunden, weil hier Daten erhoben werden, die der einzelne Bürger oder die einzelne Bürgerin nicht mehr kontrollieren kann. Wäre es dieser Preis wert?
Ich finde es generell nicht gut, wenn man nun zu viel überwacht. Denn irgendwo muss man auch noch ein bisschen einen Raum haben, wo man auch mal seine Ruhe hat und nicht kontrolliert wird. Das kennt doch bestimmt jeder, dass man mal ein Tempolimit übersieht und hinterher froh ist, wenn man nicht erwischt wurde. Wenn jeder ständig überwacht wird, bekommt man ja nur noch Knöllchen.
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