Ist das gelesene Wort wirkungsvoller als das gesagte?
In
diesem Thread wurde der Userin von ihrem Arzt gesagt, dass sie etwas abnehmen müsse, obwohl das Übergewicht gar nicht so gravierend ist. Ich jedoch habe noch einige Pfunde mehr auf den Rippen, obwohl ich mich auch nicht so dick fühle, dass man gleich von Adipositas sprechen könnte.
Ich war vor etwa drei Monaten beim Pneumologen, weil ich schlecht Luft bekam. Er hat mich geröntgt und diverse Tests machen lassen und mir ein neues Präparat verschrieben, das ich inhalieren muss. Mir geht es wesentlich besser. Aber dieser Arzt - ein schmales Handtuch - war etwas raffinierter in bezug auf die Körperfülle, als der Arzt von Zitronengras.
Ich lasse mir grundsätzlich Kopien aller Berichte geben, die meine Hausärztin von ihren Fachkollegen erhält. Denn die Ärzte schreiben meistens genauer die Diagnose. Das was man selbst zu hören bekommt ist meist harmloser. So erhielt ich auch eine Kopie des Berichtes dieses Lungenfacharztes. Dort stand die Diagnose und ferner war zu lesen, dass ich Adipositas habe, also zu fett bin. Das hat mich umgehauen. Hätte mir der Arzt das schonend gesagt, wäre es nicht so beeindruckend für mich gewesen, als wenn ich es nun im Schreiben an meine Ärztin las. Meine Ärztin hat mir das noch nie gesagt.
Ich war so geschockt, dass ich sofort etwas getan habe, um abzunehmen. Sofort habe ich mir Multaben gekauft, das nicht so teuer ist wie Almased. Multaben gibt es in drei Geschmacksrichtungen: Erdbeere, Vanille und Schoko. Vanille schmeckt mir am besten. Mit dem Mittel bin ich angefangen. Dann habe ich morgens einen Trunk aus 1 TL Honig, 1 TL Apfelessig zusätzliches warmes Wasser gemacht. Tagsüber habe ich meine Essens-Portionen drastisch reduziert. Süßes esse ich kaum noch, nur wenn ich einen extremen Appetit darauf habe.
Früher habe ich dick Butter aufs Brot geschmiert, die esse ich gar nicht mehr. Es gibt nur noch Vollkorn-Körnerbrot, wenn ich Brot essen will, Das toaste ich mir und esse es trocken oder je nachdem, was ich gerade da habe. Morgens esse ich Vollkorn-Haferflocken mit Hafermilch und einem Teelöffel Honig oder einem kleingeschnittenen halben Apfel darin. Dann später normales Essen ohne viel Fett, aber nur ganz wenig insgesamt. Nur die ersten zwei Wochen hatte ich Hunger, dann hat sich das normalisiert.
In der Zeit nun habe ich nun 15 Kilo weniger. Ich kann nicht sagen, dass ich mir die Kilos abgehungert habe, das ist nicht so, denn ich habe selten Hunger. Es geht zwar langsam, aber kontinuierlich mit dem Gewicht nach unten. Ich war noch nie so dünn, dass ich Größe 38 tragen konnte, im Ausnahmefall höchstens mal Größe 40. Normal war Größe 42 für mich. Ich werde auch in Zukunft nicht das für meine Größe errechnete Normalgewicht erlangen, wonach ich auch nicht strebe.
Die schriftliche Formulierung hat bei mir also gewirkt. Hätte er mir das gesagt, wäre ich mit einem Lächeln darüber hinweg gegangen. Er wird es nicht einmal extra für mich geschrieben haben, weil er nicht wissen konnte, dass ich mir die Schreiben stets geben lasse. Aber eigentlich bin ich ihm sogar dankbar, dass er es unbewusst geschafft hat, dass ich abnehme. Wie würdet ihr das an meiner Stelle sehen?
Ich kann es gut nachvollziehen, was du da schreibst. Ich finde es gut, dass du es so siehst, dass der Arzt dir quasi einen Gefallen getan hat, indem er es aufgeschrieben hat. Ich bin auch davon überzeugt, dass viele Dinge schriftlich einfach überzeugender wirken und das war in dem Fall ja auch so. Ich denke aber, dass es auch noch darauf ankommt, wer einem etwas sagt und wie es rüber gebracht wird. Wenn mir eine Vertrauensperson etwas sagt, dann höre ich schon darauf und finde es dann auch besser und manchmal wirksamer, als wenn ich es schriftlich vorliegen habe.
Aber in dem Fall denke ich auch, dass es nochmal eine Spur härter ist, so etwas zu lesen, als wenn es einem einfach persönlich und wahrscheinlich so vorsichtig wie möglich vermittelt wird. Gerade das harte, ungefilterte Wort war es ja, was dich überzeugt hat und ich denke mal, dass der Arzt das so nicht gebraucht hätte, wenn er dir persönlich etwas in dieser Richtung hätte sagen wollen.
@Barbara Ann, bei dem Arzt handelt es sich in der Tat um einen älteren, sehr netten Arzt, der mir niemals das so hart gesagt hätte. Wenn er mich persönlich angesprochen hätte, wäre das auch in Ordnung gewesen. So steht es allerdings in den Unterlagen, was eigentlich unangenehmer ist. Aber Hauptsache ist der Effekt. Ich habe ja im Dezember wieder einen Termin bei ihm, da werde ich ihn mal daraufhin ansprechen.
Das mag bei dir vielleicht etwas ausgelöst haben, als du es gelesen hast. Aber das klappt nicht bei allen Menschen. Ich habe das vor über 12 Jahren schon während meiner Schwangerschaft gelesen. Aber ich habe deswegen mein Leben nicht radikal geändert. Wäre auch zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich sinnvoll gewesen. Und ich kenne auch Menschen mit extremen Übergewicht, die wirklich wenig essen. Da wundert man sich auch, dass diese Leute nicht schlank sind.
Mich selbst beeindruckt es, wie gesagt, gar nicht. Etwas ändern würde ich wohl erst etwas, wenn es wirklich gesundheitliche Probleme gibt. Aber da sind bisher keinerlei Anzeichen vorhanden. Ob es bei dir auch auf mündlichen Wege etwas bewirkt hat, kannst du auch nicht so wirklich wissen. Da kommt es ja auch darauf an, wie es der Arzt dann gesagt hätte.
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